Aus London zurück und dann die Berlinfahrt versemmelt

Sechs Tage in London. Mit Janni, einer Pubertierenden an meiner Seite, die morgens erst mal schlecht gelaunt ist und nicht reden will. Auch Sirena war damals 15 Jahre alt, auch Alina, als ich mit den Töchtern die letzten Male in London war. Und wie sehr hat sich das Stadtbild verändert!  Vor St. Paul’s habe ich einen großen Platz in Erinnerung. Als ich mit Sirena vor ca. 25 Jahren da war, war er leer, als ich mit Alina vor acht Jahren da war, war er mit Zelten voll, viele Leute demonstrierten (wogegen? ich kann mich nicht mehr erinnern). Diesmal war der Platz weitgehend zugebaut. So ist das in allen Städten, sie werden an manchen Ecken zugebaut, doch dass es diesen großen freien Platz nicht mehr gibt, ist sehr schade. Er hatte der Kathedrale gut gestanden.

Janni war sehr an touristischen Sehenswürdigkeiten interessiert. Sie wollte unbedingt mit dem London Eye fahren. Als ich früher mit Alina davor stand, wollten wir beide gerne auf die Sicht aus der Gondel verzichten und gingen lieber in die Tate Modern, wo wir eine sensationell tolle Ausstellung von Richter sahen. In die Tate gingen diesmal auch Janni und ich und sahen uns die Skulpturen einer tschechischen Künstlerin an, die die Zerbrechlichkeit menschlicher sozialer Kontakte darstellten.Eine Sensation war das Musical „König der Löwen“, sehr schön wieder das Viktoria and Albert Museum mit seinen Skulpturen und Abteilungen, in denen Kunst aus allen Kontinenten der Erde gezeigt wird (viel interessanter präsentiert als in unserem Museum fünf Kontinente).

Heute war ich dann nach längerer Krankheit und Urlaub wieder in der Landeszentrale. Barbara, meine Kollegin, die mit mir in einem Zimmer sitzt, war auch da. Sie hatte ihren Hund Joschi dabei. Joschi begrüßte mich, er  kennt mich schon! Es war ein gemütlicher Tag, an dem ich mich allerdings auch recht ärgern musste. Ein Kollege hatte mir die Organisation meiner Berlinreise abgenommen, als ich krank war Aus Arroganz hat  er kläglich versagt: Er hätte der Lehrerin helfen sollen, eine Unterkunft zu finden. Auf den Gedanken kam er leider nicht, kommentierte nur ihre E-Mail, Berlin sei aufgrund einer Messe ausgebucht, mit Kopfschütteln und der Bemerkung, es hätte durchaus Möglichkeiten gegeben, was zu finden. Keine Unterkunft, kein Lernort. Grummelnd habe ich ihm geschrieben, er solle in der Zukunft Lehrer an die Hand nehmen und ihnen helfen, wenn an so einer Stelle das Format zu platzen droht. Und dass nun einige Freiberufler, die sich stets auf uns verlassen konnten, Verdienstausfall haben, sehr ärgerlich. Ich war froh, es so formuliert zu haben, ihm überhaupt geschrieben zu haben, anstatt über ihn bei Barbara zu lästern. Ich merke, dass ich noch viel zu sehr mit meiner Arbeit verbandelt bin. Was war ich auf der Palme…

 

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Dass du „noch“ mit deiner Arbeit verbandelt bist, dich daher kräftig aufregen musst ist verständlich, zumal du ja noch mittendrin bist! Ich verstehe, wie’s nervt. Deine Londonkenntnisse führen mir überdeutlich vor Augen, wie seßhaft ich bin. Alle meine Reisen sind im Buch viel schöner. Die Füße tun nicht weh. es ist nie zu heiß oder zu kalt, zu voll oder verbaut, sondern immer so, wie es in Wirklichkeit nie war. Und stimmt: Münchens 5-Kontinente helfen da wenig weiter, sie fördern thematische Orientierungslosigkeit.

  2. Heike sagt:

    Sorry, ich merke gerade, wie ausgiebig ich über mich schreibe, statt dir zu feedbacken….

  3. Ines sagt:

    Scheinbar fährt man in deiner Familie mit dir nach London, wenn man 15 Jahre alt wird. Klingt wie ein Initiationsritual. Deine Vergleich sind auch sehr interessant. Auch dieses mal hattet ihr eine gelungene Reise.

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