Weihnachtskrippen unter Palmen, keine Liebe auf den ersten Blick, Sehnsucht nach Inhalt

Ich war gespannt, ob mich die Insel Madeira beim ersten Kontakt begeistert, so wie ich es bei meinem ersten Urlaub in Mallorca empfunden hatte. Aber hier habe ich länger gefremdelt. Trotz der frühlingshaften Temperaturen war mir anfangs oft kalt. Ich hatte nicht bedacht, dass es in den Innenräumen keine Heizungen gibt und es dadurch kühler als in unseren mollig warmen Wohnzimmer zu Hause ist. Außerdem ist die Insel gar nicht lieblich, sondern eher schroff und kantig. Die Orte sind Ansammlungen von Häusern, welche an die Berghänge gebaut sind. Jedes Örtchen in Italien hat mehr Charme. Die Unterkunft ist zwar spektakulär, was die Lage betrifft (vor dem Apartment wachsen Papayas und Bananen), aber am Abend durch schlechte Beleuchtung nicht sehr gemütlich und das Frühstück bietet keine Abwechslung und wird dir fertig serviert statt als Buffet, was ich doof finde. Nach zwei Tagen habe ich mich dann an alles Negative gewöhnt und kann die schönen Seiten mehr genießen. Hubert und ich hatten ein paar Meinungsverschiedenheiten bezüglich Essen gehen, die wieder okay sind. (Ich mag es nicht, wenn ich zu viele essen muss und bekomme dann schlechte Laune). Weihnachten auf Madeira ist besonders, weil die Bewohner einen Faible für Krippen haben und diese in jedem noch so kleinen Ort aufbauen, allerdings total übertrieben bunt und neben den klassischen Krippenfiguren kommen auch Stoffrentiere oder Teddybären darin vor.  Alles überbordend und kitschig. Überall werden Weihnachtslieder abgespielt und Lichterketten leuchten. Ich schicke dazu noch ein paar Fotos. Dennoch hatte ich keinerlei Weihnachtsgefühle und habe mich nach Inhalt gesehnt, der sich nicht automatisch einstellt. Obwohl wir erst 4 Tage hier sind, haben wir so ziemlich alles gesehen, waren mehrmals wandern, habe die Hauptstadt angeschaut und eine Inselrundfahrt gemacht. Von mir aus könnte ich bald wieder nach Hause fliegen. Es ist noch zu früh für ein Fazit, aber Weihnachten werde ich wohl nicht mehr hierher fahren.

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3 Kommentare

  1. Beate sagt:

    Ich kann gut nachvollziehen, dass du am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt bist! Vielleicht sind die prachtvollen Gärten, die Fado Musik und die eigene portugiesische Küche mit Weihnachten nicht so ganz kompatibel. Bin mal gespannt, was Du zu Sylvester schreiben wirst! ich habe auf Madeira vo ein paar Jahren einen außergewöhnlich tollen Jahreswechsel erlebt.

  2. Renate sagt:

    Im Status habe ich deine Bilder gesehen. Schon schön! Nicht so schön dass die Zimmer nicht gut geheizt sind. Den weihnachtlichen Kitsch sehe ich deutlich vor mir. Wer die Sehnsucht kennt weiß was ich leide. Silvester hat eine andere Bedeutung und wird sicher toll, wie Beate schreibt.

  3. Heike sagt:

    Ich für meinen Teil genieße deine vorwiegend negative Zwischenbilanz im Sinne von: Endlich geht es mal jemandem – in dem Fall dir – mal so, wie es mir leider oft unterwegs geht – oft trotz Charme, guter Küche und Wärme. Die Sehnsucht nach SINN – das trifft es auf den Punkt und der ist eben nicht so leicht zu finden.

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