Dankbarkeit für so alles Mögliche
Hörtest: ich warte ewig. Das ist bei meinem HNO Arzt sehr oft der Fall. Nach zwei Stunden bin ich wieder draußen mit einem sehr guten Ergebnis, ich würde viel besser hören als es für mein Alter üblich sei. Ich denke an meine Mutter, die weit in den 80ern noch hörte, wenn es draußen zu regnen begann, bei geschlossenen Fenstern und runtergelassenen Jalusien. Hingegen bekomme ich bei Freund*innen immer wieder mit, wie eingeschränkt das Leben ist, wenn man richtig schwerhörig ist. Dankbarkeit!
In dieser Woche hat mich gleich zweimal ein Muskelkater heimgesucht. Langsam bekomme ich auch ein wenig Freude am Fitnesstraining, zumal ich mich wohler fühle, wenn ich mich bewegt habe. Lustig sind so manche Männer, die neben mir ihr Äußerstes geben, deren rote Birne ich im Spiegel sehe. (so weit gehe ich nicht…)
Einen wunderbaren Ausflug habe ich Mitte der Woche in die Jachenau gemacht um dort Tonie zu besuchen. Wir hatten uns mehr als zehn Jahre nicht gesehen, nur einmal zufällig am Schalter am HBF, als sie nach Florenz und ich nach Venedig wollte. Früher waren wir viel mit unseren Kindern verreist, nach Pergine und in de Gegend um Imperia. Nun hatte sie vor einiger Zeit dieses Haus in der Jachenau gekauft und umgebaut. Unvorstellbar, dass sie, die dauernd in Rom, Paris, Hongkong, Peking, New York mit den Kongressen unterwegs war, ein richtiges JetSet Leben geführt hat, nun mit ihren Katzen und dem Garten und in der einsamen Landschaft glücklich ist.
BILD.de titelt „Erste Umfrage seit den Demos: Größter Absturz seit zwei Jahren“.Gemeint ist die AFD bei einer Meinungsumfrage. Klar wird eine Partei, die sich zunehmend radikalisiert hat, keine Kehrtwendung vornehmen. Klar wird es einen Wählerstamm geben, der nicht abrücken wird wegen „ein paar radikalen grünen Linken“ . In wieweit die Menschen in unserem Land an demokratischen Prozessen mitarbeiten, inwieweit Partizipation gelebt wird zeigt sich nicht nur bei Wahlen und bei der Bereitschaft, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Dem widmet der „Spiegel“ fast ein ganzes Heft . Eine Demonstrantin wird zitiert: „Nicht zu kommen war keine Option“
Ruth kam gestern mit dem Flixbus. Eigentlich wollten wir zusammen Zug fahren, jetzt fliegt sie nach Berlin, ich bringe sie zum Flughafen und fahre dann weiter nach Forchheim. Ich freue mich schon auf die Zeit dort.
Soviele gute Nachrichten! Ich wusste zwar nicht, dass du an Hörgeräte dachtest, ohne überhaupt Anzeichen von Schwerhörigkiet zu spüren, aber ebensowenig wusste ich, dass das gute Gehör bei dir im Erbe liegt. Bei mir – umgekehrt – auch. Was auf die Umfragewerte zu geben ist weiß ich nicht, aber für den Moment ist es eine tolle Botschaft. „Nicht zu kommen…“ – so ist es gut gesagt. Und: eine gravierende Lebensveränderung in deinem Umfeld. Interessant.
Am schlechtesten verstehe ich die Menschen im Fernseher. Die Männer im Fitnessstudio sehe ich deutlich vor mir. Ich habe zuviel Anstrengung oder gar schwitzen immer vermieden. Nicht zu kommen war für mich auch keine Option. Reichen wird es sicher nicht.
Die Jachenau ist ein schöner Ort, um sich zur Ruhe zu setzen. Super, wie gut du hören kannst, da kannst du echt dankbar sein. Dass die Zustimmung zur AFD auch langfristig abnimmt, glaube ich nicht. Leider. Was für Geräte du beim Fitness Training machst, musst du mir mal erzählen. Spürst du einen Effekt?