Begegnungen als Meilensteine
Es ist wieder Sonntag. Oft in der Woche denke ich an euch und frage mich, wie es jeder von euch gehen mag. Nun bin ich heute die erste, die ihre Woche in den Blog tippt. Es gab zwei große Meilensteine in der Woche, alles andere kann vernachlässigt werden. Erstens das Treffen mit Sören am Donnerstag Abend im Stadtcafe. Wir waren zu Viert mit Maja. Sören hatte einen Tisch reserviert und Hubert und ich kamen als erste. Ich war so kaputt von meiner Arbeit, dass ich gar keine Kraft hatte aufgeregt zu sein. Als Sören mit Maja kam, ist er gleich auf Hubert zu gegangen, hat ihm die Hand geschüttelt, ihn freundlich angeschaut und mit Namen angesprochen. Das war schon mal ein guter Anfang. Wir haben dann ein bisschen überlegt, wie wir uns hinsetzen und saßen schließlich so, dass Hubert und ich nebeneinander und den beiden anderen gegenüber saßen. Das Gespräch ging dann sehr lebendig los. Alles mögliche war Thema. Zunächst haben die beiden Männer, die vom Alter nur 1 Jahr auseinander sind, sich gemeinsam erinnert, in welchen Locations sie in ihrer Jugend überall waren und wo sie sich theoretisch hätten begegnen können und welche gemeinsamen Bekannten es geben könnte (zwei gibt es auf jeden Fall). Hubert hat dann erzählt, dass er, als er mit 13 Jahren nach München gekommen ist, im Gymnasium der Kleinste war und keine Mädchen in der Schule waren, da er nicht gewusst hat, dass sein Vater ihn auf einem Jungengymnasium angemeldet hatte. Da meinte Sören, dass sowohl die Erfahrung der Kleinste zu sein und nur mit Jungs in der Schule bei ihm genauso gewesen war, das war schon mal ganz lustig. Bei Wein und kleinen Snacks ging es dann munter weiter über die jeweiligen Eltern, das Ausräumen von Urmilas Wohnung (Hubert hatte das gleiche Thema vor Jahren mit seiner stark rauchenden verstorbenen Mutter), über die kommende Hochzeit, was man anzieht, über die Kinder und so weiter. Sören war freundlich und interessiert zugewandt und selber sehr offen und nicht abgehoben. Maja und ich haben mitgeredet, aber die beiden hätten es theoretisch auch alleine gemeistert. Wir saßen über 3 Stunden zusammen und zum Abschied haben die beiden Männer sich umarmt. Wahnsinn. Besser hätte es nicht laufen können. Jetzt steht der Begegnung auf der Hochzeit nichts mehr im Weg. Puh. Der zweite Meilenstein war der Wochenend-Besuch meines Vaters mit seiner Freundin Marianne bei uns in Schliersee. Ich hatte aufgrund des Fotos gedacht, dass sie sehr ernst und vielleicht sogar etwas bitter und alt ist. Aber ich wurde wirklich überrascht, weil sie so jung, lebendig, lebensfroh und interessiert ist. Vom ersten Augenblick fand ich sie gut, ihren liebevoller Blick, ihre schöne tiefe Stimme und das ansteckende Kichern, insbesondere mit meinem Vater. Ich kann verstehen, dass er sich in sie verliebt hat. Freitag waren wir bei uns am Haus und haben selber gekocht und lange geredet. Samstag sind wir mit beiden um den Spitzingsee gelaufen und danach mit der Taubenstein-Gondelbahn auf den Berg hochgefahren, dort oben ein bisschen eingekehrt und später noch bei der Slyrs-Whisky Brennerei ein paar Mitbringsel gekauft. Abends aßen wir in einem Lokal am See und heute sind sie nach dem Frühstück aufgebrochen an den Bodensee. Jetzt sind wir wieder in München und ganz schön groggy. Obwohl der Besuch schön war, und wir am Nachmittag einige Zeit für uns hatten, ist es unterm Strich anstrengend. Aber das ist nun mal so. Es war eine gute Woche.
Deine Sorge war also unbegründet. Die beiden Männer haben gleich eine Linie und gemeinsame Gesprächsthemen gefunden. Dann steht einer entspannten Hochzeit nichts mehr im Wege. Ich habe auf WhatsApp schon geschrieben, dass ich deinen Vater und seine Freundin nicht erkannte. Peinlich! Ein schönes Wochenende war das.
Das sind ja phänomenale Nachrichten! Dein Vater mit Freundin ein wunderschöner Erlebnis, das mich richtig freut. Dass aber Sören sozusagen die Arme für Hubert ausgebreitet hat, das hätte ich so nie erwartet und es reißt mich vom Hocker. Macht mich froh für dich, Maja und die beiden. Wie erlösend, wie erleichternd!