22-03-12-Corona+Ukraine – „News“, peu á peu einsickernd +Arianes erste Erfahrungen

Ein Scheißmorgen! Die Sonne lacht, Michael kam mit Brezen, erlitt dann aber eine leichte Nervenkrise aufgrund des Tributs, den ihn seine innere Dauerpräsenz für die Mutter kostet. Dadurch, dass sie jede Beschäftigung, jeden anderen Kontakt verweigert ist nur er das Ziel all ihres Strebens. Er, der sie abholt und nach Hause bringt. Ihr freundliches Wesen: ein Mogelpaket. Schmerzen wegen eingebrochener Wirbel seit Jahren, jetzt immer weniger bei Dauermedikation beherrschbar. Ein möglicher Sturz könnte dazu gekommen sein. – Anruf von Jakob: Anna ist gestern gefahren. Nahtlos kam ein Kumpel übers WE. Justamente erkrankt sein Mitbewohner an Corona. Sie gehen jetzt zu Michael ins einzig mögliche Zimmer, während der eigentlich im Chaos absäuft. – Nachricht einer Teilnehmerin des Aetasabends: Seit heute Nacht Erkältungssymptome, jetzt positiv. Die anderen benachrichtigt. – Bine schreibt, Werner aus dem Krankenhaus getürmt, dann in Blackout zu sich nach Haus gefahren, wollte wegen Schmerzen zum Hausarzt und „Geld holen“!! Hatte inzwischen ein Einzelzimmer, war trotz Schläuchen und Drainagen dauernd aufgestanden. Sie fragten trotz Besuchsverbots immerzu, ob Bine kommen könne. Jetzt kommt er zurück, so er den Weg noch findet. – Bei Alexandra gestern wunderschönen Abend gehabt. Die arme Ariane weiterhin auf Krücken. Ines und ich schoben Gummibeeren und duftenden Schnaps weit von uns, blieben beim leckeren vegetarischen Mahl, von Alexandras Kindern zubereitet. Arianes Erfahrung mit dem Haus voller Geflüchteter ließ aufhorchen: Wie sie sich auch namentlich vorstellt – sie verstehen nicht, gehen im Grunde achtlos an ihr vorbei. Kochen exzessiv den ganzen Tag. Es riecht stark und überall. Es macht nicht den Anschein als bestünde ein Gespür dafür, dass diese Räume freigemacht wurden, nicht „übrig“ waren und auch die Miete nicht vom Himmel fällt. Ein empfindlicher Eingriff ins Familienleben und die eigene Bewegungsfreiheit. Ariane berichtet übrigens ausdrücklich OHNE die Untertöne, die sich bei mir einschleichen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Dass die ukrainischen Frauen bei Ariane den ganzen Tag kochen und sich die eher fremden Gerüche ausbreiten, so dass ihr Sohn es kaum noch erträgt, geht mir auch immer wieder durch den Kopf. Und dass selbst Zeichensprache nicht verstanden wird, zeigt, welche enorme Herausforderung es sein kann, Menschen aufzunehmen. Corona überall, hoffentlich bleibst du verschont. Und Michael tut mir sehr Leid. Gut, dass du ihn emotional unterstützt.

  2. Renate sagt:

    Trotz dieser hohen Zahlen sollen die Maßnahmen gelockert werden, dass verstehe Eine. Ich bewundere die Geduld von Ariane. Nicht nur wegen Geruchsbelästigung, vor allem diese Nichtbeachtung würde mich rasend machen.

  3. Beate sagt:

    Oh Mist, das klingt gar nicht gut: Dauernde Kocherei und obendrauf Nichtbeachtung. Vor allem letzteres stelle ich mir sehr unangenehm vor, schließlich erwartet Ariane sicher ein wenig Wertschätzung, wenn sie fremde Menschen aufnimmt in ihre vier Wände

Schreibe einen Kommentar zu Beate Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert