Unspektakulärer Sonntag und Vaters neue Freundin

Verglichen mit Heike, deren Beitrag ich gerade gelesen habe, verging mein Sonntag sehr unspektakulär. Schön und üppig gefrühstückt, Wäsche gewaschen und Bäder geputzt, gesaugt, mit Vater telefoniert, Mittagsruhe auf dem Sofa, Spaziergang an der Isar und schon ist früher Abend. Maja wird nachher kommen und sich von mir die Haare schneiden lassen und noch mit uns zu Abend essen. Ich freu mich auf sie. Hubert geht es deutlich besser, er braucht keine Schmerzmittel mehr und die Schnitte am Bauch heilen langsam. Er bleibt nächste Woche aber noch daheim. Meinen Vater habe ich nochmal nach seinem Besuch bei seiner neuen alten Freundin ausgefragt. Er scheint sich wirklich richtig gut mit ihr zu verstehen und sie mögen sich noch so wie früher vor 45 Jahren, die Chemie zwischen den beiden hat sich wohl durch die vergangene Zeit nicht verändert. Sie telefonieren uns whatsappen viel und in zwei Wochen fahren sie zusammen ein paar Tage weg. Was ihre Söhne dazu sagen, und wie die Begegnung für meinen Vater war, konnte ich wieder nicht heraus finden. Ich hätte noch vor einigen Jahren niemals gedacht, dass ich so lange und persönliche Gespräche mit meinem Vater führe. Bei jedem Gespräch reden wir auch über meine Mutter. In gewisser Weise bin ich froh, dass sie den Krieg in der Ukraine nicht mehr mitbekommen hat. Sie hätte sich das Leid der Kinder unglaublich zu Herzen genommen. Wenn ich über sie schreibe und nachdenke, ist sie mir ganz nah und ich kann ihre Stimme hören.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Das ist schön, wie deine Mutter nah ist und auch und vielleicht gerade bei neuer alter Liebe ihren Platz hat. Es gibt so manches, was den Verstorbenen der letzten Zeit erspart geblieben ist! Übrigens ist mein Sonntag heute sehr geruhsam, im Gegensatz zum gestrigen Programm! Offenbar kann Putzen auch geruhsam sein??!

  2. Renate sagt:

    Eine Zuneigung die 45 Jahre lang hält ist erstaunlich, zumal dein Vater mit deiner Mutter zusammen war. Dass du froh bist dass deine Mutter den Krieg in der Ukraine nicht mehr erleben muss kann ich gut verstehen.

  3. Beate sagt:

    ich denke auch oft daran, was meinen Eltern gerade erspart bleibt, vor allem meinem Vater, der in russischer Kriegsgefangenschaft war. Ich kann mir gut vorstellen, wie schön es für Deinen Vater ist, dass er mit der Zuneigung zu seiner Freundin eine neue Vertrautheit leben kann. Ich habe eine Ahnung davon, denn wenn ich Menschen aus sehr frühen Jahren wieder begegne, empfinde ich ähnliche Sympathie oder auch Gleichgültigkeit wie früher.

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