22-02-19-CoTaBu- Negativ bei Fieber, Pater Kippes, Poesie- + Bibliotherapie
Meine schöne Verabredung fürs Museumsfrühstück musste ich gestern erneut sausen lassen. Im Geiste nannte ich das Vorhaben „Fenster zur Kunst“ (nach Claus Mischon), schon halbwegs dabei, (ungebeten) ein Konzept zu entwerfen. Beim ersten Anlauf war Michael gerade positiv gewesen. Gestern hatte ich Temperatur und bin daheim geblieben. Heute wieder aufgestanden, eingekauft für Frühstück mit Jakob. Weil Renate ihr Rentnerinnentreffen schick „jour fixe“ nennt will ich das mit Jakob auch. Währenddessen stieg meine Temperatur und wir sind gehörig auseinander gerückt. Inzwischen hat Michael den 50 kg-Teppich hochgeschafft, mit Möbelhund. Nie perfekt, weil die Leisten immer noch nicht an der Wand sind, die seit Jahren herumliegen, die Tür geht auch nicht mehr zu; aber ein schöner, warmer Eindruck! Jakob hat Tische ausgemessen. Seine Vermieterin – diese Frechheit! – hat immer noch ihr Zeug in der Wohnung incl. gefüllter Schränke; wird nächstes WE das Innenleben endlich abholen und Ende März das Mobiliar. Dann können wir Einiges abgeben. – Über die Alice-Salomon-Hochschule, die regelmäßig Ankündigungen von Schreibaktivitäten an die Alumni schickt, stieß ich auf die Deutsche Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie. Ich würde gern noch mehr in diese Richtung gehen bzw. die Vorzüge der Mitgliedschaft in einer Fachgesellschaft genießen, Vernetzung, Inspiration. Jetzt habe ich zwischen Frühstückstisch, Bett, Kirschkernkissen (Magenschmerzen) einen mehrseitigen Aufnahmeantrag ausgefüllt; gestern schon dorthin Kontakt aufgenommen, was ich mache, wer ich bin. War das eine Suche nach Abschlusszeugnissen, Zertifikaten! Familientherapie, Klinische Seelsorge; am schlimmsten meine Masterurkunde und -zeugnis. Ich war schon ganz verzweifelt! Ob ich ein anderer Mensch werde, wenn sie mich aufnehmen? – Morgens in der Fachzeitschrift Spiritual Care Nachruf auf Pater Kippes entdeckt. Er war mit seinen japanischen Hospizgruppen mehrfach bei mir gewesen; hatte jahrzehntelang dort gewirkt – ein guter Kontakt! Irgendwo habe ich etliche Fotos, auf denen ich zarte, kleine JapanerInnen (jede einzeln) lachend im Arm halte, und rührend kindliche Dankesschreiben.
Das scheint ja ein ganz erlesener Kreis zu sein, wenn man sich mit allen Zeugnissen und Urkunden bewerben muss. Du bist prädestiniert mit deiner Qualifikation. Ich würde dem Schnelltest keinen Glauben schenken, lieber einen PCR Test machen. Jour fix mit Jakob ist eine schöne Idee. Du kannst ihm sicher einiges für seine Wohnung abtreten, was du zu viel hast.
Seltsam dass du immer wieder Temperatur hast. Diese Gesellschaft klingt doch wie für dich gemacht. Du hast mit deinen Qualifikationen die besten Chancen. An die kleinen zarten JapanerInnen erinnere ich mich noch, von ihnen kommen diese kleinen Kranniche.