22-02-02-CoTaBu-PCR-Ergebnis nach 50 Stunden – Herzsachen und Davor

Heute habe ich im EG die Stellung gehalten, weil Sonja nicht da war. Es war eine große Sache bei ihrem Mann mit Brustkorb aufsägen, Herz auf Eis, Intubation, Beatmungsmaschine; entsprechend war Sonja schon tagelang nah am Wasser. Jetzt liegt ihr Mann auf Intensiv, atmet selbständig, aber sie darf natürlich nicht hin. Der Tag war für mich entsprechend eintönig. Nur ein Ausflug auf Station. Anlass: die Clostridien einer Patientin – brachte mir Abwechslung. Gespräch mit dem wunderbaren Davor. Für Beate: ein Historiker als Krankenpfleger! Ein Feingeist, man spürt es an jedem Wort. Ob er über Abführmaßnahmen oder Absaugen spricht, alles klingt nobel. Seine Aussprache eher die des Franzosen als des Osteuropäers, falls man das noch sagen darf. – Michael hat über 50 Stunden auf seinen PCR-Test gewartet. Bis zum Ergebnis bereits ungültig! Er hatte insgeheim gehofft, dass der Test schon negativ anzeigt. So eine Quarantäne zieht sich hin. Sein Geschmack lässt ihn noch nicht im Stich. Ich liefere Wein, heute dazu Austernpilze, Orangen, Eier und Tests aus der Apotheke. Dann halten wir am zugigen Gartenzaun einen kurzen Schwatz. Noch ein Wochenende ohne ihn. Wenn wir uns nur fünf Minuten sehen klafft eine Lücke bei mir. Ruza, unsere Reinigungsfrau im Hospiz, musste gestern „positiv“ nach Hause. Die Kollegin, die sie gerade einarbeitet, hatte die Maske auf Halbmast, die habe ich gleich angeherrscht; genauso wie eine Dame beim Gemüseladen. Sie „wollte nur fragen, ob es Kerbel gibt“ und klebte förmlich an mir. Ich habe gesagt, man sei es nicht mehr gewohnt, dass sich jemand derart ausdauernd an die Fersen hefte. – Momentan verschlafe ich jeden Tag!

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3 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Das ist ein gewaltsamer Akt so eine Herz OP. Sonja darf wahrscheinlich gar nicht zu ihrem Mann. Ich glaube bei der Omikron Variante verliert man den Geschmack nicht. Das wäre zumindest ein kleines Glück für Michael. Du hast Angst das Virus einzuschleppen und jetzt bringt ihn Ruza.

  2. Beate sagt:

    Diese Herzoperation hätte für meine Mutter angestanden, der Kardiologe hat sie mir genau beschrieben als mögliche Option. Meiner Mutter blieb sie aufgrund ihres hohen Alters erspart. Michael hat es gut mit Dir, wie Du ihn versorgst – bald ist sicher mehr als ein Schwätzchen am Gartenzaun möglich

  3. Ines sagt:

    Echt krass, die Schilderung der Herz-OP. Und Michael lässt es sich wenigstens kulinarisch gut gehen. Ein paar Tage hat er wohl noch vor sich. Diesen Davor würde ich gerne mal reden hören.

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