Erdbebenkatastrophe und luxuriöses Einkaufen im Gewandhaus

Es ist heute erst Samstag, aber ich fange schon mal an, zu schreiben. Der Anfang der Woche ist gefühlt schon eine Ewigkeit her. Linedance fand am Montag das letzte Mal vor den Semesterferien statt. Der nächste Kurs geht im März los. Ich habe mich schon angemeldet. Die Frau, mit der ich mich ein wenig angefreundet habe, macht auch weiter. Dienstag erfuhr ich von dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien. Das unvorstellbare Leid der Menschen, die ihr Leben oder ihre Liebsten dort verloren haben, macht mich fassungslos. Gleichzeitig macht es mir bewusst, wie privilegiert mein Leben auf dieser Welt ist. Dieser Kontrast könnte nicht größer sein. Die Bilder aus den Fernsehnachrichten und Extrasendungen überschatten den Rest der Woche, welche mein aktuelles Luxusleben widerspiegelt. Denn Mittwoch schon fing meine freie Woche an, die ich aufgrund von Resturlaub nehmen musste. Hubert hat sich auch frei genommen und so sind wir am Donnerstag mit dem Zug nach Salzburg gefahren und haben uns in einem kleinen Hotel für zwei Tage eingemietet, das zwischen Bahnhof und Altstadt liegt. Salzburg empfing uns mit eisig kaltem Wetter, knallblauem Himmel und Sonnenschein, so dass manch einer sogar draußen vorm Cafe saß. Wir hatten die Mission, uns nach Trachten für unsere Hochzeit umzuschauen. Am Donnerstag sind wir nach dem Einchecken, das heutzutage online und ganz ohne Rezeption vonstatten geht, gleich in die Getreidegasse spaziert und sind durch die vielen Trachtengeschäfte gezogen. Ich hatte ein paar Kleider an, war aber überhaupt nicht überzeugt. Ehrlich gesagt dachte ich, was für eine Schnapsidee in Tracht zu heiraten, wo ich mir darin immer verkleidet vorkomme. Hubert hat gleich im ersten Geschäft einen Anzug angehabt, mit dem er sofort hätte losgehen können. Ihm stehen solche Klamotten richtig gut, aber er hat noch nicht zugeschlagen. Am zweiten Tag fuhren wir, Alexandras Rat folgend, mit dem Bus zum Gewandhaus von Gössl, was von außen wie ein Schloss aussieht, extrem luxuriös und edel. Wir verbrachten 2 1/2 Stunden dort und am Ende hatten wir nicht nur einen perfekt schönen Anzug für Hubert, sondern auch ein sehr hübsches Dirndl für mich, in dem ich mich passend angezogen fühle. Ich habe noch nie in einem so exklusivem Ambiente eingekauft und auch noch nie so viel Geld für Kleidung ausgegeben. Da noch ein paar kleine Änderungen gemacht werden müssen, haben wir alles dort gelassen und werden es bald abholen. Danach war ich echt geschafft, aber sehr erleichtert, dass dieser Meilenstein geschafft ist. Am Nachmittag ins Museum der Moderne, welches auf dem Mönchsberg liegt und über einen Aufzug erreichbar ist. Oben herrliche Aussicht über die ganze Stadt. Die ausgestellten Künstler sehr modern und sehenswert. Heute früh auf Mozarts Spuren besuchten wir sein Geburtshaus, das heute ein Museum ist. Dann noch ein paar Mitbringsel besorgt, u.a. natürlich die obligatorischen Mozartkugeln. Um 13 Uhr fuhr unser Zug zurück nach München. Jetzt haben wir schon alles ausgepackt und waren Lebensmittel einkaufen. Abends kommt Luisa zu Besuch und wir kochen chinesisch und trinken zur Feier der erstandenen Hochzeitsgewänder ein Glas Wein. Der erste in diesem Jahr. Obwohl wir nur 2 Tage weg waren, kam es mir viel länger vor, wie ein kleiner Urlaub. Salzburg möchte ich noch mal bei wärmeren Temperaturen besuchen.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Zur erfolgreichen Mission seid ihr zu beglückwünschen! Euer Salzburgaufenthalt klingt gelungen. Da du nicht von entsetzlichen Menschenmassen schreibst scheint es eine gute Wahl gewesen zu sein, bei eiskalter Witterung angereist zu sein. – Dass du vom Erdbeben schreibst, von dem ich kein Wort geschrieben habe, beschämt mich. Ich habe mich nur um mich selber gedreht. Unvorstellbar, eine Katastrophe entsetzlichen Ausmaßes! Mich nervt aber unsäglich, dass schon wieder gleich nach „Schuldigen“ Ausschau gehalten wird!!!

  2. Beate sagt:

    Das war ja ein Fest für sich, dieser Kauf im edlen Gwandhaus! Herzliche Gratulation, und ein wichtiger Baustein fürs Hochzeitsfest ist geschaffen!
    Ich schaue auch immer wieder die Nachrichten und bin erschüttert, in welches Leid die vielen Menschen gestürzt sind. Das Einzige, was ich machen kann, ist spenden. Wie gut, dass auch ich seit geraumer Zeit online Banking machen kann…

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