23-12-24. HeiligabendTerror – Piroggen für die kranke Anna – Christnacht mit Michi und Beate in langen Unterhosen

Da gerade jeder vereinzelt hier herumhängt kann ich ebensogut bloggen. Anna, gestern angebahnt, heute richtig krank mit Fieber und Halsschmerzen. Jakob hatte dasgleiche in den ersten Tagen. Sie kam am Mittwoch unendlich erschöpft nach Wochen des Arbeitens aus Genf hier an, hatte jetzt eben angefangen, sich zu erholen und daran zu gewöhnen, wie das hier ist. Nicht das Gefühl zu haben zu stören, wenn kein gänzlich abgeschlossener Raum zur Verfügung steht, ist eine Aufgabe für alle. Das jetzt ist die nächste Stufe. Auch wenn bei uns keinerlei Budenzauber herrscht, so ist es doch für sie eine Belastung, mitten im Familienzentrum zu liegen. Wir also müssen es ihr so unkompliziert wie möglich machen. Notfallapotheke, heiße Zitrone, Lutschpastillen und Geduld. Jakob bereitet indessen die Piroggen vor, die in Polen zu Weihnachten gehören und eine der zwölf Speisen sind, die einen Monat des Jahres repräsentieren. Und eben bewegt sich was in der Küche – Anna hat sich im Schlafanzug zu Jakob gesellt und die beiden wursteln zusammen.

Als wir gestern, um dem Überschnappen zu entgehen, nach Freising ins Dommuseum wollten, was ich vertrödelt habe, haben wir uns zuletzt auf die Ägyptische Sammlung geeinigt. Unterwegs kam ein Anruf der Verpächterin, hysterisch, lautstark, aus Michaels Reationen war zu entnehmen, dass sie ihn nicht zu Wort kommen ließ, ihn mit Unterstellungen überhäufte – er „verschleiere“, nachdem er ihr täglich Bericht incl. Fotos zuschickt. Sie wollte ihn adhoc in die Pension bestellen. Das hat Michael abgelehnt – so sollte es heute früh um 8:00 sein – Heiligabend. Über Nacht hat sie das abgesagt und es geht weiter. Drohend beginnt sie nun unterschwellig, ihn für das mögliche Misslingen eines Kaufvertrages verantwortlich zu machen. Eine kranke Frau. Man bräuchte zum Anwalt am besten noch einen Psychiater. Es scheint wie schwarze Magie. Woher stehen plötzlich Pfützen erst im einen, dann im anderen Zimmer? Der Installateur findet in einem Zimmer keine Ursache – es könne nicht sein – im anderen ist vor Unzeiten unsachgemäß ein Schlauch einzementiert worden, der jetzt zerbröselt. Die Ursache ist behoben.

Alles in allem trotzdem frohe Weihnachten? Manch liebevolle Post hat mich erreicht und mein Herz erfreut. Auch lässt Michael mich diesmal nicht allein in die Kirche pilgern. Das weiß ich zu schätzen (nach  zehn Jahren). Ich will nach St. Maximilian zum schmissigen Pfarrer Schießler. Beate schließt sich uns an, so werde ich von zwei Seiten gewärmt. Wir sollten trotzdem nicht die neu erworbenen langen Unterhosen vergessen in diesem eiskalten Raum. Vorher gibt es ein schönes Essen (mit Anna daneben im Bett) und dann also noch etwas geistig-seelische Nahrung – von der es mir im Augenblick spürbar und eklatant mangelt. Weihnachten „ganz allein“ wie jetzt unverhofft bei Renate und Beate, das war mir bisher noch nie vergönnt bzw. ich musste es noch nie bestehen.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Kranker Besuch im Wohnzimmer ist echt herausfordernd für alle Beteiligten. Es wird euch einander näher bringen. Dieser Wasserschaden in der Pension ist echt mysteriös, die Verpächterin komplett daneben. Bald ist es ausgestanden. Mit Michael und Beate in die Kirche an Hl. Abend ein Lichtblick.

  2. Beate sagt:

    Ich hatte vor Kurzem auch Besuch (Piilo), für die ich ein Bett im Wohnzimmer errichtet habe. Es ist seltsam, wenn der Ort der Begegnung auch gleichzeitig Schlafplatz ist- und dann auch noch Krankenlager, und dann noch auf unbestimmte Zeit. In alten Häusern kommen so Dinge wie der geplatzte Schlauch öfter vor! Mist… die Vermieterin ist echt eine Zumutung!

  3. Renate sagt:

    Das stelle ich mir schwierig vor für die kranke Anna und für euch. Weihnachten, auch letztes Jahr, mit anderen Herausforderungen. Die Vermieterin eine furchtbare Person. Hoffentlich hat diese Sache bald ein gutes Ende. Lange Unterhosen sind in einer kalten Kirche eine warme Sache.

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