Bewegte Zeiten im Endspurt

Seit ich weiß, dass ich nur noch wenige Tage in der Landeszentrale verbringen werde, gehe ich besonders gerne hin. Es gibt nicht mehr viel zu tun und doch bin ich noch gut beschäftigt mit dem Ordnen für den Nachfolger, der sich mir noch nicht vorgestellt hat. Am Mittwoch war ich ein letztes Mal im Finanzministerium in Nürnberg. Davor große Aufregung, weil Monika es erst auf den letzten Drücker geschafft hat, meinen Dienstreiseantrag zu zeichnen. Monika ist dauernd in Herrenchiemsee und mit der neuen Ausstellung beschäftigt, die sie nahezu alleine auf die Beine stellt, ein großes Projekt, das vom Bundespräsidenten eröffnet wird. Und schon mopst es mich, dass ich nicht mehr dabei bin, denn im  August ist das  Team für die Ausstellungsbegleitung im Kloster untergebracht.  Jedenfalls : Keine Zeichnung, keine Fahrkarte. Am Dienstagabend hatte ich sie dann endlich. Mittwoch um 718h ging mein Zug.Dass ich bald der Verwaltungsmaschine entkomme, bedeutet eine immense Erleichterung. Als ich wieder in München war, hatte ich spontan Lust, meinen letzten Lernort in Bayern zu feiern. Ich ging ins Salve, aß eine große Portion Spaghetti und trank zwei Gläser kühlen Weißweins. Zuhause angekommen, legte ich mich ins Bett uns schlief sofort ein.

Walter lud mich zu sich ein. Mal ein Abend, an dem er nicht zum Tanzen geht, dachte ich bei mir. Wir machten am Freitag einen langen Abendspaziergang im Nymphenburger Park, danach gingen wir zu ihm. Er wohnt in einem wunderschönen, sehr in die Jahre gekommenen Haus mit einem großen Garten mit imposantem Baumbestand. Alles ist gut gepflegt, dafür sorgt er penibel, hat aber auch Hilfe von einem Mitbewohner, der mit seiner Familie in einem anderen Teil des Hauses wohnt. Es gibt eine größere Wohnung mit riesigen Dachterrasse, in die ich schon zweimal einziehen wollte, aber das war mir jedes Mal verwehrt. Heute bin ich froh darüber, ich weiß meine (daneben sterile) Wohnung sehr zu schätzen. Aber es war herrlich, im Garten zu sitzen, zu essen und zu ratschen. Es gab auch andere Zeiten, aber derzeit verstehen wir uns prima.Als ich nach Mitternacht in die Strassenbahn stieg, war sie voll mit lauter Teenies, die sich lautstark unterhielten.

Der definitiv letzte Lernort ist in Brüssel, mit einer Klasse von einem Gymnasium aus  Rosenheim, die zufällig im gleichen Hotel gebucht hat, in dem auch ich untergebracht bin. Um diesen Termin rum hat sich für mich Begleitung angemeldet: Sirena für drei Tage, die sich das Europaviertel anschauen will,  Maren samt ihrer Mitbewohnerin Susanne, die aus Hannover zu uns stoßen und eine Woche bleiben. Wir sind in Brüssel, Brügge und Gent unterwegs. Wenn die beiden abgereist sind, werde ich noch nach Waterloo fahren, dann zwei Tage Lernort, danach kommt noch Susanne aus Düsseldorf. Ich werde Sirena und meinen Freundinnen eine kundige Reisführerin sein, darauf freue ich mich schon sehr.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Dann ist es heute Brüssel, wohin du dich verabschiedet hast? Wie muss dir nur zumute sein, dass du deinen Nachfolger gar nicht kennst? Dann fällt mir ein, dass es mir in meinem Fall nicht das geringste genützt hat. Wie anders dein Berufsleben als das meine! Dass du eine kundige Reiseführerin sein wirst glaube ich, denk aber daran wie du mir mal versucht hast, die beiden Straßen Theatiner und Ludwig zu erklären. Das kannte ich auch von Rike oder meiner Mutter: beim einen Ohr rein, beim anderen raus. Deine Uraltfreundschaft: so viel wert! Aus allem spricht Schwung, beinahe Euphorie!

  2. Ines sagt:

    Genieße die letzten Arbeitstätigkeiten. Schön, dass die Arbeit dir bis zum Schluss gefällt. Nach Brüssel, Brügge und Gent möchte ich auch einmal reisen. Welch ein Luxus, wie dein männlicher Freund Walter, in München in einem Haus mit Garten zu wohnen. Das kann man sich heutzutage nicht mehr leisten.

  3. Renate sagt:

    Ein Restaurantbesuch alleine, hat was. Dein Freund hat sein Haus in meiner Nähe, dachte er muss raus. Die Gärten in dieser Gegend sind riesig. Brüssel und Brügge sind ganz wunderbare Städte. Eine schöne Sache mit deinen Freundinnen dort zu sein.

Schreibe einen Kommentar zu Heike Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert