22-03-06-CoTaBu-Missratener Kuchen und Japan in Berg – China bei Buchheim + Matjes in Schwabing

Bevor wir nachher eine Isartour machen für Bine Geburtstagskuchen gebacken. Ich habe aus Versehen nur die Hälfte Menge Zucker sowie Mehl genommen; jetzt will er nicht aus der Form. Irgendwie wusste ich, dass alles gesund sein muss wegen ihrer krassen Hautreaktionen auf die Impfungen. Glutenfrei hatte ich vergessen. Überhaupt ist Backen ungut, wenn ich währendessen sinniere, wie ich mich austricksen könnte. Ob es nicht SINNVOLL wäre, zu üben, mir einmal in der Woche etwas zu gönnen (HEUTE), anstatt sechs Wochen nichts und ab dann wieder alles wie gehabt. Ich bin skeptisch. Ich dürfte mir auch nicht „EINMAL“ eine Zigarette anstecken. Dass Ines schreibt, sie isst zum Frühstück Honig kann für mich leider kein Vorbild sein. Unsere Positionen sind zu verschieden. Zucker ist meine Sucht; also keinerlei Parallele, sowieso nicht im Ziel oder offenkundig nicht im Erscheinungsbild. Die Phänomene, wenn ich im Plural schreiben darf, sind nicht vergleichbar, wenn auch demselben Formenkreis zugehörig. – Unser gestriger Ausflug zur Keramikerin war zauberhaft. Welche Fragen Anna und Jakob stellen, wie genau sie hinschauen, wie achtsam, zurückhaltend und diskret sie sich dort bewegen und verhalten! Glasurengespräch: Asche aus Kastanien, aus Weinlaubblättern, aus Spreu vom Reis… Mit dem Töpfern nach traditionell japanischer Art, soviel habe ich verstanden, verhält es sich wie mit dem Haiku. Je länger man sich damit beschäftigt, desto tiefer zieht es einen hinein. Führung durch den Garten mit Teehaus, Glöckchenregenrinne, Gesteinskunstwerken, Pagode – ein Traum. Danach (ohne Michael) Buchheimmuseum, dazwischen im Tutzinger Hof Fisch. Abends, nachdem ich mit Michael Tee aus der jeweils eigenen kostbaren Tasse getrunken hatte, mit Beate zu „Operngesprächen“. In der Markuskirche Chor (kleines Solo Susanne Glas), Orgel, Klavier, ein Bariton, ein jubelnd tirillierender Coloratursopran. Benjamin Britten, wechselweise Musik und Lesung (junger Mann, junge Frau) der nonbinären Dichterin Kate Tempest (m: kae). Unser Abend klang in einem ziemlich diversen Lokal bei Matjesfilet und Pils aus. Auf dem gemeinsamen Nachhauseweg verblüffte ich mit ausgeprägter Orientierungslosigkeit.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Unglaublich, was du alles in so kurzer Zeit erlebt hast. Sehr berührend, wie du die Art von Anna und Jakob beschreibst, sich mit der Keramik auseinander zu setzen. Zudem zweimal Fisch essen, Museum und Konzert. Das ist wirklich viel. Kuchen backen in der zuckerfreien Zeit hat fast was masochistisches. Schenk deiner Schwester doch lieber ein Buch.

    • Heike sagt:

      Kein Buch!! Wir haben ja viel zuviel und lesen viel zu speziell, wollen auch keine mehr! Kuchen ist bei uns Tradition, sie isst sehr gern und kann nicht wirklich backen und liebt das.

  2. Renate sagt:

    Backen und selbst auf Zucker zu verzichten, ist nicht ohne. Wahrscheinlich hast du deswegen in den Kuchen deiner Schwester nur halb so viel Zucker getan. Die japanische Keramik kann ich mir gut vorstellen, wie auch den Garten. Hast du nach dem Konzert den Nachhauseweg nicht mehr gefunden? Du weißt wie begabt ich als scout bin, s. Armstorf

  3. Beate sagt:

    Der Abend war sehr schön, inspirierend die „Operngespräche“, der Ausklang im recht lauten Lokal ein nicht nur kulinarischer Genuss! Dein immer tiefer tauchen in die japanische Kultur bereitet Dir auch sehr besondere Begegnungen.

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