2024-11-10- Trump rein, Lindner raus und Augsburg – Bauchprobleme zurück – Highlights (Cranko, Myshkin, Cello, Peergruppe, Requiem und Besuch von Peter und Simon?), Literarisches und Monikas Beerdigung ohne mich
Seit letztem WE kann ich wieder schlafen. Meine neue Mieterin trifft den Ton. Sie zeigt sich, ohne zu kriechen. Als ich vom Wohnungsamt die „Benennung“ bekomme und die „Erlaubnis“, jetzt einen Mietvertrag zu machen, schwillt mir der Kamm. Gezwungen sein und dann so? „In welcher Welt leben wir ?“, erwidere ich, „auf 50 Jahre verpflichtet und dann wird mir gestattet?“ Weiter geht’s mit der Hausverwaltung. Fenster sind Gemeinschaftseigentum, können also nicht von mir beauftragt werden; fallen sowieso unter Denkmalschutz. Im August sollte jemand geschickt werden; Anfang Oktober bei Nachfrage, die Aufträge liefen bereits; letzte Woche dasgleiche; diesen Montag bei nochmaliger Nachfrage, alles liefe und dann: es gebe keine Termine mehr – alldas erweist sich als glatte Lüge. Monate sind ins Land gegangen. Am Dienstag endlich wurde ein Auftrag erteilt, erfahre ich lapidar. Am Mittwoch dort angerufen, am Donnerstag eingeschoben worden – ein anderer Kunde für den Schreiner unerreichbar, mein Glück! – Fensterwartung erledigt. Allerdings bin ich k.o. und ausgefroren und lasse unseren Ehemaligentreff sausen. Bitten um Nachvollziehbarkeit der Korrespondenz, wann (Datum) wurde welcher Auftrag bei wem (Name) erteilt – werden ignoriert. Jeder kapiert, dass die Wohnung für eine Neuvermietung in Ordnung sein muss, nur nicht die Hausverwaltung, die ich teuer bezahle. Tavor! – Der Schreiner ist auch Imker – gleich Honig für die Nerven gekauft.
Letzten Samstag mit Michi im Maxim. Crankos legendäres Schaffen betrifft den Ausschnitt meiner Jugend jenseits der Peergruppe an Mutterns Seite, der meine musikalischen Träume bediente – mit vielen Opernbesuchen! Bei Cranko hat Rike noch vorgetanzt! Zeitgeschichte anhand von Ballett.
Der behäbige Sessel ist zu Michael gewandert, das „Bärenfell“ reaktiviert. Brennpunkt der Gemütlichkeit. – Gemeinsames Musikhören wiederaufgenommen, zumal der Fernseher nicht funktioniert. Lang Langs (und Gina Alices) Karneval der Tiere; dieselben Klavierkonzerte von verschiedenen Pianisten bzw Dirigenten. Diverse Stabat Mater (Vivaldi, Pergolesi, Rossini) mit diversen LieblingssängerInnen. – Oma Renate getroffen. Diese Einsamkeit! Liegt es im eigenen Wesen (sie ist eigentlich kontaktfreudig), also im Schicksal? Eigener Verantwortung? Hat jemand jemals seine Türen aufgehalten? War da, auch wenn es nicht ums Vergnügen ging? (Beides nein). Sie hat ein Röschen gepflanzt – der fehlende Engel blieb unerwähnt. Danach Café Dante – ganz nett. Die Verabredung kostete etliche Telefonate, weil sie mehrmals täglich nachgefragt hat, wann nochmal. – Störung im Chor. Eine Neue singt falsch und merkt es nicht. Der Sopran leidet. Danach „meinen“ Thomas im Myshkin getroffen – freudig-gehaltvolles Wiedersehen. Seine aktuelle literarische Empfehlung (Milena Michiko Fasar*) spricht mich zwar inhaltlich, aber nicht im Erzählton an. – Di. Blutabnahme, Do