Freizeitaktivitäten
Dass ich auf der Zielgeraden in die Rente zusteuere bedingt sehr gemischte Gefühlszustände, manchmal schlechte Laune gepaart mit Unruhe. Mehr als zwei volle Jahrzehnte sind es auf die ich zurückblicke und die letzten Jahre waren die besten, unter KollegInnen, die meine Kinder sein hätten können. Ich habe mich nicht als „die Alte“ gefühlt unter ihnen, das war mir immer wichtig.
Am Anfang der Woche war ich zwei Mal im Kino , nach spontanen Entscheidungen. (das Monopol erreiche ich innerhalb von zehn Minuten). Der Film „Nostalgia“ interessierte mich, weil er in Neapel stattfindet. Eine Frau kam mit einem winzig kleinen Dackel in der Einkaufstasche in den Saal und fragte, ob die Anwesenden was dagegen hätten, wenn sie ihren Hund dabei hat? Niemand war dagegen, also kaufte sie sich eine Karte und setzte sich an einen Platz am äußeren Rand. Nach der Vorstellung empörte sich eine Frau an der Kasse, der Hund habe unerträglich gefurzt und gestunken, sie redete so massiv auf den offensichtlich neuen Mitarbeiter des Kinos ein, dass ich mich einmischte, Die Frau habe höflich um Erlaubnis gebeten, warum diese Empörung und sie habe ja offensichtlich das Kino nicht wegen Übelkeit verlassen müssen und überhaupt, woher sie wüßte, das es nicht ein Mensch gewesen sei…mir tat die Hundebesitzerin einfach leid, vor allem aber provozierte mich der keifende aggressive Tonfall der sich Beklagenden. Im zweiten Film „Die Geschichte einer Familie“ spielte die großartige Anna Maria Mühe die Hauptrolle. Er ist sehr sehenswert!
Am Freitag wollten wir zum Boulen in den Hofgarten gehen. „Wir“, das ist ist eine Gruppe, die Katharina vor Kurzem gegründet hat, um zusammen zu spielen (ich habe schon mal darüber geschrieben). Es regnete, also war ein Spieleabend in Katharinas Wohnung angesagt. Ansonsten genieße ich es sehr, dass es manchmal am Tag regnet. Früher war ich Sonnenanbeterin, es konnte nicht heiß und sonnig genug sein, das hat sich merklich geändert.
Gestern Abend war ein schönes Konzert in Gauting geboten: Meine Schulfreundin Doris spielt in einem Ensemble, das Renaissancemusik aus Spanien und England darbot, mit mittelalterlichen Instrumenten und wunderbaren Stimmen ein echter Kunstgenuss! Doris fragte mich, ob ich danach mit zum Italiener gehen mag , dort saßen alle bis Mitternacht zusammen und schließlich nahm ich drei Münchnerinnen samt ihren großen Instrumenten mit nach Hause.
Gestern hatte ich einen sehr aktiven Tag: Sirena und ich brachen
Deine gemischten Gefühle kann ich, wie du dir denken kannst, sehr gut nachempfinden. Die Spielgruppe nimmt Fahrt auf; aus der Ferne wirkt es, als jage ein Spieleabend den nächsten. Katharinas Gruppenelan!! Mein Geburtstag – ohne „sowas“ – hat mich diesmal frustriert. Es gibt übrigtens keinen Grund, einen Umtrunk mit schlechtem Gewissen nach Stunden zu verlassen. Und: noch eine Hundegeschichte!
A.M. Mühe im Rollstuhl, das ist der Film, von dem du begeistert bist? Ich kenne inzwischen einige Frauen, die von der Sonnenanbeterin zur Schattenliebhaberin geworden sind. Früher hatte ich einige LPs mit Renaissancemusik, die ich sehr mag. Spieleabende sind anscheinend sehr in.