Eisregen, auf hügeligen Wegen, Demo

Zwei Tage gearbeitet. Das frühe Aufstehen ist inzwischen gar kein Problem mehr. Es gefällt mir immer wieder zu Hause sein zu können. Die Unterstützung des neuen Mitarbeiters klappt gut. Jetzt doch Termin bei meiner Zahnärztin gemacht. Wie mir graut! Telefontag, am Tag des Eisregens. Stundenlang mit Eva und zwei Freundinnen telefoniert. Hörbuch und Buch in den sprechfreien Zeiten. Nur Luis abgeholt. Zu Hause genaue Vorgaben was wir spielen. Ich hatte nur eine Statistenrolle, er spielt sein Spiel genau nach seinen Vorstellungen, was mir nicht unrecht ist. Emilia kam später von einer Freundin. Sie ist zweimal ausgerutscht und hingefallen auf den eisigen Gullideckeln. Die Rektorin, Beate kennt sie, hat sie geschimpft weil sie sich zu langsam angezogen hat. Emilia hat sich dann draußen angezogen. Die Beschwerde von Linda kam sofort per Mail und wird auch noch mündlich erfolgen. Es scheint als haben  sich viele Eltern über diese Frau bereits beschwert. Zum Durchblick gefahren. Auf gut geräumten und gestreuten Wegen nach Pasing gegangen. Der Weg führt durch eine leicht hügelige Anlage, vorbei an herrlichen Einfamilienhäusern, viele im Stil August- Exters. Demo gegen Rechts. Wir, Inge und ich, sind mit der Tram gefahren. Von der Haltestelle Perusastr. Sind wir, Menschenmassen hinter uns, Richtung Siegestor gegangen. Es war wirklich beeindruckend wieviele Menschen dem Aufruf gefolgt sind. Die Rednerinnen und die Band hätte ich nicht gebraucht. Plötzlich hieß es die Demo wird wegen Überfüllung abgebrochen. Wir überquerten, eingequetscht von den Massen,  die Ludwigstraße um in die Schellingstraße zu kommen. Ich fühlte eine gewisse Unruhe. Endlich löste sich der Menschenstau und wir gingen zu Fuß zur Dachauer Straße. Die Zahlen schwanken zwischen 100.000 lt. Polizei und 200.000 bis 250.000 lt. Veranstalter. Auf jeden Fall standen die Leute vom Odeonsplatz bis zur Münchner Freiheit.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ganz komme ich nicht mit von Durchblick bis Demo – macht nichts. Ob Luis anders spielt, wenn er allein ist? Oder ob ihn wenigstens die stille Präsenz der Statistin beflügelt, so wie sich ein Selbstgespräch anders anfühlt als das Wort, das bei einem Gegenüber auf Resonanz stößt? Wahnsinnig beeindruckend, dieser nicht endende Strom von Menschen aus allen Himmelrichtungen – das macht Hoffnung. Auch wenn die Reden unnötig erscheinen – sie halten zusammen. – Linda scheint recht couragiert und tough zu sein, Hut ab.

  2. Beate sagt:

    ..die Demo ging von dem Strom, in dem ich mit meinen Freunden ging, doch noch weiter, bis hin zum Haus der Danubia. Wir hatten von anderen von der Auflösung gehört, aber die wurde weiter „unten“ durchgesagt. schön, dass so viele dabei waren!

  3. Ines sagt:

    Unglaublich wie viele Menschen zur Demo gegangen sind. Zwar mit schlechtem Gewissen bin ich nach den Schilderungen von dir und anderen Teilnehmern ganz froh, dass ich mich den Menschenmassen nicht ausgesetzt habe. Aber gut, dass du es gemacht hast.

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