Every brilliant thing

Das Fest gestern Abend war schöner als ich vorher dachte. Es fand in einem Landgasthof in Bergkirchen bei Dachau statt. Nach der Vorspeise ging die Gesellschaft von ungefähr 60 Gästen (viele ältere Menschen, aber auch Familien mit Kindern) in ein kleines Theater, wo ein Solostück von Duncan Macmillan aufgeführt wurde, das heißt „every brilliant thing“ . Es handelt von einem Jungen, dessen Mutter depressiv war und mehrere Suizidversuche beging. Der Junge hat der Mutter eine Liste geschrieben mit allem, wofür es sich lohnt zu leben. Die Liste wurde mit den Jahren immer länger, konnte aber nicht verhindern, dass die Mutter sich irgendwann erfolgreich umgebracht hat. Jedenfalls waren es diese Dinge, die auf der Liste standen, die den weiteren Abend bestimmt haben, so zum Beispiel die Auswahl des Essens. Auch die Farbe gelb stand auf der Liste, deshalb waren die meisten Gäste gelb angezogen. Im Verlauf des Abends wurden einige Songs aus dem Stück gespielt und gesungen, meist von dem Sohn der Gastgeberin, der ein guter Musiker ist und das sehr charmant gemacht hat. Von der Unterhaltung mit den Tischnachbarn war es für mich wieder etwas mühsam. Ich hatte nicht wirklich Lust, mich einzubringen und auf Smalltalk erst recht nicht. Außerdem war die Akustik recht anstrengend. Davon abgesehen war es aber ein schöner Abend. Heute etwas bematscht, auch leichte Harnwegsentzündung, trödele ich durch den Tag. Hab Pflanzen auf dem Balkon eingepflanzt, etwas geputzt und gebügelt und mit Maja telefoniert. Den Mittagsschlaf verkniffen, damit ich nachts besser schlafen kann. Nachher noch kurz zu den Nachbarn, bei denen ein Amselpaar auf dem Balkon nistet und von uns besichtigt werden soll und danach Kochen und Polizeiruf und schon ist das Wochenende rum. Ich könnte noch einen Tag länger vertragen.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Die Gestaltung dieser Feier klingt fantastisch und hätte mir sehr gefallen! Die Sache, bei diesen Riesenfesten mit irgendwem zusammengewürfelt zu werden ist für mich seit jeher eine Qual und Grund genug, meistens abzudanken. Das ist der Vorteil, wenn man ins Theater geht. Man hat was Tolles (evtl nicht ganz so?) und ist doch in Ruhe gelassen.

  2. Renate sagt:

    Feste mit vielen Menschen und entsprechender Lärmkulisse sind mir ein Graus. Lieber ein Treffen mit einer oder zwei Personen. Die Idee mit dem Theaterstück finde ich gut, wenn auch ein Suizid nicht gerade ein Partythema ist.

  3. Beate sagt:

    ..Suizid, kein Partythema- genau! wie schön wäre ein guter Ausgang gewesen, wenn sich der Junge so ins Zeug legt, die Mutter zu retten. Ein Abend mit Programm, das ist eine gute Gestaltung , gerade wenn sich die Leute am Tisch nicht kennen

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