22-03-07-CoTaBu- „Ist heute auch Krieg?“, Buntstifte, CoronaABC + Werner

Start in die Woche. Gestern im ARD-Extra diese fragwürdigen journalistischen Befragungen gesehen, die uns einerseits informieren, aber für diese traumatisierten Menschen Gift sein dürften. Der kleine 5-Jährige, dem die Mutter im Schlafversteck erklärt hatte, dass Krieg ist und der am nächsten Morgen fragte, ob wieder Krieg sei. Er sagte, der Kindergarten sei kaputt, da seien doch noch seine Buntstifte! Heute früh gelesen, dass das Luisengymnasium für eine Woche die SchülerInnen nach Hause schickt, um Unterkunft zu schaffen; viele andere Ort wurden genannt. – Das Päckchen für Bine ist gepackt, die heute Werner ins Krankenhaus bringt und nicht weiß, ob er dort bleiben oder wieder rebellieren wird; die sich wahnsinnige Sorgen macht, ich glaube, am meisten über sich selbst, weil sie sich unablässig sagt, dass sie nicht schaffen wird, was auf sie zukommt. Dieses Kümmern, dieses Dasein…es ist nicht das ihre. Zudem darf sie coronabedingt nicht ins Krankenhaus, nur heute zur Aufnahme. Er wird über kurz oder lang nicht mehr in seinem Hüttchen wohnen können, er wächst ihr über den Kopf – und ist der Letzte, den man in ein Betreutes Wohnen stecken könnte. Diese permanente negative Autosuggestion schadet ihr zusätzlich und greift auf mich über. – Wir haben Umzugskartons gekauft. Gregor hat alles offen aufgehäuft. Da wussten wir noch nicht, dass wir nicht die Einzigen sein werden. Ich hoffe, es erwarten uns im Hospiz nicht Wagenladungen voller Hilfsgüter, die wir von Pontius zu Pilatus fahren müssen, um sie loszuwerden. – Abends Aetasschreibgruppe. Es ist diesmal extrem schwer, das Thema zwischen Welt- und persönlichem Schicksal einzukreisen. Was mich nervt: Die eine verträgt keine Abstriche mehr, die andere fragt bereits zweimal nach, obwohl ich 2G+ in meiner Erinnerungsmail zusätzlich erklärt habe. Erst, sie kommt geboostert, dann, ob Heimabstrich genügt.

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3 Kommentare

  1. Renate sagt:

    So traurig die Frage des kleinen Buben und sein Kummer, seiner Buntstifte wegen. Deine Schwester steckt in einem Dilemma, wohin soll ihr Freund denn wenn es in seinem Hüttchen nicht mehr geht und er kein Mensch für eine Einrichtung ist. Wird und darf sie für ihn entscheiden? Meine Freundin ist am Samstag in die Schönstraße gefahren um Hilfsgüter abzugeben. Die Stelle ist ungezogen und sie musste nach Schwabing Nord.

  2. Beate sagt:

    Bine bekommt jetzt eine Aufgabe vor die Füße gelegt, die ihr über den kopf wächst. Habe ja jahrelang mitbekommen, dass die beiden nicht die harmonischste Beziehung haben. <das tut mir sehr leid für sie- ich hätte ihr ein wenig unbeschwertes Rentnerglück gewünscht!

  3. Ines sagt:

    Was für eine belastende Situation für deine Schwester. Irgendwie ist sie verantwortlich für ihren Werner und muss eine Lösung finden, denn kein anderer macht es und er selber kann es vielleicht nicht mehr realistisch sehen, was jetzt nötig ist. Vielleicht kann Bine eine Sozialberatung in Anspruch nehmen.

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