2024-08-09- Augsburg – Schwimmausflüge – Therese, Helga + books&breakfast

Wie das so ist – alles frisst Zeit und Nerven. Rechtsschutzversicherung faselte von „Hausverwaltung wechseln“ oder „verkaufen“. Unbrauchbare Ratschläge – wie wenn ich die Sachlage einem Laien schildere – spontane Regungen einer Alltagslogik. Berufsanfängerin? Zu vermuten anhand vorschneller Tipps anstatt fundierter Fragen. Haus und Grund – Spezialisten für Vermieterrrechte – bis Ende August in Ferien. Vielleicht hat das Kulturreferat Bedarf an Künstler-Residenzen für Stipendiaten? Seit 2023 bestehen im Brechthaus eigene Möglichkeiten. Uni nach Bedarf für Studenten auf Zeit gefragt – vorausgesetzt Dringlichkeit beim Wohnungsamt. Bine suchte das Gutachten – damals möglichst niedrig geschätzt wegen Erbschaftssteuer. Jetzt wäre das Interesse konträr. Der Wert für die Dauer der Sozialbindung extrem gemindert – insofern Verkauf derzeit indiskutabel. Der jungen Mutter unter Gewissensnöten abgesagt, damit begründet, dass ich ihr keinen befristeten Mietvertrag aufbürden bzw am Ende Druck aufbauen will, dass sie auszieht. Das wäre weder ethisch vertretbar noch rechtlich durchsetzbar. Beim Amt Bedenkzeit erbeten – daraufhin Frage, wie es weitergeht und ob sie jetzt Vorschläge schicken können – als hätte ich nicht um Aufschub gebeten. Inzwischen der Zustellung von Vorschlägen zugestimmt – hoffend auf Studenten, die ich bis Ende 2027 wieder loswerde. Ob das klappen kann?

Um diese oder andere Sorgen und Lasten abzuwaschen morgendliche Schwimmausflüge – Feldmochinger See; ohne Bänke ungemütlich. Alternativen Schattenplatz mit Bank gefunden, schön geschützt, sodass er auch als Klo zu dienen scheint – dem Odeur zufolge. Leider hinterher wieder Kreislaufabsturz. Mi. und Fr. Paradies – weiterer Weg, mühsamer Abstieg, aber tolles Wasser, angenehmer Einstieg, Bank. Nette Gespräche. Mal mit junger Rostocker Familie, mal mit (2004 zugezogener) Niederpöckingerin. Sie trinkt gern an Renates Kiosk Aperol – wusste, dass die Betreiberin zu kämpfen hat im Gegensatz zum nächsten Kiosk, der für Ballermanns grillt. Auch dass ihr die Stadt neuerdings die Tischchen auf der Wiese untersagt. Ihr miserabler Wurstsalat sei vergessen, offenbar ein Ausrutscher – ab jetzt halte ich zu ihr!

Diese Woche jährt sich mein Ausstieg aus dem Hospiz zum zweitenmal. – Abendessen mit Schwester Therese – wollte ich doch wissen, was aus dieser einen meiner acht Vorgesetzten geworden ist. Mit dieser anfangs geschätzten, später gehassten, übergriffigen, machthungrigen, hyperaktiven, aber auch fantasievollen, geistig und spirituell unkonventionellen und abwechslungsreichen ExChefin, einer der Vielen, die sich innerhalb der Kooperation der Allerbarmherzigsten um Kopf und Kragen gearbeitet, sich an allen unter den Teppich gekehrten Konkurrenzen kaputtgemacht hat, zu denen sie selber beitrug, verband und trennte mich gleichermaßen ein ambivalentes Verhältnis: „Sie küssten und sie schlugen sich“. – Landpartie mit Helga mit herrlicher Essenseinkehr. Herzlich unterhaltsam.

Literarisch erneut Goldsteins „Blau“, Gefängnistheater; Ditlevsens Kindheit für Books & Breakfast teils mithilfe eines Übersetzungsprogramms vorbereitet. Ein „diverser“ Frauenkreis, der sich international zusammensetzen und auf Englisch über jeweils eigene, möglichst weibliche Lektüren austauschen sollte, tagte drei Stunden auf der schattigen Dachterrasse der Stadtbücherei bei mitgebrachten Knabbereien – dabei fast nur sehr junge Frauen: eine mutmaßlich polnische Initiatorin; je eine Spanierin, Italienerin, einzig mittelalte Deutsche (die seit Schulzeit nur englisch liest, dafür überraschend deutsch ausspricht), Inderin, Ungarin, Israelin (?), (deutschsprachige) Rumänin. Einige sagten: my name is…, „I am a she“…. Lesevorlieben; konkretes Buch vorstellen; Lesezeit; Gespräch darüber in Runde – mit allen Unarten, die in Gruppen vorkommen, wie eine sich übermäßig Ausbreitende, die zur Überprüfung von Aussagen anderer nachgoogelt oder jedem Kommentar etwas entgegensetzt, manchmal mehrmals dasgleiche; eine einschüchternd vornehme Superkultivierte – alles wurde laufen gelassen. Jedes Buch und jede Persönlichkeit hatte eine eigene Berechtigung. Schriftliche Vorbereitung unnötig, aber hilfreich um rauszufinden, was mir wirklich wichtig war. Fazit: Mut aufgerafft, mich getraut, Gehör gefunden; auf interessante Fragen gestoßen; Englisch geübt anhand meiner liebsten Beschäftigung. Ich bin so stolz!

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Wow! Respekt, dass du dich traust diese Gruppe aufzusuchen und dann noch in Englisch ein Buch vorzustellen. Woher nimmst du den Mut und die Energie für solche Aktivitäten? Hoffentlich findest du eine geeignete Mieterin. So lästig und zeitraubend das alles. Und

  2. Renate sagt:

    Hast du es doch gewagt der Mieterin abzusagen? Vielleicht hast du Glück und eine Studentin oder ein Student kommt. Den Mut hätte ich nicht auf englisch ein Buch vorzustellen. Respekt!

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