Demenz, der Film und viele Schritte

DEWochenstart Pfingstmontag. Besuch bei Mama, die hauptsächlich geschlafen hat, während ich das Unkraut am Zaun entlang ausgezupft habe und Sylvie eine Radltour machte. Mit Inge den Film „Sterben“ angeschaut. SchauspielerInnen gefielen mir fast alle recht gut, der Film selbst in Teilen auch. Manche Szenen waren total überzogen und grotesk. Der Vater in seiner Demenz rührte mich. Nach Gilching gefahren um das Grab unserer ehemaligen Kollegin zu besuchen. Der Gang an der Hauptstraße entlang zog sich. Ein paarmal an der Grabstelle, die ich in Erinnerung hatte, vorbeigegangen. Konnte das Grab nicht finden. Der Platz hat sich sehr verändert, im Kreis standen, anders als bei der Beerdigung mehrere kniehohe Stelen. Corinna Namen dann doch entdeckt. Telefonrekord mit Heike aufgestellt. 3 Stunden 13 Minuten. Wieder zu Mama geradelt. Pflegeberaterin kam. Sie plädierte für eine Höhestufung des Pflegegrades. Mamas Demenz hat stark zugenommen. Versteht manche Bitten oder Anweisungen nicht mehr, wäscht sich am Tag immer wieder das Gesicht uvm. Urlaubsübergabe im Hospiz. Sonst immer schriftlich, diesesmal vor Ort, weil Daniel doch einiges umgestellt und vieles digitalisiert hat. Die Reinigungsfrau, Heike kennt sie, hat Krebs. Drei Operationen. Wollte sie am Samstag besuchen im 3. Orden. Wurde anscheinend schon entlassen. Telefonat mit Eva wegen der Pflegegraderhöhung von Mama. Knausgard am Balkon, kleine Radlausflüge. Immer erst Kaffee und Kuchen, um gestärkt zu sein für unseren langen Spaziergang. Von der Münchner Freiheit, vorbei am kleinsten Hofbräuhaus, zur Emmeramsbrücke und alles zurück, auf uns unbekannten Wegen. Gabi machte einen Schwimmversuch in der Isar, die aber eine ziemlich starke Strömung hatte. Sie schaffte es zumindest unterzutauchen. 18.225 Schritte sind wir gegangen, jetzt merke ich meine Füße. Heim in der U Bahn mit hunderten Metallicafans. Nothing else matters, mein absoluter Favorit.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Metallica sagt mir, glaube ich, nichts. Aber ich bin nach der Lesung mit massenhaft KonzertbesucherInnen an meiner Haltestelle im Knallgewitter rausgekommen. – Tapfer, die Gabi, und tapfer, über 18000 Schritte, was für ein Marsch! – Gut, dass der MDK die Lage erkennt – oder soll er sie erst noch erkennen? – Dass Ruza krank ist tut mir sehr, sehr leid. Sie hat eigentlich schon lang wegen allem Möglichen gekämpft – und jetzt das!?

  2. Ines sagt:

    Über 3 Stunden zu telefonieren ist wirklich rekordverdächtig. Muss man da nicht zwischendurch auf Klo? In die kalte Isar würde mich niemand rein kriegen. Respekt. Auch für den weiten Spaziergang. Hoffentlich bekommt ihr die Erhöhung des Pflegegrads für deine Mutter.

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