2024-11-16-Zweifel an Ärztin – Frust mit Schlosser – Wohlsein mit Herrn Diemer – Höhenflug mit Werther und Hamlet

Auch bei der neuen Ärztin habe ich inzwischen Zweifel. Trotz Oberbauchkrämpfen Termin im Dezember. Bei der jüngsten Besprechung Blutwerte in Ordnung. Dauerthema Blase, wegen der ich mich mit Gassmann überworfen hatte und mich „die Neue“ zur Frauenärztin geschickt hat – vergessen. Ebenso Vitamin D. Es wurde von beiden Ärztinnen als „grottenschlecht“ beurteilt, beim erstenmal wurde ich gar nicht gefragt, ob ich den Wert wissen will und wurde auch nicht zur Kasse gebeten. Seit Mai bekomme ich hohe Dosen. Man kann das auch überdosieren, sollte es also im Auge haben. Die (wie immer) hohen BlasenEntzündungsWerte habe ich am Tresen erfragt; Extratermin und erneutes Warten für die erste Gürtelroseimpfung bei der Arzthelferin. Viel Warten, wenig Überblick – freundlich, sympatisch, das schon.

Elektriker nächste Woche, Mittwoch 8:00 – laut Kostenvorschlag mehrere Handwerker x sechs Stunden. 2260€. Gottlob mit Beates Auto! – Das Schloss sollte vor zwei bis drei Wochen in zwei bis drei Wochen kommen. Dieselbe Aussage aktuell am Mittwoch nochmal. Am Donnerstag fragen sie telefonisch, was eigentlich gemacht werden soll. Ab jetzt dauere es sicher: mindestes 4 – 6 Wochen! Dann aber ist Weihnachten…. Am Mittwoch ein rechter Hornochse am Telefon, am Donnerstag erst eine Ahnungslose, dann eine Fähige. – Ich möchte den Mietvertrag machen. Die Mieterin reagiert etwas schleppend. Warum hat sie eigentlich einen Berater? Am Mittwoch schulfrei. Da muss sie ihren Sohn mitbringen. Ob 10:00 passt? „Möglichst früh“, hatte ich gebeten, damit ich mich nicht ewig herumtreiben muss. Lässt der Junge seine Mutter nicht aus dem Auge? Warum fällt mir „Depression“ ein? Gefühl? Ahnung? Befürchtung? Im Beruf war „Hypothesenbildung“ ein Instrument, mit der Zeit unwillkürlich. Ich habe einen Ersatztermin vorgeschlagen – „konzentriert“, ohne Kind. Jetzt versucht sie doch, das Kind bei den Eltern zu lassen, da wohnt sie z.Zt.

Diesmal hat mir Herr Diemer besonders gutgetan. Er erinnert an meine Wasserenergie, schwärmt für Wassergymnastik – hatte mal einen Liebhaber beim Wasserballett! Blasentechnisch schwierig – ich überlege. Auch haben seine heilenden Hände diesmal zeitweilig meine kranke Organe umhüllt.

Mittwoch Werther. Beeindruckende Inszenierung und schauspielerische Sprech(!)-Leistung. Mir etwas zu ausufernd die eingeflochtene Günderrode – offenbar eine Passion von Elsa-Sophie Jach. Ich würde gern das Textbuch lesen! Wer mag es zusammengestellt haben? Ein Kunststück für sich – ein Briefroman auf der Bühne. Im „Vorspann“ die Wirkung des Romans zu seiner Zeit. Bei mir hat die – wie ich empfunden habe – Leichtigkeit seines Todes (ein Ballon füllte sich synchron mit den Schüssen wie ein Airbag mit Luft) gelinde Sorge um die klassenweise anwesenden SchülerInnen ausgelöst, unter ihnen einige mittelgradig Magersüchtige. Mit Han Kangs „Vegetarierin“ im Hinterkopf wehen mich heutige Formen von Todessehnsucht an. – Mit Beate hinterher im Literaturhaus – mit köstlichem Flammkuchen.