Schilddrüsen-U. – Spätes Frühstück bei Susanne – mit Omelett und Cello! – Klaus Pohl** mitgenommen (Peter Zadeks Hamlet-Proben 1999 mit Angela Winkler in der Hauptrolle!) – Freitag Intensivgruppe bei Alexandra – mit Nachhall. – Samstag allein im Herkulessaal, Michael kann nicht. Erster Teil langweilig, dann gandioses Requiem. – Meine Magenschleimhautentzündung und das stechende Krampfen im rechten Oberbauch melden sich wieder. Es ist ja alles untersucht worden, was nun?– Am Donnerstag wurde Monika beerdigt – leider „im engsten Familienkreis“. Etwas fehlt mir jetzt. – Samstag früh rief Fabian an. Peter und Simon hätten ihn „besucht“ und ihm gesagt, sie seien heute den ganzen Tag bei mir „in der Küche“ und würden sich über Kaffee und Kekse freuen. Ein guter Zeitpunkt für alles, was ich ihnen sagen wollte. Das traf sich gut. Aber was will ich ihnen sagen? Stundenlang (für Jakob) gebacken, Kerzen angezündet – aber, wie sollte ich das machen? Tisch decken? Laut reden? Im Konzert später dann geistig sehr verbunden.
Erschreckend der Blick nach USA. Ungestraft kann ein Mensch Ungeheuerliches tun, behaupten und ankündigen was er will – er gewinnt! Dagegen ist mir erst am Di. auf dem Fahrrad die Schlagzeile begegnet: Lindner gefeuert. Per Handy und PC die Lage der Nation eruiert.
Literarisch zwischen „Dichtung und Wahrheit“, „Sein oder Nicht Sein“**, „Oben Erde unten Himmel“* + Shakespeare Sonetten unterwegs. Navalny (bereits verkauft) und Clemens Meyer bei Booklooker eingestellt. Ich kann sowas nicht lesen.
Dieser Cranko-Film würde mich auch interessieren. Leider ist er an den Tagen, an denen ich Zeit habe nur in ganz abwegigen Kinos zu sehen. Hoffentlich ist der Ärger mit der Augsburger Wohnung bald gelöst, ist ja ätzend. Kein Wunder wenn du Magenschmerzen bekommst. Ob hier die künstliche Intelligenz helfen könnte? Leben ohne Fernseher und gemeinsam Musik hören ist toll. Das sollte ich auch öfter machen. Sehr traurig, dass du Monika nicht das letzte Geleit erweisen konntest. So eine berührende Zeit, die ihr miteinander hattest.
Was mich ein wenig abschreckt, ist der Leistungsdruck, der mit dem Tanzen einhergeht, ich habe das beim Salsa auch so erlebt und da gibt es dann auch immer einige TänzerInnen, die besonders leidenschaftlich und toll sind und Maßstäbe setzen. Aber toll, dass Dich das nicht abschreckt, und vor allem: Wie schön, dass Dein Auftritt so besonders gewürdigt wurde!
Übrigens habe ich das identisch genaue Problem in Sachen Frisur wie Du: Will eine andere, gehe aber immer mit dem selben Schnitt raus, will meiner Friseurin dicht untreu werden, bricht es ihr das Herz, wenn ich gehe?
oh je, mein Kommentar war für Ines bestimmt, ich weiss nicht, wie er bei Dir, für Dich gelandet ist!
Die Beerdigung von Monika, nur im kleinen Kreis. Dann fehlt so viel! ich kann es gut nachvollziehen, weil mir Vergleichbares passiert ist. Was Du von der Augsburger Wohnung schreibst, ist in der Tat sehr sehr ärgerlich! Hoffentlich kehrt da bald Ruhe ein!
Was ein guter Film alles auslösen kann! Die Erinnerung an ein ganzes Kapitel Leben.So ein großer Schatz!