„Spaziergänge“, Nymphenburger Park und ein Anruf von Alina
ich habe ein paar Fotos bekommen- ihr könnt Euch sicher denken, von wem. Ich leite sie Euch ggf.weiter. Das Wort „Spaziergang“ bringt mich auf die Palme. Siegfried Wittenburg, mit dem ich in Bayern an vielen Schulen war, erzählte u.a. von der letzten Phase in der DDR. Er lebte in Rostock und war mit Gauck befreundet, der in der Kirche zu „Spaziergängen“ nach seinen Predigten aufrief. Wie kann man hergehen und die Spaziergänge in einer Diktatur 1 zu 1 auf heute übertragen. Ich habe heute nach einem Vormittag Lektüre über die 70er Jahre DDR Sirena zu einem Spaziergang im Nebel abgeholt. Es waren ganz andere Eindrücke als auf den schönen Fotos von Heike. Sirena kam noch mit zu mir und wir haben verschiedene vegetarische Gerichte gegessen. Am Abend noch ein Anruf von Alina. Sie ist sehr damit beschäftigt, was sie noch alles erledigen muss: einen Aufsatz über Ibsen auf norwegisch schreiben, einen Pass besorgen, sich gegen Gelbfieber impfen lassen. Bis Donnerstag. Dann kommt sie nach München.
Warum muss sich Alina gegen Gelbfieber impfen lassen, verreist sie? Vielleicht müssen wir den guten, alten, wie ich gelernt habe – vom Wesen her absichtslosen – Spaziergang jetzt umtaufen, bevor er zum Synonym für Querdenken wird? Einen Aufsatz auf Norwegisch schreiben – das klingt wirklich sehr weit fortgeschritten!!
Alina will ja noch mal vor ihrer Hochzeit mit einer Freundin verreisen. Dass man sich impfen lässt, bevor man nach Asien reist, ist für alle eine Selbstverständlichkeit. In welchem Rahmen will Alina eigentlich heiraten? Wahnsinn, wie sie diese skandinavischen Sprachen lernt.
Spaziergang, ein beschaulicher Vorgang, mißbraucht von Querdenkern. Wenn ich noch einmal jung wäre würde mich die norwegische Sprache auch reizen, wie dieses wundervolle Land.