Kleinromstedt, Thüringen

Schönes Thüringen!… landschaftlich… Ich bin immer wieder gerne da, bei meinen Verwandten, ich lerne immer wieder schöne Ecken kennen, Burgen, Häuser, Museen, Nur die Leute sind manchmal ein Graus. Auch die im Dorf meiner Verwandten. in ihrer Bissigkeit und mit ihrer auf die Straße getragenen schlechten Laune übertreffen sie mitunter das, was ich in früheren Jahren aus Berlin gewohnt war. Und dann gibt es auch wieder schöne Erlebnisse in Gesellschaft, wie ein  Konzert in Weimar, mit neuem Dirigenten, u.a. wurde ein Hornkonzert von Richard Strauss, gespielt von Felix Klieser, der ohne Arme geboren wurde, die Ventile mit den Zehen bediente und virtuos das Stück spielte. Es kam bei den Zuhörern großartig an., ebenso wie ein sehr forderndes Stück von Berlioz, in dem von einem geschmeidigen Walzer über einen markanten Marsch bis zu einem „Hexensabbat“ ein langes Stück gespielt wurde, das „Fantastique“ heißt. Da, im Konzerthaus, war eben auch ein anderes Publikum, eine andere „Blase“

Mit Ines habe ich auch eine Wanderung gewagt, obwohl mein Bein immer noch weh tut und sie kurz vor ihrer HüftOP steht. Wir nahmen also beide eine Ibuprofen ein und liefen auf die Rudelsburg,: Der Weg dorthin dauert nur 20 Minuten, aber allein, dass es einen Anstieg auf einem Waldweg gibt, war schon eine Herausforderung; dort habe ich eine feine Suppe mit Hirschfleisch gegessen, Den Weg zum Einstieg legt man mit einem kleinen Boot auf der Saale zurück, auf dem noch viele andere Wanderer Platz nehmen. Charmante Sommerfrische! Ines und auch ihre Mutter erzählten, dass sie in ihrer Zeit als Lehrerinnen diese Route oft am Wandertag gewählt haben.

An jedem Tag die große Runde mit der Verwandtschaft, zehn Leute nahmen an den Tischen Platz, an dem es Kaffee und Kuchen am Nachmittag und Grillen oder Sauerbraten an den Abenden gab. Von der kleinen Charlotte (4 Monate) bis zu den Alten (die beiden Jubilare/ diamantene Hochzeit in diesem Jahr sind  89 Jahre alt) waren alle Altersstufen vorhanden, Sehr schön war es, dass Bettina, die jüngste Schwester von Ines mit ihrer Familie aus Washington gekommen war. Erstaunlich: Bettinas Mann Taylor ist Architekt und wir kamen darauf, dass er mit Roland Jahn in einem Projekt zusammen gearbeitet hat. Ich habe einen dicken Bildband über Roland Jahn in meinem Bücherschrank.

Seit Freitag Abend bin ich wieder daheim. Die Treffen mit meinen Verwandten sind jedes Mal sehr schön und ein bisschen fremd, Ost und West, die große Familie, die ja gar nicht sooo groß ist und eine schöne Umgebung, in der ich trotz Liebreiz niemals leben möchte

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Fantastische Eindrücke aus Thüringen, hoffentlich auch mit der guten Bratwurst auf dem Grill? – die beste ever in Weimar!! Ja stimmt, früher herrschte in Berlin Unfreundlichkeit und ach, wie kann einer ohne Arme Hornist werden! Berlioz‘ „Symphonie Fantastique“, berühmt-beeindruckend, habe ich vor langer Zeit erlebt! – „Sommerfrische“, wie schön! Und nein, ohne IBU geht nichts mehr. – Für mich unfassbar – die abgeschottete Penzberger Kleinstfamilie und dann dieser Riesenhaufen Verwandtschaft über alle Generationen!

  2. Ines sagt:

    Thüringen hab ich auch als landschaftlich wunderschön erlebt. Schade, dass die Bevölkerung nicht entsprechend gut gelaunt ist. Toll, dass du Kontakt zu diesen Teil der Familie hast.

  3. Renate sagt:

    Ich kenne Thüringen noch zu DDR Zeiten, schöne Städte und eine herrliche Landschaft. Bewundernswert der Hornist. Ich sehe dich im Kreise deiner Verwandtschaft an dem großen Tisch sitzen, mit Alt und sehr Jung.

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