22-03-11-CoTaBu-Mußetag mündet in Stressprogramm – Mutter statt Isar

An diesem strahlenden Freitag wollten wir als erstes ausgiebig spazieren gehen. In Bogenhausen gelandet, haben wir auf dem Rundgang über den Friedhof bei Fassbinder, Kästner, Eichinger, Oskar-Maria Graf u.v.a. die Frage mit den ukrainischen Geflüchteten erörtert. Michael hat vertraglich das Verbot, „Asylanten“ zu beherbergen – die Vermieterin ist bekanntermaßen asozial. Ich gedenke derer, die eine Art abgeteilter Wohneinheit haben mit eigenem Zugang und der Chance auf ein eigenes Leben, sollte es nicht vorübergehender Art sein. Meine Wohnung war schon früher mitunter eng angesichts des einzigen Bades. Zudem würde es bedeuten, freie Zeit mit psychosozialer Intensivbetreuung, Ämter- und Behördenkämpfen zur Verfügung zu stellen. Die Forderung nach Kindergartenplätzen wird laut. Dass sowas hier von langer Hand beantragt wird, wer soll das vermitteln? Bei mir im Haus bringen junge Eltern ihre Tochter nach Neuperlach. Es gibt einen Anspruch auf Papier, aber nicht immer stadtteilnah. – Kaum waren wir an der Isar: Anruf aus dem Marienstift. Eine der Schwestern mache Druck, sodass selbst die langjährige Vertrauensschwester, die schon meine Mutter betreute, einknickte. Man könne das mit Annis Schmerzen doch nicht „so lassen“. Brandaktuell war Michael zur Schmerzsprechstunde bei Schnur. Wie sollte man seiner Mutter die „Röhre“ vermitteln? Wie mit den Folgen – wie schon gehabt – der Morphine umgehen? Operieren? Niemals! Jetzt dort ein Facharzt im Haus. Postwendend mit heißem Reifen zurückgefahren. Das Postive: Der Orthopäde erachtet Schnurs Therapie als das einzig Wahre. Alle haben durch die Zweitmeinung die Bestätigung und es bleibt, wie es ist. – Hinterher im Gemüseladen Gabi getroffen, die einige Jahre bei Michael mitgearbeitet hat – wohltuender, lustiger, ausgiebiger Ratsch am Straßeneck. Trotzdem diese Anspannung. – Zu Hause höre ich, dass Werner wieder aus dem Krankenhaus flüchten will an Bines einzigem „Ruhetag“. Das schwappt intensiv zu mir rüber. Mir selbst scheint, auch ich würde durch die Tage gehetzt. Warum eigentlich? Bei mir selber liegt nichts Besonderes an. Ist es das Weltgeschehen?

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4 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Das sind viele Themen, die überschwappen, wie du schreibst. Je näher das Problem desto weniger kann sich die Psyche entziehen. Gut, dass Anni weder in die Röhre muss noch operiert wird. Ich weiß zwar nicht, was sie hat, aber Schmerzmittel scheinen mir auch die einzige Alternative. Wir haben auch schon überlegt jemanden aufzunehmen, aber ich packe das nicht. Lieber zahle ich eine Wohnung.

    • Heike sagt:

      Anni nimmt seit Jahren starke Schmerzmittel, seit Kurzem die Höchstdosis dessen, was noch möglich und zulässig ist vor Morphinen. Das Thema ist also uralt, eskaliert aber zunehmend. – Und ja, Wohnung zahlen….wenn es nur Wohnungen gäbe!

  2. Renate sagt:

    Ich weiß auch nicht was Michaels Mutter hat. Deine Schwester hat es mit ihrem Werner auch nicht leicht. Die schwierige Weltlage macht mit uns allen was, da braucht es nicht viel von außen und man ist am Anschlag.

  3. Beate sagt:

    unterschwellig Unruhe ob der Weltenlage- das höre ich aus allen Richtungen. ich erinnere mich aber auch noch gut, wie es große Unruhe auslöst, wenn Alarm ausgelöst wird, weil die nahen, von Einem selbst Abhängigen Hilfe brauchen, und zwar sofort.

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