Gebärdendolmetscherin und Suchtdruck

Die Arbeit für diese Woche ist getan. Gleich gehts ins Wochenende. Die Woche war patientenmäßig mal ganz gut, die Kinder sehr lieb und die Eltern dankbar und verständig. Dadurch bin ich nicht ganz so negativ und erschöpft. Einen sehr interessanten Termin hatte ich mit zwei gehörlosen Eltern, deren Kind nur eine leichte Hörminderung hat. Sie kamen mit Gebärdendolmetscherin. Es war so schön mit anzusehen, wie die Dolmetscherin meine Fragen und anderen Äußerungen in Gebärden übersetzt hat. Anders als wenn es ins Arabische übersetzt wird, konnte ich sehr gut erkennen, ob ihre Übersetzung stimmt. Ich hab mich hervorragend verstanden gefühlt. Das Kind ist erst 17 Monate alt und kommuniziert mit den Eltern in Gebärden und mit mir hat es ein bisschen lautsprachlich gesprochen. Super entwickeltes Kind und ein interessanter Fall. Gestern hatten wir eine Einladung zum Essen bei den Freunden, die uns immer zu sich einladen, weil der Mann eine chronische Darmerkrankung hat, so dass er nicht zu uns kommen kann. Ich hatte vorher nicht so Lust und wollte auf keinen Fall über Politik oder Krieg reden, was bei diesen Freunden schon des öfteren passiert ist. Es war dann ein richtig netter Abend mit persönlichen und auch mit leichten Themen. Da Hubert gefahren ist, konnte ich beim Wein zuschlagen, und dann gabs als Nachtisch noch die restlichen Lindt-Schokoladenkugeln von Ostern, worüber ich mich her gemacht habe. Wenn ich einmal anfange, setzt der Suchtdruck ein und ich kann kaum aufhören. Ich bereue es am nächsten Tag. Vom Wein hatte ich zudem heute früh Kopfweh. Aber was solls. Gleich fahren wir mal wieder nach Schliersee. Dort wird jetzt auch alles in voller Blüte stehen. Es wird ein ruhiges Wochenende. Sonntag um 11 Schreibgruppe und am späten Nachmittag hat Maja sich angekündigt. Sie will mal wieder mit mir Yoga machen und mit uns Abend essen. Ich freu mich jetzt auf alles, was ansteht.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Die Situation mit der Gebärdendolmetscherin kann ich mir lebhaft vorstellen; ein bisschen so habe ich mich in meiner Situation vorgestern mit der Ehepaar gefühlt. Höchste Aufmerksamkeit mit allen Sinnen. Ich fühle mich auch an „Jenseits der Stille erinnert“, was ich letzte Woche nach Jahrzehnten wieder gesehen habe.

  2. Beate sagt:

    Meine Nachbarn in der Wohnung nebenan haben das Thema Gebärdensprache, John ist gehörlos, Susi ist Lehrerin an einer Schule mit Gehörlosen. Sehr interessant sind die beiden Feste gewesen, auf denen ich eingeladen war. John ist ein sehr lebendiger und kreativer Mann, er hat im Ackermannbogen schon manchen Kurs gegeben. Die beiden haben mich in der Coronazeit bekocht und ich füttere den Hamster, wenn die Familie im Urlaub ist. Eine schöne Nachbarschaft

  3. Renate sagt:

    Ohne große Lust zu den Freunden gefahren, ohne große Lust auf das gelbe Geburtstagsfest gegangen, von beiden Einladungen warst du begeistert. Erwartungen die nicht eingetreten sind, besser unvoreingenommen zu sein. Wer hat das gesagt?

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