Im Wurst- und Fleischhimmel
Eigentlich wäre ich gerne ausgiebig angekommen, daheim. Es war sehr schön in Forchheim. Die Planspiele liefen sehr gut, denn ich hatte lauter engagierte Schülerinnen und Schüler, die verdammt gute Texte verfassten, über die wir Referenten richtig erstaunt waren. Fränkische Küche überall, sogar die Lehrer stellten uns Knoblauchwürste und Sammeln zur Brotzeit hin, auch im Gasthof gab es nur Fleischgerichte nach fränkischer Art. Köstlich, aber die Kleider rochen nach jedem Abend im Gasthaus so penetrant nach Kneipe, dass es ein Graus war. Das Wirtspaar war 90 Jahre alt und rannte mit den Tellern und Biergläsern durch die Gegend, als waren sie zwanzig Jahre alt. So kann diese Ernährung nicht so schädlich sein, wie es ihr immer angedichtet wird! Auf den Zimmern gab es kein WLAN, es war eine überaus einfache Unterkunft, aber alles war da, von einem bequemen Bett bis zur Seife im Bad. Was in Erinnerung bleiben wird: So gut schmeckten Schäufele und Knödel und Schnitzel und…
Wieder daheim war ich dann doch sehr müde. Doch dann hieß es Koffer packen . Morgen in aller Früh fahre ich zum Flughafen.
Was für ein herrlicher Eintrag mit gelungener Überschrift. Freude pur. Das Lesen macht Spaß – und – Lust auf Franken? Ich weiß nicht (mehr), wohin es diesmal geht, und ja, du wirst auch das genießen – für mich (das brauche ich vermutlich nicht allezeit zu betonen) wär`s ein Albtraum. Besonders schade: so angefüllt, erfüllt und rechtschaffen erschöpft alles mit einem neuen Event zu überdecken. Oft sieht man es vorher nicht so ab.
Man sieht das alte Gasthauspaar vor sich, wie sie die Teller mit den Fleischgerichten auf- und abtragen. Schön, so eine einfache Unterkunft, in der es keinen überflüssigen Luxus gibt, dafür alles, was man braucht. Ich hab auch vergessen, wohin du jetzt mit dem Flugzeug aufbricht, wäre mir auch zu viel hintereinander.
Was würden die Ernährungsdocs zu Schäufele und Knoblauchwurst sagen? Ich mag Zimmer ohne Schnick-Schnack. Wohin du fliegst weiß ich auch nicht mehr. Schönen Urlaub!