22-04-22-CoTaBu-Krisengespräch, Jour fixe mit Jakob, Wollkorb + Helga

Morgens verschlafen. Letztlich hat mich nicht Michael geweckt (Anrufe nicht gehört), sondern Gregor: immer noch positiv. Dann stand schon Michael hier, voll Sorge, ob mir was passiert ist. Schnell fertig gemacht zum Krisentermin. Dieser Essensterror musste vor die Pflegedienstleitung. Ausgezeichnetes, konstruktives Gespräch zu dritt: PalliativProtokoll als Ergänzung zur Patientenverfügung ist bereits fast fertig zur Unterschrift, der unseren und der des Arztes. Ab jetzt nur noch anbieten; keine Doku über was und wieviel, kein Wiegen mehr u.v.m.. Die jetzige Hauptschwester ist trotzdem ein kalter Mensch. Die leitende Schwester, unser Herzens- und Vertrauensmensch – das wurde uns unterm Siegel der Verschwiegenheit anvertraut – baut nur noch letzte Stunden ab, geht dann in Rente. Welcher Verlust! Damit gibt es keinen Grund mehr, eine Verlegung in den Pflegebereich hinauszuzögern, sobald ein Einzelzimmer frei wird. Anni erkennt das wunderschöne Zimmer ohnehin nicht als das ihre. Danach noch zusammen zu ihr gegangen. – Mit Jakob bei Neulinger gefrühstückt, das nach Renovierung wiedereröffnet wurde mit kleiner Combo draußen. Der Chef schenkte Sekt aus. Dann noch zum Japaner über die Straße gewechselt. Gepflegte Gespräche. Hinterher im Wollkorb T-ShirtKleid und Hose gekauft, dolle Qualität! Direkt zu Helga. Die Kollegin hörte unser Gespräch über meine Befindlichkeit; trug einen Tipp aus der Cosmopolitan bei: Es sei erwiesen, dass Sperma direkt über die Vagina aufs Hormonsystem gut gegen Depression wirke. Helgas halbes Leben gehört. Ich schätze mich glücklich, so köstlich und vertraulich in gelöster Atmosphäre behandelt und unterhalten zu werden, habe mich unter ihren Händen wieder pudelwohl gefühlt. – Nochmal zu Anni, dann bei Michael Haarschnitt vorgezeigt. Alle Wege frühlingsgemäß per Fahrrad. – Zu Hause hochinteressante, erschreckende Jahrhundertwetterlagen in Berlin und Neil Young gefernseht. Nach Leseexzessen die letzten Tagen heute dazu keine Zeit.

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Dein Bericht klingt beschwingt und wieder zuversichtlicher. Die Schwere ist auf dem Rückzug. Neue Frisur, gute Gespräche, Radeln und draußen sitzen läuten Frühling ein. Du konntest deine guten beruflichen Kompetenzen bei Anni einbringen, vielleicht wird es an dieser Front auch leichter.

  2. Renate sagt:

    Die Schwester die auch schon bei deiner Mutter war, geht. Dann ist zu hoffen, dass nicht nur kaltherzige Pflegerinnen dort arbeiten. Helga redet gern und viel, was mir letztlich zuviel wurde. Im Wollkorb gibt es tolle Sachen.

  3. Beate sagt:

    Wie gut, dass Anni Dich hat! Und dass Du Michael beistehen kannst in dieser Zeit, die ihn so aufreibt. Und du machst Sachen, wie im Wollkorb Neues kaufen, die mal ganz schnell ein wenig tröstlich sind.

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