Weihnachtsfeiern, stressfreies Vorbereiten und Suche nach dem Geist von Weihnachten

Diese Woche hatte ich einige Weihnachtsfeiern. Montags die Feier von meiner Arbeit, die im Waldheim stattfand. Das war sehr festlich und der Chor, bei dem ich mitsinge, hat wirklich schön gesungen. Ich mag die Weihnachtslieder so richtig gerne und singe voll Inbrunst, dabei spüre ich am ehesten den Geist von Weihnachten. Am Donnerstag war ich auf der Weihnachtsfeier eines Kollegen, der schon lange im Kinderzentrum arbeitet, aber die letzten Jahre ausschließlich in unserer Dependence in Schwabing ist. Dort sind viele neue Psychologinnen eingestellt worden, von denen fast alle auf der Feier waren. Ich kam mir uralt vor unter den Ende Zwanzig jährigen Frauen. Die sind alle richtig nett, aber überhaupt nicht identifiziert mit dem Kinderzentrum und der Idee der Sozialpädiatrie. Für die meisten ist die Arbeit dort eine Durchgangsstation, bevor sie eine andere Stelle antreten. Heutzutage haben die fertigen PsychologInnen alle Möglichkeiten und eine große Auswahl an Stellen, anders als es vor 25 Jahren war. Damals war es ein 6er im Lotto, im Kinderzentrum eine feste Stelle zu bekommen. Gestern schließlich waren Hubert und ich bei Anne, einer anderen ärztlichen Kollegin und Freundin, bei der wir regelmäßig bis in die Puppen feiern, so auch gestern. Wir lagen erst um halb vier im Bett. Anne hatte Geburtstag und gleichzeitig ihre neue Wohnung eingeweiht. Es ist geheimnisvoll, warum wir ausgerechnet bei ihr immer so lange durchhalten, zumal es ohne Tanzen war und die Menschen zum Teil ganz schön schräg waren.

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen dieses Jahr ganz ohne Stress, ich bin gut in der Zeit, habe alle Geschenke beisammen, sogar schon eingepackt, gestern den Weihnachtsbaum gekauft. Alles ist gut zu schaffen. Das ist auch anders als früher, als Weihnachten noch so viel Arbeit vorher bedeutete. Ich habe auch schon angefangen, einige Karten zu schreiben. Das allerdings fällt mir schwer. Welche Worte passen angesichts der Kriege und Krisen in der Welt, in der wir es nicht schaffen, Kinder zu schützen? Eigentlich bräuchten wir jetzt wirklich den Friedensfürst, der auf die Erde kommt und die Liebe in den Menschen lebendig werden lässt. Aber wo ist der Glaube daran? Was also schreiben, wenn es nicht nur darum geht, dem anderen ein paar entspannte Tage zu wünschen, möglichst im Kreise von lieben Menschen? Ich merke, dass mir die Schreibgruppe in diesem Advent fehlt, um etwas Weihnachtliches in mir hervorzubringen. Ich sehne mich nach der spirituellen Erfahrung von Weihnachten.

 

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Dass dir die Schreibgruppe fehlt tut mir einerseits gut, andererseits empfinde ich es haargenauso. Sie ist mein Tor zum Advent. Immerhin hatte ich noch zwei andere Möglichkeiten…ohne das – undenkbar! Das mt den Karten ist für mich ein anderes Tor. Ich habe meist EIN (lang ersonnenes) Motiv mit Text und dann schreibe ich massenhaft Persönliches dazu – heute schon den ganzen Tag. Singen wäre es für mich auch – du hast Glück mit deinem Chor. – Ich frage mich, was diese jungen, uncharismatischen, leidunerprobten Frauen ausrichten können…ein Glück, dass es eine „Uralte“ wie dich noch gibt.

  2. Beate sagt:

    Was Du vom Generationenwechsel schreibst, habe ich ganz ähnlich erlebt: Was damals vor Jahren ein Glück, eine besondere Auszeichnung war, wird heute von „den Neuen“ nicht mehr so gesehen.Scheinbar urplötzlich wechselt man vom Küken zum Oldie usw.
    Auch mir fehlt es sehr, dass wir kein adventliches Schreiben hatten. Vorweihnachtliche Besinnung mag bei mir nicht recht aufkommen in diesem Jahr.

  3. Renate sagt:

    Ich habe gestern, zusammen mit dem Motettenchor, Weihnachtslieder gesungen, es war schön und ein weihnachtliches Gefühl machte sich kurz breit. BerufsanfängerInnen sind in der Regel alle jung. Du hast natürlich viel Erfahrung in deinem Bereich und siehst die neue Generation mit ganz anderen Augen. Ich würde eine erfahrene Psychologin unbedingt bevorzugen.

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