22-03-15-CoTaBu-Loth’s Monolog – Segeberger Vorbereitung – „Schämen Sie sich nicht?“ + Jakob Corona

Gestern Abend war ich bei Herrn Loth. Diesmal hat er eineinhalb Stunden von sich gesprochen. Es war natürlich nicht IRGENDWAS. Das Thema war seine Groß-OP, Umgang mit HEILUNG, Selbsthypnose; wie sich diese auf seinen Zimmernachbarn und aufs Krankenhausteam ausgewirkt hat. Eventuell Kategorie „therapeutische Lehrgeschichten“? Ich nehme Einiges für mich mit, aber ich glaube, so ist es auch unter diesem Aspekt nicht perfekt. Dennoch möchte ich nicht, dass er in Frage gestellt wird; diese Stunde meine heilige Kuh.- Was mich zunehmend belastet, auch aufbringt, sind die Beschimpfungen der Ukrainer. Der Brief Intellektueller „an die Deutschen“ mit dem Satz: „Schämen Sie sich nicht!?“. Dieser permanente Vorwurf, wir würden nichts tun. Der Botschafter nannte das „Kleinklein“. Wenn das KLEINklein ist, wie bewerten sie dann die Beitrittsvoraussetzungen für eine EU-Mitgliedschaft? Diese aggressiven Anschuldigungen – z.B., wir würden dann hinterher „wieder Kränze niederlegen“, wenn es Millionen geworden seien, – keine Abwägung gelten lassen, einen dritten Weltkrieg (noch?) um jeden Preis verhindern zu wollen, könnte m.E. diese Welle an Hilfsbereitschaft abschwächen. – Privat gerate ich langsam in Vorbereitungsstress. Gregor ist ab heute tagelang weg, also hatte ich ein schlechtes Gewissen, Sonja allein zu lassen. Das hat sich gelöst. Ich muss Donnerstag Mittag losfahren. Es gilt noch einen Steckbrief zu erstellen; mich für ein besonders geliebtes Gedicht zu entscheiden (ich liebe so viele!); weiter in den Segeberger Briefen lesen, um eine Vorentscheidung zu treffen, zu welcher Gruppe ich tendiere. Mich spricht so viel an! Am liebsten würde ich von Gruppe zu Gruppe wandern.- Übrigens hat Jakob jetzt Corona. Er hat das bei uns gemeldet, ist aber so gereizt am Telefon und schwer zu verstehen, sodass es wenig Freude macht, Hilfe anzubieten. Übellaunigkeit als Symptom?

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Jetzt auch Jakob. Schlechte Laune als Begleiterscheinung hab ich noch nie gehört. Deine heilige Kuh werde ich nicht kritisieren und was die Beschimpfungen der Ukrainer betrifft, geht es mir ähnlich. Die Hilfsbereitschaft wird dadurch weniger, wenn sie eh nicht gewürdigt wird.

  2. Beate sagt:

    eigentlich ist es aber doch klar, dass die Ukrainer nicht nur begeistert sind, wenn das für ihre Haltung Entscheidende, „den Himmel zu schließen“ nicht passiert. Die latente Bedrohung, Tschernobyl oder die anderen AKWs hochzujagen, biologische Waffen einzusetzen und was sonst noch von russischer Seite sich als realistische Bedrohung konstelliert, wird zunehmend beunruhigend. Viele, die meisten, Flüchtlinge sind dankbar und haben eine große Wertschätzung für die Hilfe, die sie von den Europäern erfahren.

    • Heike sagt:

      Danke für diese Klarstellung! Die öffentlichen Wortführer transportieren leider ein ganz anderes Bild; die private Erfahrung spricht auch eine andere Sprache. Insofern rezipiere ich nur das, was mir als Laiin und Bürgerin begegegnet, ohne tiefer eingeweiht zu sein.

  3. Renate sagt:

    Dann hoffe ich dass es bei Jakob nur die Übellaunigkeit ist. In Andreas Klasse mussten zwei Studierende wegen der Coronafolgen aufhören. Von Gruppe zu Gruppe wandern, ganz Heike.

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