23-07-16-Gästewechsel – Großereignisse wie Sonja, 2. Chor und Schwimmsaison – „Über Menschen“

Am Montag Abschied von Elke und Helfried. – Donnerstag Anreise Jakob und Anna. Jakob macht als Trauzeuge für einen Freund innerhalb kürzester Zeit den Weg hierher zum zweitenmal.

Großereignisse dieser Woche: letzter Chor für dieses Semester. An meine laute Altpartnerin habe ich mich gewöhnt und bin wieder angemeldet. – Erlösendes, angenehmes Treffen mit Sonja beim Großwirt! – Seit Montag gehe ich in einen zweiten Chor. Ari Mog hatte ich schonmal erprobt wie berichtet. Jetzt Trafo Neuhausen, ein kleiner Nachfolgechor von dem in der Korbflechterei. 14-tägig, drei Stunden, ein bisschen anstrengend, trotzdem der Knüller! Kollidiert bis Ende 2023 öfters mit Aetas, danach kann ich mich terminlich darauf einstellen. Alle lieben Ari, der Gesang und die Art der Chorteilung ist toll, das Programm anspruchsvoll, es gibt sogar Chor-WEn; (das erste verpasse ich wegen Aetas-Workshop). – Dann haben wir endlich die Badesaison eröffnet. Für mich sind 16 km nicht „nichts“, insofern gab es bisher allerlei Ausreden. Jetzt bin ich wieder Feuer und Flamme fürs Wasser. Dort die Verwüstungen des nächtlichen Gewitters erlebt; einmal auf dem Hinweg einen Passanten bis zum Eintreffen der Rettung betreut, der alkoholisiert frühmorgens rücklings auf die Bordsteinkante gestürzt war. Die eigentliche „Retterin“ musste weg. Michael radelte nochmal zurück für ein neues Handtuch und Desinfektionsmittel, weil ich dem Mann versucht hatte, Michaels unterzuschieben und es wie meine Hände vollgeblutet war. Danach am See seltene Idylle, Rentnerparadies, kein Grad zu viel oder zu wenig, ein zartes Lüftchen; zwei Frauen hatten einen Klapptisch fürs Frühstück auf einen Teppich gestellt. Es gab inspirierende Leckereien, danach kamen die Spielkarten. Eine andere, drahtige Ewigjunge joggte als erstes um den See, während wir auf ihre Sachen schauen sollten; dann turnte, streckte und stretchte sie sich – für uns etwas abstoßend und befremdlich in nächster Nähe – ohne Pause dauerhaft in allen möglichen Positionen. Alles hat – so die überdeutliche Botschaft – seinen Preis. Wir flohen als Gegenprogramm in den Hexengarten zu Mittag. Danach wollte ich wie immer daheim ein paar Handgriffe über mich bringen. Meist ermatte ich darüber und schlafe ausgiebig ein. Samstag früh in Hinblick auf die angekündigte Hitze schon um 8:00 am See, herrliche Stunde ziemlich ungestört. Dann Vorbereitung auf Ursula – sie kam trotz Hitze. Inzwischen bei Michael Aperol, dann mit Jakob und Anna zum Friedhof und ins Gerner – unsere gewohnten Lokale völlig überfüllt. Sehr angenehm eingekehrt.

Über Menschen hat mich doch noch erfasst; es ist hipp, gleichzeitig nimmt es die hippe Berliner Schickeria aufs Korn; es überzeichnet, stellt gewisse Realitäten in drastisches Licht; entspricht dem Klischee des Spiegelbestsellers – manchmal plakativ und trivial, aber auch aktuell und scharfsinnig; leicht zu lesen. Die Protagonistin erlaubt sich, Dinge in Frage zu stellen und ohne fixen Standpunkt zu bleiben. Ich frage mich, warum die Autorin sie Dora nennt. Es fühlt sich für mich in der ersten Hälfte eher nach Ich-Erzählerin an, der ich die dritte Person kaum abnehme. Dass ihr Fahrrad Gustav heißen muss und ihre Hündin Jochen-der-Rochen, versuche ich gnädig hinzunehmen. Antagonist ist der Nazi-Nachbar, die auch sympatische Seiten zeigt. Die literarische Innenansicht „des Ostens“ wurde hinlänglich medial beachtet. Vögel und Wölfe spielen eine tragende symbolische Rolle. – Jetzt ist Sonntag Morgen. Leiser Regen war mir Ausrede genug, den See zu vertagen und stattdessen mit einem Kaffee „Über Menschen“ auszulesen – weinend. – Jetzt dürfte gleich ein Frühstück mit der Familie bei Michi auf mich warten.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

2 Antworten

  1. Ines sagt:

    So eine herrliche Sommerszenerie am See beschreibst du. 16 km find ich auch viel plus Schwimmen, das reicht als Tagesbewegung. 3 Stunden Chor am Stück kommt mir extrem lang vor. Bin gespannt, ob du dauerhaft dabei bleibst. Die letzten Sommerbesucher in der Pension. Ich bin schon etwas wehmütig stellvertretend. Auf das Lesen des Buches freu ich mich jetzt.

  2. Renate sagt:

    Ein Klapptisch auf einem Teppich am See, sehr stilvoll. Wie im Film, mit weißer Tischdecke und einem Champagnerkübel. Die Joggerin hat euch keinen Appetit gemacht, eher das Gegenteil. Ich fand das Buch im Volkstheater auch gut umgesetzt.

Schreibe einen Kommentar zu Ines Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert