22-02-06-CoTaBu-Annibesuche – Oma Renate + Wesentliches

Ich bin regelrecht im Stress. Die beiden anderen freien Tage für Michael in die Bresche gesprungen, Anni besucht, die gerade unterwegs war zu ihm bzw. gleich losmusste, abgeholt wurde. Von wem? Wohin? Ihre Geschwister lebten noch alle, Mutti auch, aber Vati war gestorben, das konnte schon vier Jahre her sein (1942!). Das weiß sie noch, weil sie damals Kind  war. Sie erzählt im Brustton der Überzeugung, was Mutti gerade zu ihr gesagt hatte. Sie steht in regem Dialog mit ihr. Als ich irgendwas von einem Vöglein sagte war Schneeflöckchen Weißröckchen da, so sangen wir, und dann war wieder Muttis Stimme so schön und die der Geschwister weniger, sodass die neidisch waren. Und der Lehrer sagt zu ihr…. Und Reinhard sei ein guter Junge (den sie jahrelang nicht gesehen hat), aber erst Michael! Wie er immer zu ihr sage „Mummilein…“ und zu ihr aufsehe. (Er sagt, er habe immer Mutti, nie Mummilein gesagt, aber man könnte glauben, er sagt es heute noch und ginge auf Kniehöhe mit ihr spazieren). – Michael wartet sehnsüchtig darauf, sich freizutesten; immer noch ist ein hauchzarter zweiter Strich zu sehen. Gestern mit ihm – er bei sich, ich hier – dolle Sendung über sieben hochbegabt musikalische Geschwister gesehen… heute auf den Litfasssäulen eine Konzertankündigung fürs Prinze entdeckt. Cello und Klavier. Gleich muss ich noch an einem Haikuvortrag teilnehmen, den dieser Professor aus Tokio für uns hält. Ich wollte mich entschuldigen, das war offenbar ein NoGo, so wichtig! Also habe ich gesagt, ich kann nur bis 13:40! Ich freu mich auf Tapetenwechsel, diesmal bei Beate. So freudig habe ich gelesen, dass sie schon auf dem Markt für uns war! Ursula, extra wegen euch auf gestern bestellt, hat also nur für mich saubergemacht. Gestern musste ich auch Oma Renate treffen, sie hatte Geburtstag. Es wird Zeit für Abwechslung!

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Ich finde die Verwirrung von Anni richtig erschreckend und beängstigend. Ich bete, dass mich so ein Schicksal nicht erwartet. Und du tanzt wieder auf 2 Hochzeiten heute? Bis gleich.

  2. Beate sagt:

    ich hoffe, ich werde wie Anni mit meinen Eltern auf die sehr alten Tage in regen Austausch kommen. Dann werde ich Ihnen sicher endlich die Leviten lesen, unverblümt!

  3. Renate sagt:

    Wie meine Tante, die immer wieder aus dem Altersheim geflohen ist um ihre Mutter zu suchen. Bei meiner Mutter kommt von selbst gar nichts aus ihrer Vergangenheit. Nicht mal irgendetwas von meinem Vater, mit dem sie 54 Jahre verheiratet war. So unterschiedlich verläuft eine Demenz.

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