Überwältigt von„Sein oder nicht Sein“  suche ich vergeblich nach Aufzeichnungen dieser Inszenierung; denke an Wilhelm Meister. Der Ich-Erzähler lässt einmal den Vorhang fallen, als es zur Aufführung kommt. Die Vorstellungskraft des Lesers werde die Realität überflügeln, sinngemäß. Nie waren mir Qualen und Demütigungen derart bewusst, die ein divenhafter Regisseur „seinen“ SchauspielerInnen zufügen kann und im Falle Zadeks muss, weil seine eigene Psyche ihn zwingt, alle über ihre Grenzen hinaus zu treiben. An Angela Winker begreife ich „Textangst“. Sie flieht zweimal vor der Rolle, will nicht Hamlet sein; andere wollen, halten sich für berufener. Zu einem sagt Zadek: Wenn du mir den Rücken kehrst, wirst du ein NIEMAND sein. Oder: Wer den Hamlet spielen WILL ist schon falsch. So fertig diese Truppe nach der Premiere ist, mit der das Buch endet, so aufgelöst bin ich nach diesem aufwühlenden Leseerlebnis. Jetzt nehme ich es mit Hamlet selbst auf – erst mühsam, jetzt leichter. Den Roman habe ich am heutigen Samstag bei books & breakfast vorgestellt. Stadtbibliothek Sendling – 17 junge Frauen. Für mich sehr anstrengend; rein akustisch, ganz zu schweigen sprachtechnisch – viel nicht gecheckt, entsprechend weniger euphorisch als letztes Mal. Bei der Buchvorstellung allerdings bekommt man aufmerksame Resonanz, spürt, dass es ein Kreis von wirklich Lesenden ist. Viele sagen oder fragen was – es wird auch viel gelacht. Meinerseits manchmal, ohne dass ich recht verstanden habe, worüber.

 

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4 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Auch bei den guten Ärzten sollte man nicht davon ausgehen, dass sie an alles denken, sondern immer dahinter her sein, denn niemand kennt deine Krankengeschichte so gut wie du selber. Insbesondere bei Blutwerten, die abgenommen werden, ist mir das auch schon so gegangen. Eigenartig, dass deine zukünftige Mieterin so zögerlich ist und dass ihr Sohn am Mittwoch keine Schule hat. Was macht sie beruflich? Vielleicht hat sie mal Insolvenz angemeldet und ein Berater (möglicherweise vom Amt) hilft ihr jetzt, wieder eine berufliche Existenz aufzubauen. Augsburg bleibt ein Fass ohne Boden. Die Stadtbibliothek in Sendling ist die am Harras, wo ich mir öfter was ausleihe. Da habe ich auch schon mal so eine Frauenrunde gesehen, die miteinander sprachen. Wahrscheinlich dieser Lesekreis. Hast du Sein oder nicht Sein gelesen oder ein Theaterstück angeschaut?, das geht aus deinem Beitrag nicht so richtig hervor.

    • Heike sagt:

      Sein oder NICHTSEIN ist das Buch vom Schauspieler Klaus Pohl, von dem ich nicht nur diese Woche, sondern schon letzte Woche schrieb. Ein Buch über Hamlet-Proben unter Peter Zadek. Eben ein außergewöhmliches Leseerlebnis. – Meine Mieterin macht – wie das meistens ist bei dieser Art der Vermittlung – beruflich „nichts“, Jobcenter halt. – Books & Breakfast wandert von einer Bibliothek zur anderen, diesmal in Sendling. – Und ja, du magst recht haben. Nur werden die Listen immer länger, die ich ausfüllen muss…die Anamnese immer ausführlicher.

  2. Beate sagt:

    Am Mittwoch ist Buß-und Bettag! Da ist schulfrei! Diese mannigfachen Schwierigkeiten, die Du mit der Augsburger Wohnung hast sind so ätzend! Zumindest eine kompetente Verwaltung, die auch praktisch hilft, wäre so sehr wünschenswert!
    Die Geschichte mit den diversen Ärztinnen und Ärzten ist glaub ich auch symptomatisch für den Jetztzustand. Auch die Wegeners haben sich mal geirrt, aber man konnte sich grundsätzlich aufgehoben fühlen, zumal sie sich bemüht haben, gründlich zu untersuchen.
    Lesen und kulturelle Veranstaltungen helfen! Da bin ich auch dabei!

  3. Renate sagt:

    Eine gute Ärztin zu finden ist wahrlich nicht einfach. Wie es auch nicht einfach ist eine gute Mieterin zu finden. Hoffe du hast mit der neuen Mieterin Glück. Klingt alles etwas komisch. Diese Wohnungssache zerrt schon sehr an deinen Nerven und deinem Geldbeutel. Werther fand ich auch sehr beeindruckend.

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