Frührjahrsputz, Resturlaub

Heute schreibe ich mal vom Bett aus. Es ist der erste Tag meines Resturlaubs. Es macht mich glücklich, dass ich die Tage gestalten kann ganz ohne Pflichten. Hausarbeit haben wir weitgehend am Wochenende erledigt. Großer Frühjahrshausputz. Ich mit Leiter in der Wohnung alles geputzt, wo man normalerweise nicht hinkommt, während Hubert die Fenster gekärchert hat. Dann noch die Balkonböden und -möbel geschrubbt, die Pflanzen aus ihren Säcken befreit und beschnitten. Dazwischen viel geredet, eingekauft, SZ gelesen, geschlafen, gekocht und Musik gehört. Jetzt ist viel geschafft und die Wohnung strahlt.  Mein Vater musste seinen Urlaub früher abbrechen, weil erst er und dann seine Freundin an Corona erkrankten. Es ging ihm 2 Tage schlecht, jetzt schon wieder gut. Er geht ziemlich sorglos damit um, hatte den Schnell-Test erst gar nicht gemacht, weil er dachte, er hat sich bei einem Open Air Theater verkühlt. Verglichen mit eurer vorbildlichen Quarantäne, dauerndem Testen und Freitesten mit PCR ist er komplett blauäugig. Ich hab ihn ein wenig geschimpft.  Auch mit Maja telefoniert, deren Freundin in Hamburg sich Sorgen macht, dass ihr Sohn autistisch sein könnte, da er die wenigen Worte, die er schon gesprochen hat, wieder verlernt hat. Dank WhatsApp konnte ich ein Video von dem 2-jährigen Bub sehen, anhand dessen ich erst mal Entwarnung geben konnte, zum Glück. Mit Hubert viel über seine Eltern geredet. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass er so ungestört aus dieser Konstellation hervorgegangen ist. Es führt zu weit, das hier zu schreiben, es war alles andere als eine normale Kindheit. Gerade rief mich mein Hausarzt an. Ich kann morgen zum Blut abnehmen kommen. Ich möchte meine Leberwerte kontrollieren lassen, die vor 1/2 Jahr zu hoch waren. Wenn sie jetzt immer noch auffällig sind, kann es nicht am Alkohol liegen, den trink ich sei fast 4 Wochen nicht. Jetzt werde ich mich mal in die Senkrechte begeben und den Tag begrüßen.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Heides Neffe hatte das auch. Die Familie sagte, er würde „immer dümmer“, was er konnte verlernte er. Es war etwas anderes, aber auch eine Krankheit, die nie verging. Hab vergessen, wie sie hieß. – Nichts gegen deinen Vater, aber wenn man ansieht, wie z.B. bei uns das ganze Haus lahmgelegt ist durch einige Krankheitsfälle, wie es Menschen geht, die ohnehin immunschwach sind wie u.a. Leukämiekranke oder Organtransplantierte, die sich nie mehr von einer Infektion erholen, wäre es schön, der Sinn der Quarantäne dränge zu jedem durch.

  2. Beate sagt:

    Den Resturlaub für Frühjahrsputz zu nutzen ist eine prima Idee! Nur schade, dass es bald wieder schneien wird. Ich kenne eigentlich niemanden, dem die Gnade eines unbeschwerten Lebens zuteil wurde. Es klingt vielleicht platt, aber vielleicht ist es das Wichtigste, den Anforderungen mit einer gewissen Demut zu begegnen und darüber nicht bitter zu werden.

  3. Renate sagt:

    Ohne Pflichten, mit blitzsauberen Wohnung deinen Urlaub beginnen, ist etwas Herrliches. Für deinen Vater, der zur gefährdeten Generation gehört, wäre ein ernsthafter Umgang mit Tests mehr als nötig, nicht nur für ihn, auch zum Schutz anderer. Da wäre ich auch deutlich geworden. Hoffentlich sind deine Leberwerte wieder gut. Ich denke soviel trinkst du doch nicht, dass es gleich einen Ausschlag nach oben gibt.

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