2024-02-11- Hospizbesuch – Thomas – Peer- und Schreibgruppe + Geburt der „LiteraTüren“
Momentan ist viel los bei mir. Wird der Blick in den Kalender helfen zu rekapitulieren, wie meine Woche im WESENTLICHEN war?
Montag?? Ohne Notat. (Nichts? Lesetag?). – Dienstag Singen, im Anschluss Stadtbücherei. Zum zweitenmal hat es ewig gedauert, bis „meine“ Kafkabiografie von Stach im PC gefunden war (obwohl ich die Titel der drei Bücher wusste), die dann aber verliehen waren. Abends begeistert allein im Resi: „Andersens Erzählungen“ (umso erfreulicher, als mein Marstall-Besuch mit Reinike Fuchs ein Reinfall war)! Alles Mögliche über Andersen gelesen verflechte ich ihn innerlich mit Wilhelm Meister. – Am Mittwoch Hospiz. Die erste, die mir überraschend ins Visier kam, war Renate – beschäftigt. So ging es direkt zu Anna und Marita. Unterwegs begegnete mir Sonjas Nachfolger – quirlig und lustig. Anna hatte im persönlichen Kontakt etwas mehr zu sagen als „neue Wege“, sodass mir ihre Entscheidung nachvollziehbar wurde. Schriftlich allerdings hinterher wiederum nur Wortschablonen wie „nach vorne schauen“. Merkwürdige Diskrepanz. Die Zeit mit Marita hat nicht genügt, evtl. Folgetermin. Mein Besuch hat mich bewegt, auch gutgetan. Die Angst vor all diesem Graus, der damit für mich verbunden ist, wurde momentan abgemildert. – MIttags Birgitta im Tribeca – schön, aber inzwischen von allem Möglichen überdeckt. – Donnerstag Morgengebet – unter Auslassung der gefürchteten Kaffeerunde. Birgitta sagt, ein gehaltvolles Gespräch dürfe ich da nicht erwarten. Warum sie dann hinginge? Aus Verbundenheit! Entsteht Verbundenheit nicht durch gehaltvolles Gespräch? Ein anderes suche ich nicht! – Am Freitag Blutabnahme in dieser Praxis, in der ich jedesmal denke, ich könnte genauso gut in die Bereitschaft im Elisenhof gehen. Allerdings mache ich jetzt einen neuen Anlauf woanders – Termin in zwei Monaten! – Nachmittags Peergruppe bei Ines – kostbar! – Samstag Schreibgruppe bei Alexandra, aus der die eine Teilnehmerin nach allen zuletzt geschilderten Bemühungen jetzt doch ausgeschieden ist, was ich in der Peergruppe besprechen konnte. Eine andere schwer Erkrankte zurück, blass, abgemagert, in sich ruhend mit neuer Sicht aufs Leben. Ich habe mit der Gruppe besprochen, dass wir sie jetzt doch für neue Teilnehmerinnen öffnen sollten. – Sonntag Vormittag Thomas. Ein Gespräch von der Art, das Monate nachwirkt. Auch Michael hat sich teilweise dazugesetzt. Das war ausgesprochen schön, zumal von vorneherein klar war, dass es kein Dreier werden muss, aber darf (streckenweise). – Mittags mit Ariane und Alexandra per Zoom getagt, um eine Änderung unserer Hochzeitsplanung für Ines und Hubert zu besprechen. – So geht es jetzt schon auf Spätnachmittag zu. In einer Stunde soll es losgehen zur Lichterkette. Ich bräuchte Pause!
Große Freude: Ich bin nach monatelangem Hin und Her mit mir übereingekommen, meine längst zu gründende Lesegruppe aus der Taufe zu heben; musste mich dafür endlich auf einen Tag festlegen. Jetzt steht der erste Termin (der bereits vom Plan abweicht). Einen (wie ich finde) hübschen Handzettel fabriziert – was für eine Arbeit, unter den unendlichen Möglichkeiten letztendlich eine zu kreieren! Wir sind schon zu fünft, nehmen ebenfalls außerplanmäßig erstmal nicht den Gruppenraum (Miete), sondern verlegen das Ganze in private Wohnzimmer. Wieder die Frage: wohin mit den Männern?! Der Zirkel heißt „LiteraTüren – Lesekreis anhand Wilhelm Meister und anderer LekTüren“. Eine langwierige, schwere Geburt, dauerhaft anhaltende innere Bewegung, bis ich genug gedacht und geträumt habe. Jetzt ist die Zeit reif. Ich freue mich unbändig und hoffe, damit ein Gegenmodell zu meinen ernüchternden Literaturkreiserfahrungen zu schaffen mit hoffentlich kreativer Feedbackkultur (Konzept ist in Arbeit) – jenseits akademischer Textrezeption.
Ich hoffe, den Handzettel zum Lesekreis zeigst du uns bald. Ich bin gespannt, wie du es aufziehst. Toll, dass du deine Idee dazu jetzt umsetzt. Der Besuch im Hospiz ist dir nicht leicht gefallen. Umso besser, dass du es gemacht hast. Ich finde, du triffst viele Menschen in einer Woche. Dagegen führe ich ein Einsiedlerleben.
Du bist gut! Du und Einsiedlerleben? Allerdings sind deine und meine Treffen recht unterschiedlicher Natur, scheint mir. Den Handzettel habe ich Renate und Beate gezeigt, weil dieser Kreis zeitlich und bezogen auf Neigung von Interesse sein konnte (Dienstag Nachmittag). Dir zeige ich ihn dann beim Schreiben, ja?