Corona, Blumendekoration, Luisa und beglückendes Telefonat mit dem Sohn
Heute bin ich die Letzte, die schreibt. Es ist jedes mal interessant, wie jede von uns ihren Alltag verlebt. Was war bei mir? Am Montag, als ich vom Linedance kam, hatte ich Streit mit Hubert, weil ich einen Termin von ihm vergessen hatte und er das Gefühl hat, ich merke mir nicht, was ihn und seine Arbeit betrifft. Ich fand die Kritik zwar nicht ganz unberechtigt, aber konnte nicht nachvollziehen, dass er darüber so schlechte Laune bekam. Rückblickend hatte er da schon den Coronavirus in sich und ich schiebe seine Überreaktion auf erste Anzeichen. Am Mittwoch nämlich war er dann erkältet und der Coronatest, den er mittags in der Arbeit gemacht hatte, eindeutig positiv. Morgens waren wir noch beim Standesamt (nach wie vor in schlechter Stimmung), um die Hochzeit mit allen Formalitäten anzumelden. Das war ein Akt von 10 Minuten. Danach fuhr er in die Arbeit und ich war froh, dass ich meinen freien Mittwoch allein verbringen konnte. Aber mittags rief er an und kündigte sein Kommen an, denn mit positivem Coronatest konnte er schlecht im Büro bleiben. Zum Glück haben wir uns dann wieder vertragen und konnten die Tage zwar mit körperlicher Distanz aber mit viel Sprechen gut nutzen. Heute ist das Testergebnis wieder negativ. Eigentlich wollten wir am Wochenende nach Schliersee fahren. Wir hatten in Miesbach am Samstag einen Termin in einem Blumenladen, der uns für die Blumendeko und den Brautstrauß etc empfohlen wurde. Da wir wegen Corona in München geblieben sind, fand das Beratungsgespräch mit der Chefin des Blumenladens per Zoom-Meeting statt, Hubert und ich jeweils vor unseren eigenen Laptops. Wie auch bei allem anderen, kann man für die Blumendeko richtig viel Geld ausgeben. Ich versuche immer zu sagen, dass ich das Ganze etwas bescheiden haben will, aber am Ende lass ich mich doch zu recht viel zusätzlichem Krams überreden. Freitagabend kam auch Luisa mal wieder zu Besuch, die ihre Innsbrucker Wohnung ihrer Mutter und deren Freund überlassen hat, die dort eine Fortbildung hatte. Mit Luisa ist es jedes mal sehr interessant zu sprechen, sie ist noch sehr auf der Suche nach dem Leben, das sie führen möchte und gibt uns einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt. Gestern hatte ich zum zweiten mal ein sehr lebendiges Telefonat mit Jaron, das mich auch jetzt noch ganz glücklich macht. Früher war er so einsilbig, hat am Telefon nie von sich aus etwas erzählt oder gefragt und man musste ihm alles aus der Nase ziehen. Jetzt war es bereits das zweite mal, dass er richtig viel erzählt und sich auch mehr für mein Leben interessiert hat. Es kommt mir vor, als hätte er einen großen Entwicklungsschritt gemacht. Vielleicht konnte er irgendetwas in sich lösen.
Nach unserem Telefonat bleibt mir nur ein Staunen, wie selten einer von euch schlechte Laune hat oder gekränkt ist – auch das will ja geübt sein! Dass mit Jaron solch gelöste Gesprächsatmosphäre entsteht klingt wirklich neu – welche Umstände das wohl begünstigen? Dein freier Mittwoch – Synonym für kostbare Zeit ganz für dich, die (auch) du brauchst und auf die du nicht ohne Weiteres verzichten kannst. Sehr verständlich!