3. Tag in Quarantäne

Ich muss sagen, ich mag meine Quarantäne. Kein mal hatte ich bisher den Impuls raus zu gehen noch hab ich mich beschränkt gefühlt. Das liegt zum Einen daran, dass ich bereits letzte Woche während meines Resturlaubs schon viel erledigt habe. Zum Anderen kauft Hubert täglich ein und der Kühlschrank ist mit allem gefüllt, was das Herz begehrt. Heute habe ich um 9 Uhr beim online Yogakurs mitgemacht, was von der körperlichen Verfassung her problemlos möglich war. Danach ausgiebig gefrühstückt unter anderem mit grünem Smoothie.  Außerdem mit Maja schön lange telefoniert, weil eine Therapiestunde bei ihr ausgefallen ist, und kurz mit Hubert. Mit verschiedenen Freunden Whatsapps ausgetauscht und einen Brief an Rolf geschrieben. Meine Nachbarin hat mir eine Liste von Büchern geschickt, die sie mir leihen kann und mir einige Tipps von Podcasts, Serien und Filmen weitergeleitet, die sie gemeinsam mit einer Gruppe von Frauen zusammengetragen hat. Unter anderem den Podcast „Ist das normal?“, in den ich kurz hineingehört habe. Ich war erstaunt, dass es sich um einen Sex-Podcast handelt, in dem Themen rund um Sexualität erörtert werden. Wenn es so etwas früher gegeben hätte, wären mir und vielen anderen Frauen ohne gute Aufklärung einige Probleme und Komplexe erspart geblieben. Ich fand es erstaunlich, wie selbstverständlich dort über sexuelle Mythen bis hin zu konkreten Übungsanleitungen zur Verbesserung der sexuellen Empfindung berichtet wird, ohne dass es peinlich oder blöd klingt. Nachmittags das Wohnzimmer gesaugt und Wäsche gewaschen und wieder etwas homeoffice gemacht. Am frühen Abend kommt Hubert nach Hause. Zusammen haben wir zu Abend gegessen, wieder diagonal am Tisch „wie in der Kantine“, meint Maja und jetzt geht wieder jeder seine eigenen Wege. Das eigene Zimmerchen, das ich in der Wohnung als Rückzugsort habe, ist Gold wert. Der Husten wird am Abend immer etwas mehr. Ansonsten habe ich fast keine Symptome, ich trau es mich kaum zu sagen. Ich bin gespannt, ob ich vom Gesundheitsamt irgendwann die Aufforderung bekomme, mich in Quarantäne zu begeben. Mit Hubert überlegt, ob wir die geplante Reise an den Gardasee stornieren für den Fall, dass er sich ansteckt, dann könnten wir ja nicht fahren. Aber wir gehen jetzt das Risiko ein, auf den Kosten sitzen zu bleiben, weil wir denken, er wird sich jetzt nicht mehr anstecken.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Was du beschreibst unterscheidet sich wahrlich von meinen Erfahrungen und der der anderen meiner Whatapp-Coronagruppe. Wohnung saugen, Wäsche waschen oder gar Yoga!!! Du klingst zufrieden und gut beschäftigt.Eine Therapiestunde bei Maja! Wer geht zu so einer jungen Frau?! Ich könnte es mir gerade so für Kinder oder Jugendliche vorstellen…? Interesante Tipps und Materialien bekommst du von deiner Nachbarin!

  2. Renate sagt:

    Wenn die Symptome nicht schlimm sind kann Quarantäne wie Urlaub zu Hause sein. Die Schnelligkeit des Gesundheitsamtes hat extrem nachgelassen. Ich hatte den Bescheid bereits am 4. Tag nach dem PCR Ergebnis. Das mit der Ansteckung ist wirklich so eine Sache.

  3. Beate sagt:

    Toll, wunderbar, wie Du von schlechter Laune und weiteren sehr unangenehmen Symptomen verschont geblieben bist! Auch über Sex in jedem Format zu lesen, hören wäre mir sehr fern gewesen., hat mich mein Gejapse nach Luft wegen Corona doch schon weidlich gefordert…

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