Gemütlich am Schliersee, Streit beim Tanzkurs und Kochen mit Sören als Heilung

Hubert wischt gerade die Wohnung, während ich auf dem Sofa sitze und schreibe. Seit mehreren Wochen müssen wir selber putzen, da wir unserer kubanischen Putzfrau gekündigt haben. Sie hat so schlecht geputzt und einen so unangenehmen Duft hinterlassen, gleichzeitig zu viel Putzmittel verbraucht und konnte immer nur spät nachmittags, dass wir es jetzt lieber eine Zeit lang selber machen, wobei „wir“ sich eher auf Hubert bezieht. Heute früh sind wir aus Schliersee zurück gekommen. Ich hatte eigentlich gedacht, wir können am Wochenende eine Schneewanderung machen, aber das Wetter war so ungemütlich, dass wir doch zu Hause geblieben sind. Einmal Sauna, zweimal Kochen, ein bisschen Tanzen üben. Musik hören und mögliche Stücke für den Hochzeitstanz auswählen. Außerdem haben wir angefangen die Einladung für die Hochzeit zu gestalten. Eben waren wir das letzte Mal bei unserem Tanzkurs. Dieses mal haben wir uns tatsächlich etwas gestritten, weil Hubert genervt war, dass ich die Schritte immer besser weiß (was auch stimmt) und ihn auf eine doofe Art darauf hinweise. Wir konnten drüber sprechen, wenngleich die Stimmung etwas gelitten hat. Die Kritik ist mir nicht unbekannt gewesen, kannte ich auch von Tanzkursen mit Sören. Bei Sören war ich am Mittwochmittag. Wir haben zusammen gekocht und dann mit Maja gegessen, die immer Mittwochs in seinen Praxisräumen arbeitet und bei ihm Mittag isst. Das gemeinsame Kochen hat mir Spaß gemacht, wobei ich gemerkt habe, dass Sören auch älter und etwas umständlicher und schusseliger wird und sich beim Kochen kaum unterhalten kann, weil er jede Minute ins Rezept schauen muss. Trotzdem habe ich es genossen, so friedlich mit ihm Hand in Hand zu arbeiten. Das ist für mich mit einer Heilung vergleichbar. Für Hubert ist es etwas befremdlich, dass ich mit Sören zusammen koche, aber zum Glück sagt er nicht, dass er was dagegen hat. Die Woche ansonsten war ohne besondere Vorkommnisse. Nächste Woche arbeite ich nur Montag und Dienstag. Am Donnerstag fahren wir für zwei Tage nach Salzburg, Resturlaub abbauen und nach Dirndl Ausschau halten. In Salzburg war ich noch nie.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Euch geht es im Tanzkurs wie den meisten, von denen ich höre! Statt dem Glück entgegen zu tanzen gibt es Spannungen – herrlich! Dass du Sören beim Altern zusehen kannst, wenn ihm in der Küche Multitasking misslingt, das ist anrührend. Dass ihr keine Putzhilfe braucht, wenn Hubert gut und gerne putzt und es ihm nicht wie verlorene Zeit zu sein scheint, glaube ich sofort. Wenn man nicht selber zu faul dazu ist – warum nicht? Ich muss leider auch mit Ursula am Samstag Abend um 17:00 zurechtkommen.

  2. Renate sagt:

    Tanzen birgt anscheinend auch ein gewisses Konfliktpotenzial. Beziehung ist in jeder Hinsicht nicht leicht. Dein Exmann scheint nicht multitaskingfähig zu sein. Kochen und reden war schon zuviel. Lustig!

  3. Beate sagt:

    Dass Ihr der Putzfrau gekündigt habt, war wohl eine sehr gute Entscheidung. Sie hätte es auch nach nachdrücklichen Wünschen Eurerseits nicht besser hinbekommen. Was Du von Sören am Herd beschreibst, kenne ich auch. Walter kocht sehr gut, aber er ist stets so voll auf das Rezept und die einzelnen Kochschritte konzentriert, dass er, der ohnehin sehr wortkarg ist, sich höchst gestört fühlt, wenn ich neben ihm zu plaudern anfange.

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