Arbeit, Friedhöfe und Frau Bichlmeier
Zwei Wochen im Hospiz sind vorbei. Es ist für dieses Jahr der letzte Einsatz gewesen,. Es gab sehr viel zu tun. Neun Aufnahmen und sehr viele Verstorbene. Gestern am letzten Arbeitstag zu Fuß bis zum Nymphenburger Friedhof gegangen. Ich mag die Jugendstilkreuze. Schon immer hatte ich eine starke Affinität zu Friedhöfen. Von da ging es weiter nach Hause.
Wurzelbehandlung verlief ohne Schmerzen. Dauerte aber ewig, weil sie nicht durchkam. Ich war in ständiger Anspannung vor dem kommenden Schmerz. Mit der Zahnärztin besprochen dass sie mir künftig sagt was sie macht. Sie meinte für sie ist es Routine, wird es aber in Zukunft die einzelnen Schritte kommunizieren.
Der erste Schnee fiel, an dem Tag habe ich die Heizung das erstemal aufgedreht. Auf 3SAT eine Sendung über Kioske und Trinkhallen gesehen und an Frau Bichlmeier gedacht. Sie hatte in der Straße in der ich aufgewachsen bin einen kleinen Laden, in ihrem Siedlungshaus. Wir, Eva, damals noch Evi, Chri, meine Kinder- Freundin, die ich beim schreiben über Freundschaft vergessen habe, sind am Tag öfter in den Laden. Frau Bichlmeier hatte unendlich viel Geduld, wenn wir für 10 Pfennige kleine Tütchen mit Vanillekugeln, Lakritzschnecken, Duplebubble (Kaugummi), kleine Plastikbecher gefüllt mit Schokolade und einem minikleinen Löffelchen, wollten. Bier und Underberg holten wir für Chris Mutter.
An diesem heutigen Sonnentag zu Pa an sein Grab gegangen, lange durch den Nordfriedhof spaziert. Zu Hause auf der Couch Hörbuch gehört, dabei eingeschlafen.
Wöchentliche Routine. Mit Mama spazieren gegangen. Sie wollte immer wieder im Rollstuhl sitzen. Zu Hause Mikado und Memory gespielt. Sylvie war in der Stadt. Sie hat große Freude daran Neues in München zu entdecken. Heute war sie auf dem Alten Peter.
Besonders gefällt mir die Erinnerung an Frau Bichlmeiers Laden, wenn es auch traurig ist mit dem Schnaps für die andere Mutter. Ich bin in unser Feldafinger Kiosk-Sortiment zurückgeworfen, die Atmosphären meiner eigenen Kinderfreundschaften. Gut, dass dir Chris (?) wieder einfällt bei der Gelegenheit. Dass du Arbeit mit Wurzelbehandlung vereinbaren konntest scheint mir schrecklich (zu) viel! Mir gefällt eure interessierte Silvie!
So einen Kiosk wie der von Frau Bichlmeier kannte vielleicht jede von uns Boomern, dort konnte man noch mit einzelnen Pfennigstücken bezahlen. Ich hatte auch so einen kleinen Laden für Brausestangen, Leckerschmecker, Lakritz und weiße Mäuse.
Auch mir fällt die Frau Bierbichler meiner Kindheit ein. Sie hieß Feistner und verkaufte wunderbare Sachen wie Brausestangen und eben dergleichen Kram. Hast Du jetzt Deine Zahnbehandlung endgültig hinter Dir?