Schattentraum und Nachbarstreffen

Der Jahreswechsel war so sonnig, so wunderbar leicht mit all den langen Spaziergängen, dem feinen Essen und Wellnessfreuden zusammen mit Sirena in Bad Kohlgrub!
Lesen, Lesegruppe, jahrelang war es ein regelmäßiger Austausch mit Katharina und Christoph, immer im Rahmen von zusammen essen und plaudern, ich habe sehr schöne Erinnerungen an die große Terrasse bei Christoph, die so herrlich bepflanzt war. Ich fühlte mich ihm verbunden, wenn wir bis weit in die Dunkelheit zusammen da saßen- wie gern ich ihn doch hatte! Jetzt ist schon ein Jahr vergangen, seit es nicht mehr möglich ist, mit ihm etwas zu unternehmen, sich mit ihm zu unterhalten. Er liest nicht mehr, er geht nicht mehr spazieren. Seine Demenz hat sein Leben schnell radikal verändert. In den letzten Tagen denke ich viel an ihn und er taucht in meinen Träumen auf. Da sind Schatten, die winken und sie verdichten sich in Christoph, der mit Simon, meinem Schwiegersohn Schach spielt. Simon geht es nicht gut, er fängt in den nächsten Tagen mit dem vollen Programm an: Erneut OP, Bestrahlung und Chemo.
ich sitze viel vor Netflix, schaue Harry Potter und stricke an einem Schal in Blautönen, die im Geschäft gut zueinander zu passen schienen, aber jetzt unharmonisch ausschauen.
Das Wetter ist so wechselhaft! Mal lädt es zu langen Spaziergängen ein, mal ist es nur ekelhaft naßkalt. Am Samstag war ich am Viktualienmarkt und habe die letzten Einkäufe getätigt. Denn am Sonntag waren fünf Leute eingeladen, die Familie Wallner aus dem 1. Stock und Roswitha aus dem 5, Stock. Nachbarstreffen!
Ich bin so froh, so gute Nachbarn zu haben. Wir sind alle zur gleichen Zeit eingezogen, als das Haus neu gebaut war, somit kennen wir uns seit fast 16 Jahren.Das gemeinsame Mittagessen zog sich bis in die Abendstunden hinein, dann wechselten wir noch in die Wohnung zu Wallners und schauen zusammen einen Film an. Heute habe ich einen Feierkater Werde aktiv Rückzug für ein paar Tage brauchen.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Hattest du uns schon erzählt, dass dein Schwiegersohn so krank ist oder habe ich es über die Nachricht, dass die beiden getrennt sind nicht aufgenommen. Wie tragisch! Und einen Frejnd wegen dessen Demenz zu verlieren ist bitter. Hast du jetzt gar keinen Kontakt mehr?

    • Beate sagt:

      Leider nein, seine Tochter kümmert sich rührend um ihn, sie sitzt selber im Rollstuhl und schafft das wohl noch mit diversen Hilfen.Aber es ist fast unmöglich, etwas auszumachen.

  2. Heike sagt:

    Wie schön eure Lesezusammenkünfte gewesen sein müssen wusste ich nicht, aber dein eindrücklicher Traum zeigt die Tramatik. Zu traurig und ja, es sind nicht mehr nur „die Alten“, sondern jetzt ist es manchmal schon „einer von uns“. Dass die Farben zu Hause weniger passen erinnert an Vieles, was beim Kauf verlockend schien und später verblasst.

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