Eine Woche voller Verabredungen mit Familie und Freunden
Diese Woche war vollgestopft mit sozialen Kontakten. Außer am Dienstag, war ich jeden Tag verabredet. Sonntag hatten wir gerade unser Couscous Treffen hinter uns und gingen am Abend mit Huberts Cousin und Frau zum Italiener. Für mich eher ein Pflichttermin, weil der Cousin so ausschweifend immer die selben Anekdoten aus der Vergangenheit erzählt, die mich nicht interessieren. Am Montag waren Hubert und ich mit Jaron im Neni, ein israelischen Lokal am Hauptbahnhof. Wir hatten zur Hochzeit von meinen Kollegen einen Gutschein über 100 Euro bekommen und wollten diesen mit Jaron auf den Kopf hauen, der sehr gerne diese Küche mag. Ich fands laut und überteuert, dennoch ein netter Abend mit meinem schweigsamen Sohnemann. Er ist wieder mehr in sich eingekapselt. Erst als wir ihn danach noch mit zu uns nahmen, kam ein etwas lebendigeres Gespräch zustande. Am Mittwoch hatte ich ihn nochmal, den ganzen Tag. Schon morgens sind Maja, Jaron und ich nach Aham gefahren, um Rolf, den Vater von Sören zu besuchen. Auch hier fiel Jaron durch seine Schweigsamkeit auf und Rolf versuchte, ihn damit zu konfrontieren und ihm meiner Empfindung nach zu knacken, was aber nicht gelang. Jaron zog sich eher zurück. Es macht mich nachdenklich, und ich frage mich manchmal, was ihn so hat verstummen lassen. Am Abend, nachdem wir auf dem Heimweg über eine Stunde im Stau auf der Autobahn standen, trafen wir uns dann mit Sören in der Agnesstraße als Ursprungsfamilie. Er hatte auf dem Balkon sehr schön gedeckt, und feines Essen hergerichtet. Wie schon die letzten Male bei diesen Treffen war es ein emotionales, heilsames, vertrautes und entspanntes Zusammensein. Das haben wir alle sehr genossen. Es ist schon verrückt, wie gut wir uns jetzt verstehen, wenn man bedenkt wie wir uns das Leben früher zur Hölle gemacht haben. Donnerstag waren wir bei Sascha und Patricia eingeladen, unter anderem um das kommende Wochenende zu besprechen. Sie hatten uns als Hochzeitsgeschenk ein Wochenende in Würzburg geschenkt, das jetzt eingelöst werden soll. Auch mit den beiden war es persönlich und gut vom Gespräch. Freitag Grillen bei meiner Kollegin Anne mit nur insgesamt 5 Menschen. Früher waren das die Treffen, bei denen wir total ekstatisch getanzt haben, dieses mal war es ruhig. Hubert war von dem anderen Mann, ebenfalls ein Kollege aus dem Kinderzentrum, ziemlich genervt, weil der so viel Blödsinn geredet hat. Kurz kam es dann zu einer Konfrontation, danach wurde es besser. Gestern Samstag waren wir bei Florian Mitgutsch, dem Sohn von Ali und langjährigen Freund von Hubert zu seinem 60. Geburtstag am Ammersee eingeladen. Schon nachmittags fuhren wir hin mit zwei Frauen im Gepäck. Die vielen Menschen, die er eingeladen hatte, waren zu einem Großteil Künstler und Kreative, die auch so aussahen. Das alte Haus, der Garten und die Atmosphäre hätten nicht schöner sein können. Einmal bin ich sogar in den Ammersee gesprungen und eine Runde geschwommen. Ich freu mich immer, wenn ich mich überwunden habe und genieße das Gefühl danach. Heute Schreibgruppe, danach zum Tanzkurs und dann kommen noch Luisa und Tessa zu Besuch. Nächste Woche will ich mich abends gar nicht verabreden und etwas bescheidener essen. Über den Sommer habe ich mir eine Speckschicht angefressen.
Oh Ines, deine Speckschicht möchte ich sehen und: über Rede- und Schweigeverhalten (von Narzissten im Kontrast zu unseren Söhnen) SPRECHEN und: das rechte Maß zwischen Zuviel und Zuwenig abwägen – und unter alles das Wort Vollgestopftsein (was wäre das Gegenteil? Leersein?) setzen. Ob das nicht ein schönes Thema für heute wäre?