Kurzer Infekt und Besuch meiner Schwester
Die Woche begann mit einem Infekt. Schon am Montag fühlte ich mich krank, Halsweh und allgemeines Unwohlsein. Am Dienstag meldete ich mich krank, weil noch Kopf- und Gliederschmerzen hinzu kamen. Erstaunlicherweise hat der Tag im Bett zu einer schnellen Gesundung geführt, so dass ich am Mittwoch wieder so fit war, dass ich zum Frisör und zur Nachkontrolle zum Zahnarzt gehen konnte und am Donnerstag wieder zur Arbeit. Nur leider hat das Liegen mir Rückenschmerzen verursacht, die mehrere Tage anhielten und mich wie eine alte Frau haben gehen und bewegen lassen. Meine Schwester kam am Freitag mit dem Zug am Bahnhof an. Ich holte sich ab, war eine Stunde zu früh, weil ich mich verguckt hatte, was blöd war, weil ich in der Arbeit alles hatte stehen und liegen lassen, um rechtzeitig zum Bahnhof zu eilen. Heute, Montag, hat Hubert sie morgens zum Bahnhof gebracht. Das Wochenende war unterm Strich schön und harmonisch. Wir haben ununterbrochen die Zeit gemeinsam gestaltet. Petra hatte nicht das Bedürfnis, sich mal zurück zu ziehen oder etwas alleine zu machen und ich hab es auch nicht vorgeschlagen. Deshalb bin ich jetzt überfällig, mal wieder Zeit für mich zu haben. Ich hab meine Schwester inzwischen lieb und es liegt auch nicht an ihr, aber Besuch für fast drei Tage ist irgendwann anstrengend. Hubert war die ganze Zeit dabei. Freitag haben wir gekocht und uns lange unterhalten. Am Samstag waren wir nach dem Markteinkauf in der Stadt, um die Ausstellung Flowers forever anzuschauen. Aber die Schlange vor dem Eingang war abschreckend lang und wurde auch nach einer Stunde spazieren gehen nicht kürzer, so dass wir darauf verzichteten. Statt dessen machten wir eine kleine Stadtführung und waren in der Fotoausstellung von Inge Morath im Kunstforum der Bayrischen Versicherungskammer. Sehr beeindruckende Fotos, auch ein besonderes Leben, das sie geführt hat (sie war die zweite Frau von Arthur Miller nach Marilyn Monroe und hat unglaublich viel Schauspieler, Künstler etc fotografiert). Zwischendurch im Cafe Richart am Viktualienmarkt Kuchen gemampft und uns aufgewärmt. Abends waren wir bayrisch essen im Wirtshaus in der Au am Mariahilfplatz und danach ewig noch wach und plaudernd im Wohnzimmer, haben Musik gehört und auch etwas getanzt. Am Sonntag nach dem Frühstück zum Starnberger See gefahren, zunächst ins Buchheim Museum. Eigentlich wollten wir nach der Besichtigung noch etwas wandern, aber es war Schneegestöber und entschieden zu kalt, um zu wandern. Den Rest des Sonntags Zeitung gelesen, die Einladung für die Hochzeit noch mal überarbeitet und gekocht. Ich hab jede Nacht schlecht geschlafen und fühle mich körperlich erschöpft und nicht ganz gesund. Hinzu kommen aktuell wieder die Wechseljahrsbeschwerden, die jetzt erst so richtig losgehen. Alles Vorherige war harmlos. Mit Petra geht es mir jetzt besser als früher. Sie nervt mich nicht mehr und ich kann besser mit ihr reden. Sie liebt mich sehr und ist froh, wenn ich glücklich bin. Während der Ehe mit Sören war die Beziehung zu ihr sehr gestört. Sören hat jeden aus meiner Familie vor den Kopf gestoßen. Einiges davon wurde bei unseren abendlichen Gesprächen noch einmal thematisiert. Dennoch bin ich froh, dass sie jetzt wieder weg ist. Heute geh ich früh ins Bett.
Die kleinen Einschränkungen deuten sich schon an, als du schreibst: „unterm Strich.“ Besuch rund um die Uhr – gerade wenn keinerlei Rückzugsbedürfnis besteht – das sagtest du schon an anderer Stelle, ist nicht nur für dich anstrengend. Sie ist glücklich, wenn du glücklich bist. Also ist das deine Hauptaufgabe. Vielleicht hat das Dabeisein von Hubert das Ganze leichter gemacht? Insgesamt buntes Programm. Ich erfahre also, dass die Blumenausstellung also nicht nur an meinem billigen Dienstag übervoll war. Und angeschlagen wie so viele jetzt – ich auch.
Wie gut ich dich verstehe. Zusammen verreisen ist dann noch etwas anderes, als einige Tage in der Wohnung zusammenzusein. Glück gehabt, dass dir ein Tag im Bett gereicht hat. Linda geht es noch nicht besser und meine Freundin hustet ganz schlimm. Ja, die Wechseljahrsbeschwerden können heftig werden, die Hitzewallungen anstrengend.
Wohl jeder Besuch, auch der von den liebsten Menschen, geht doch auf die Nerven, wenn er länger als drei Tage bleibt! Doch wie schön, dass Du eine Schwester hast (sage ich Einzelkind…) und dass es anscheinend nach einer nicht so einträchtigen Zeit ein paar entspanntere Tage diesmal gab! Sei froh, dass deine Erkältung nach einem Tag schon vorbei war! Meine dauerte drei Wochen und ich spüre heute noch, dass ich nicht richtig wohlauf bin!