Verschiedene Menschen treffen, Herbst, Hochzeitsthemen

Scheinbar bin ich heute die Erste, die in den Blog schreibt. Bei der Rückschau auf die Woche fällt auf, dass ich bzw. wir viele Menschen getroffen haben. An Allerheiligen waren wir mit einem betagten Ehepaar um die 80 zum Mittagessen im Freisinger Hof verabredet, bei dem der Mann so etwas wie ein Vaterersatz für Hubert ist. Dieser war ein einst guter Anwalt und gebildeter Mann, mit dem Hubert regelmäßige Treffen hatte, da er das Erbe des Vaters als Testamentsvollstreckers verwaltet hatte. Ich hab nie so ganz verstanden, warum er diese Funktion über Jahre inne hatte. Ich mag ihn schrecklich gerne, aber es lässt sich nicht mehr verheimlichen, dass er nur noch in Floskeln redet, viel zu viel Alkohol trinkt, fast nichts mehr isst, oft vor Rührung weint und seine 5 Jahre jüngere Frau versucht, alles zu kompensieren, indem sie sehr eloquent und gebildet redet und ihren Mann manchmal wie ein Kind rügt. Am Abend kam eine Freundin von Hubert, um zu reden. Sie hat sich in eine Frau verliebt und ihren Mann, mit dem sie 30 Jahre zusammen war und zwei erwachsene Söhne hat, verlassen. Die Frau, mit der sie jetzt nie gekannte sexuelle Erfahrungen macht, scheint aber ziemlich einen an der Waffel zu haben, umgangssprachlich ausgedrückt. Anja, so heißt Huberts Freundin, sieht das alles und hat zudem Sehnsucht nach der Geborgenheit ihrer Ehe, aber sie kann  und will jetzt nicht mehr zurück, der Ehemann würde sie sofort wieder nehmen. Am Donnerstag kam Luisa, mit der wir einen ganzen Abend nonstop quatschen können. Freitag traf ich Maja zum Kaffee und Shoppen in der Stadt, ohne etwas zu kaufen. Am Abend dann Peergruppe. Großes Hin und Her, weil Ariane so arg Migräne hatte, dass der Notarzt ihr einen Infusion setzen musste und sie schon morgens angekündigte, dass sie evt nicht dabei sein kann. Entgegen der Regel, dass wir uns entweder zur Viert oder gar nicht treffen, trafen wir uns zu Dritt bei Heike, die enorm viel Essen vorbereitet hatte, so dass sich der Tisch vor lauter Köstlichkeiten  bog. Entsprechend überessen hab ich mich. Herrlich in den gemütlichen Sesseln mit Freundinnen zu reden, das wollte ich mir durch Arianes Migräne nicht nehmen lassen. Gestern schließlich hat uns mein Cousin Timo mit seiner Frau Rosa besucht. Wir mögen uns und wohnen eigentlich nicht weit voneinander entfernt, er in Hallbergmoos, aber wir treffen uns normalerweise nur auf Familienfeiern. Da wir sie auch zu unserer Hochzeit eingeladen haben, nahm ich es zum Anlass, dass wir uns auch mal zu Viert treffen. Das Abendessen und der ganze Abend waren gelungen und geprägt von angeregten Gesprächen. Heute ist ziemlich die Luft raus. Um etwas die Sonne auszunutzen, radelten wir am Nachmittag in die Hypo-Kunsthalle, wo die Ausstellung „JR Cronicles“ gezeigt wurde. Sehr interessant, aber leider sehr überlaufen. Gleich noch Kochen, Tatort und früh ins Bett. Dann geht morgen die Woche wieder mit Linedance am Abend los. Das Herbstwetter macht mir widersprüchliche Gefühle. Auf die Kälte habe ich definitiv nicht viel Lust. Aber das Licht ist oft sehr schön und ich finde die Stimmung des Herbstes melancholisch schön. Thema Nr. 1 ist natürlich die bevorstehende Hochzeit. Ich habe jetzt alle Pensionen in Schliersee mal angeschrieben, um zu fragen, ob wir sie unseren Gästen als Übernachtungsmöglichkeit nennen können. Bisher hab ich zwei Absagen und eine Aussage, dass man für eine Nacht erst kurzfristig nachfragen kann, wenn die Wochengäste quasi schon gebucht haben. Unsere ToDo Liste für die Hochzeit ist darüber hinaus lang, aber wir haben auch noch viel Zeit, uns um alles zu kümmern: DJ, Blumen, Eheringe, Geburts- und Scheidungsurkunde beantragen, Menü besprechen, Kleidung kaufen, Tanzkurs absolvieren, und vieles mehr. Ihr werdet es mitbekommen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

4 Antworten

  1. Renate sagt:

    Soviele Kontakte in nur einer Woche, das wird mir schon beim Lesen zuviel. Witzig dein Satz mit einen an der Waffel… was kann diese Frau haben? Befremdlich die Aussage, dass der Ehemann sie zurücknehmen würde. Das jetzt nur noch das kommode Sonntagsprogramm kommt, mehr als verständlich

  2. Beate sagt:

    Ach, der Freisinger Hof! Da war ich früher oft mit meinen Eltern. Kann man da immer noch so gut essen? Mir tut es so leid, dass es mit dem Krainsberghof nicht klappt, aber das hatte ich schon befürchtet! ich habe Claudia geschrieben, als ihr Geburtstag vorbei war. Es gibt noch ein weiteres Landschulheim in der Umgebung, aber da gilt sicher die gleiche Regel. Ihr könnt so viele schöne Vorbereitungen treffen, da wäre es wünschenswert, wenn die Übernachtung der Gäste schnell geregelt werden kann! ich drücke die Daumen!

  3. Heike sagt:

    Da ich mit der zweiten Hälfte vertraut bin zur ersten: Die Beschreibung des alten Herrn und seiner alles kompensierenden Frau ist berührend. Die Tatsache, dass er von Rührung überwältigt wird kenne ich von Männern nach Schlaganfall oder hirnorganischer Veränderung. Bei ihnen fällt diese „Affektinkontinenz“ mehr auf, dem Rollenklischee widersprechend. Die Frau mit der neuen „Waffel-Freundin“ erinnert mich an Eva, mit der ich 2002 in USA war: Mutter von 6 Kindern entdeckt ihr Lesbischsein. Ich habe vor Monaten ihren Mann getroffen. Es hat weit über zehn Jahre gedauert, dass er halbwegs darüber wegkam – gerade auch, dass sie von nie gekannten Freuden sprach. Er hat jetzt eine Freundin, hat sich Eva aber auch lang zurück gewünscht.

Schreibe einen Kommentar zu Renate Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert