22-02-04-CoTaBu-Unter Eindruck der HerzOP + Vorbereitungsverhalten
Wie immer am freien Tag trödele ich in den Tag hinein, hoffend, es in naher Zukunft nicht so zu tun. Ich hatte das gute Gefühl, unser Thema schon gewinnbringend vorbereitet zu haben, was Muße braucht. Jetzt beschäftige ich mich mit einem neuen. Damit es nicht „irgendwas“ ist muss ich es erst finden und dann in mir gären lassen. Mein Vorbereitungsverhalten ist wie beim Kofferpacken oder Einkaufen, im Kleinen und Großen immer ähnlich. Immer muss ich mich erst verzetteln. Eine Frage der Struktur des gesamten Denkapparates. Ist es überhaupt Denken? Vielleicht wiederhole ich mich: Oft fällt mir Ariane (als wohlorganisierter Steinbock) ein, die mich vor meinem ersten Wochenende mit Ehrenamtlichen, als ich bereits wochenlang mit dem Thema schwanger gegangen und Material sammelnd war, fragte, ob ich schon eine Zeitstruktur hätte. Darauf wäre ich nie gekommen. Das hat mir fürderhin geholfen, wenn ich etwas Größeres vorhatte. Immer muss der Pott übervoll sein. Beim Kochen ist es genauso. Am liebsten mittelgroße Töpfe bis zum Überquellen voll, sodass ich kaum mehr umrühren kann. Das glatte Gegenstück zur Speisung in Restaurants, bei denen sich eine Winzigkeit auf einem großen, weißen Teller verliert. – Mit Sonja telefoniert. Erst gestern habe ich verstanden, dass zu so einer OP der künstliche Herztod hergestellt wird: Die Herz-Lungen- Maschine übernimmt. Noch immer kann ihr Mann keinen Piep sagen, die Auskünfte sind freundlich, aber kurz. Einmal konnte er appen: Schmerzen. Die Inzidenzen steigen und sie fürchtet, wenn er endlich von der Intensiv kommt, nicht rein zu dürfen. Sie ist sehr belastet, hat aber abgelehnt, dass ich sie ablöse. Sie ist allein, weil Gregor Nachtdienst hatte. – Mit Anni telefoniert, die von Stund zu Stund vergisst, wo Michael bleibt.
Immerhin kann der arme Mann, dessen Herz zwischenzeitlich von seinem Körper getrennt war, jetzt wieder appen, das ist doch ein Lichtblick. Zu deiner Art des Koffer Packens, Kochens und Vorbereitens von Kursen und Gruppen fällt mir auch immer die Verschiedenartigkeit zu mir auf. Das Gute ist, dass es nicht beim Verzetteln bleibt und du jedes mal am Ende der Vorbereitung ein wirklich gutes Ergebnis hast, nur der Weg ist anders. Ich glaube eh, dass wir uns was vormachen, wenn wir das Denken für einen rein rationales Vorgang halten. Meist ist das Denken von allen möglichen unbewussten, unstrukturierten und emotionalen Prozessen durchwoben.
Da wären wir schon beim Thema für den Sonntag, liebe Ines!!! Übrigens kann er nicht wirklich appen, er hat einmal das Ding mit Hilfe in die Hände gedrückt gekriegt, das ist 24 Stunden her und seitdem ist wieder absolute Funkstille. Er kennt aber seine Frau und wenn ihm ein Fetzen Bewusstsein geblieben ist oder hin und wieder aufsteigt, dann weiß er, wie sie bangt ud sich verrückt macht.
Wie verschieden wir doch sind. Ich sehe mich eher mit dem großen, weißen Teller, auf dem alles sehr übersichtlich ist. Sonja hat mir heute geappt und gemailt.
ich freue mich schon sehr auf darauf, dass wir an dem Ergebnis Deiner vielseitigen „Verzettelung“ teilhaben dürfen! Ich habe heute auf dem Markt schon ein paar Sachen für unseren Brunch gekauft!