2024-08-04-„Fick den Richter“ u.a. Sorgen – Fehldiagnosen wie COPD – Iphigenie in toller Frauenrunde

Letzten Sonntag habe ich im Status meiner potenziellen Mieterin einen krassen RapSong gehört, der mir den Schlaf raubte. „Fick den Richter, nur Gott kann mich richten…“ usw. Ein Statement? Hole ich mir eine islamistische Terrorzelle ins Haus? Inzwischen habe ich mich mit Wenigen besprochen, sogar, auf Rat meiner Studienkollegin, eine Beratungsstelle kontaktiert. Bis man da den Richtigen erreicht… Der aber hat sich damit beschäftigt, mir zu diesem Song, den er sich angehört hat, eine „RapAnalyse“ (KC Rebell) an die Hand gegeben; er bestätigte als Einziger meinen Impuls, die junge Frau direkt anzusprechen. Ich hatte ihr praktisch eine Zusage gemacht und jetzt sowas! Von Jakob musste ich mich belehren lassen, in welchen Vorurteilen ich verhaftet sei, Kunstfreiheit, Kunst als Ventil sowieso. Alles ist innerlich noch „in Arbeit“. Inzwischen verhärtet sich meine Erkenntnis, es könnte eine Sintiza sein (also eine wirklich diskriminierte Minderheit) – bei mir blinken leider einige Warnsignale. Im Augsburger Wohnungsamt wurde ich mehr oder weniger offen gewarnt. Weil ich die Miete aktuell berechnen muss habe ich nach all den Jahren diese unverständlichen Abrechnungen erstmals gründlich studiert –  ein Grund mehr für Schlaflosigkeit. Ich wusste, dass für mich wenig rausspringt – jetzt aber erkenne ich, dass ich – allein seit Anfang 2023 – ca. 3000 Mille aus eigener Tasche draufzahle. Erhöhen geht nicht – die Wohnung ist bis 12/2027 sozial gebunden. Wer drin ist, ist drin – eine junge Mutter bringe ich nie wieder raus. Erhöhen geht auch danach nur kleinschrittig – ich werde stets hinterherhinken. Nichtmal verkaufen geht zu vernünftigem Preis; jeder Käufer hätte dasgleiche Schlamassel. So bekommen meine Mieterinnen allesamt Wohnung, Leben usw. „vom Staat“ finanziert – den Rest lege ich drauf, als seien sie meine eigenen Kinder. Es ist mein Problem und es gibt keine Handhabe. Auch kann ich mich weder aus der Verpflichtung freikaufen noch Eigenbedarf anmelden – es sei denn, es bestünde regulär Dringlichkeit. Ich hoffe auf Beratung durch meine Rechtsschutzversicherung – ab Montag.

Nachdem ich damit viel Zeit ungut verbracht habe, hat mich Gabriele kurzfristig – Montag – in den Garten eingeladen, was sehr guttat. – Am Dienstag habe ich im Botanischen Garten endgültig kapiert, dass Botanik nicht zu mir spricht – es sei denn auf Papier. Auf dem Rückweg spürte ich wieder den Kreislauf abstürzen, musste notfallmäßig bei Tribeca landen – keine große Hilfe, sitzend. Ich werde so schnell nicht mehr bei Hitze radeln. Leider erhole ich mich davon nicht schnell – es dauert Stunden. Am Dienstag kam auch Michael von Köln zurück und ich lebe wieder verheiratet.

Die Spiegelung hängt mir nach. Manches realisiere ich erst hinterher, z.B. kleine Hernie (=Durchbruch) in der Speiseröhre. Momentan scheint mir, als machte ich einen gesundheitlichen Schub abwärts. Einmal schwankte nachts der Boden – sowas kannte ich bisher nicht. Der Knüller: Nach dreizehn Tagen kam meine angeforderte Krankenakte – in abgespeckter Form. Darin steht u.a. „Nichtbefolgung ärztlicher Anweisung aufgrund Eigenanamnese“ (bzgl. Blasenentzündung, die nach Eigenbehandlung weg war, und sei es vorübergehend, da bekannter Dauerzustand!). Zuoberst: COPD. Eine chronisch-fortschreitende, tödliche Lungenkrankheit. Da der Lungenfunktionstest Entsprechendes gezeigt hatte war ich gleich bei meinem Lungenfacharzt angetreten. Er entkräftet es. Bei gleichbleibend eingeschränkter Lungenfunktion aufgrund bekanntem Asthma keine Verschlechterung! (Also zwei Fehldiagnosen?!). Ich habe wieder seine schreckliche Lebensgeschichte angehört. Kaum erkennt er mich – schon wird die Lunge Nebensache. Danach SchwimmAusflug zum Paradies.

Für Schöngeistiges fehlt momentan die Konzentration. So bekam ich die Iphigenie nur halb gelesen, zu der vier von uns Wilhelm-Meisterinnen am Samstag in der Glyptothek verabredet waren. Ein wunderschöner Abend mit toller schauspielerischer (Sprech-) Leistung unter freiem Himmel – in lustiger, mittlerweile vertrauter, unterhaltsamer Runde mit Renate, Gabriele, Lioba – ausgesprochene Freude! Vorher und hinterher lebhaft gequatscht und gemeinsam per Tram heimgefahren.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Das Dilemma mit der Augsburger Wohnung kann ich kaum verstehen. Wieso zahlst du noch drauf statt an den Mieten deine Einkünfte aufzubessern. Sind es Reparaturen oder Instanthaltungen, die so viel ausmachen oder tatsächlich die laufenden Kosten?, das wäre ja unerträglich. Die junge potentielle Mieterin würde ich auch auf den Raptext ansprechen. Du hast nichts zu verlieren. Das mit den Diagnosen ist so eine Sache. Es werden so oft nicht ganz stimmige Diagnose vergeben, einfach, weil die Krankenkasse eine für die Abrechnung braucht. Aber ich will die Ärztin nicht in Schutz nehmen, will nur sagen, dass du nicht viel darauf geben sollst. Die Iphigenie Aufführung klingt sehr gut.

    • Heike sagt:

      Es ist eine sog. Sozialwohnung bis 12/27, ein Relikt aus den späten 70ern, als das uralte, mittelalterliche Haus saniert wurde und die Stadt das „gesponsert“ hat. Die Grundmiete ist festgelegt, sodass ich daran in keinem Fall verdienen darf. Dass meine Festkosten, sog. „Wohngeld“, an die Hausverwaltung, meine Einnahmen um gut 150€/Monat übersteigen, das habe ich jetzt anhand der jüngsten Abrechnung realisiert – zumal ich wieder 1300€ nachzahle. Kosten, die ich nicht weitergeben darf. Es ist absurd. Ich darf jetzt um einen Euro/qm hochgehen, ein Tropfen auf den heißen Stein.

  2. Renate sagt:

    Ich hoffe deine Rechtsschutzversicherung konnte dir Positives sagen. Eine schwierige Entscheidung mit der Nachmieterin. Das gegebene Versprechen nicht halten, Ärger und Verdruss die nächsten Jahre ( von dem kein Mensch weiß ob er denn wirklich kommt). Zwei Fehldiagnosen sind ein bisschen viel.

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