22-03-25-CoTaBu-Quarantäne- + coronamüde und waldsehnsüchtig

Ich schlafe ja in aller Regel gut, weiß es trotzdem zu schätzen. Das erste wieder: ein Test. Leider nochmal positiv. Wie schon einmal vor drei Tagen scheint der Positivstrich heute eindeutig blasser. Aber er ist noch da. Leider wieder mehr Halsweh, das war längst weg gewesen. Gestern habe ich wieder den halben Tag zusätzlich geschlafen. Abends bekam ich eine unbändige Sehnsucht, heute mal in einen Wald zu gehen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, wie ich hinkomme und ob mich jemand sieht, sondern hatte nur die Vorstellung, dort zu sein. Vielleicht in der Angerlohe? Ich würde so gerne riechen und einatmen, den Boden spüren unter den Füßen, Vögel zwitschern hören. Ich höre hier keinen. Ist da keiner? Oder höre ich nur keinen? Nachsehen, ob dort wieder der Blumenteppich ist, von dem Renate letztes Jahr schrieb. Gestern habe ich ein paar Seiten in John Lennons Prosa gelesen; wusste ja nicht, dass er ein origineller Zeichner und ein ebensolcher Sprachkünstler war. Die Übersetzer haben bei all den Sprachspielen ihre liebe Mühe. Ich bin sofort wieder eingeschlafen, es hat mich nicht gepackt. Mit dieser vollkommenen Unproduktivität habe ich ein Problem. Solch ein Stillstand ist mir unverzeihlich. Zwischendurch hatte ich verschiedentlich versucht, irgendetwas zu „erledigen“. Immer scheitert es am Digitalen. Der Rentenantrag…am Schluss auf Papier. Meine neuen Bankkarten aktivieren: Am Ende Fragen, die ich nicht verstehe. Irgendwo online ausweisen: Wo war das Papier, auf dem stand, wie es geht?-  Was tue ich nur, wenn ich jetzt langsam mal wieder in die Pötte will? – Das afrikanische Mädchen in Emilias Klasse. Ihr Verhalten erinnert mich an Kinder zu Beratungsstellenzeit. Die man hätte „retten“ wollen und die das Verhalten immer wieder reproduzieren, das zu ihrem Ausschluss führt. Misshandlung, Missbrauch.

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5 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Ich kann die Sehnsucht nach dem Wald ein bisschen nachvollziehen, wenn ich wahrscheinlich andere Sehnsüchte hätte. Der Wald läuft nicht weg und wird dich empfangen, wenn es soweit ist. Was ich nicht verstehe ist, dass du deinen Zustand unverzeihlich findest. Du bist krank und deshalb kannst du noch nicht produktiv sein. Das ist normal. Du hast es jetzt fast geschafft. Die Energie wird langsam zurück kommen.

  2. Renate sagt:

    In gehe für dich in die Angerlohe und mache Fotos, falls die Blumen schon blühen. Können alte Glaubenssätze nicht durch neue ersetzt werden? Du wirst in die Pötte kommen, wenn die Zeit dazu da ist.

    • Heike sagt:

      Sehr schwer! Dieser ist tief verinnerlicht und verwurzelt. Übrigens nicht nur in mir. Sehr viele Menschen kennen diese Dinge ja zum Beispiel in der Konfrontation mit dem Alter. Nicht, dass mir keinerlei Gegenmodell bekannt wäre…ich glaube, das muss ich euch nicht sagen. Ich freu mich auf Blümchen…

  3. Beate sagt:

    Deine Sehnsucht nach Wald teile ich. Wenn ich die Kraft zu einem längeren Spaziergang finde, fahre ich raus aufs Land. Schlimm an dem derzeitigen Zustand ist die Ungeduld, der Tatendrang, und andererseits der stets somnambule Zustand

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