Größenwahn
Heute Nacht stand sehr lange ein Rettungswagen vor dem Haus. Mit Blaulicht. Ich hatte die Balkontüre weit offen und war seit den ersten Sirenentönen, mit denen er um die Ecke gebogen war, wach. Beunruhigt. Es ist ein paar Jahre her, als sie meinen Nachbarn über eine Art Leiter aus dem Zimmer über mir geholt haben. Er hatte einen Herzinfarkt. Keine Rettung. Auch wegen mir war schon zwei Mal ein Einsatz mit Blaulicht. Angina Pectoris, Gottseidank kein Infarkt, aber jedes Mal eine Woche Krankenhaus. Das Leben ist lebensgefährlich. Irgendwann mal schlief ich ein. Träumte, ich sitze im Flugzeug, Es ist gekapert. Sie wollen wie ich nach Brüssel, zum Europatag, die Terroristen, sie nehmen Kurs auf das Kommissionsgebäude. Sie stehen im Gang. Einer schaut mich an. ich sage zu ihm: „hallo, I’m one of the virgins, you will meet in heaven.“ Ich habe eine gefährliche Säure in der Hand, gieße sie über ihn und mich und der Innenraum des Flugzeugs lodert in Flammen auf. Heldin im Traum. Größenwahn. Unruhe beim Aufwachen. Habe als erstes das Altglas entsorgt. Dann Einkauf bei Rewe.
Ein Wahnsinnstraum! (One of the 72?) An Blaulicht darf ich gar nicht denken….sofort ist Simons letzter Tag vor Augen und dann natürlich Peters. Da flattert gleich das Herz. Auch selber schon zweimal drin gelegen; meine Geschichten „nur“ um Haaresbreite, bei den Beiden final. Es kann für uns alle jederzeit vorbei sein.
Trotz Todesangst sagst du diesen Satz. Irre!
Zweimal schon im Rettungswagen gelegen, und Heike auch, das wusste ich gar nicht. Ich hab noch keine Erfahrung damit gemacht. Ja, das Leben kann jederzeit vorbei sein.