2025-01-25- Dasein rückt näher – Zuckerfasten, Impfung und Knockout – Amtseinführung in USA und Bluttat in Aschaffenburg – Erni und Peergruppe
Überlegungen zu einem „philosophischen Tagebuch“. Es müsste immerzu Fragen stellen. Den Blick zum Himmel nicht zu vergessen und einen auf die Welt dem auf mich selber hinzuzufügen gefällt mir. Heute ist der Himmel hellblau. Welchen Einflüssen unterliege ich? Dem Hellblauen? Dem von Michaels Steuer-Arbeit? Dem, ob Israel die Waffen schweigen lässt? Dem, was Bine schrieb? Dem, wie ich einem Durchhänger entgegenwirke?
Für mein Seminar, von dem ich nichtmal weiß, ob es stattfinden wird (zögernd plätschern Anmeldungen herein, z.T. mit persönlichem Anschub, es wird also!), lese ich: „Patientenverfügung – ein Bereich von Spiritual Care“ einer Oberärztin der Palliativstation Tutzing (Benediktinerin, die ich einst zum Themenabend „Sterbefasten“ eingeladen hatte). Gestern kam die Charta zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender – alles Dinge, die ich im Hospiz gelassen oder später abgestoßen habe, weil ich glaubte, mit dem Thema abgeschlossen zu haben. Erstmals aber biete ich eine kreativ-schreibende Annäherung an den „letzten Willen“ an. Kein Mensch, den ich kenne, hat sich anders als über Alltagsgespräche oder bestenfalls Formulare damit befasst. Um dieser Oberflächlichkeit entgegen zu wirken gibt es längst „Advanced Care Planning“. Das Prinzip besteht im mehrfachen, schriftlich fixierten Gespräch mit fortgebildeten Beratern anhand eines Papierberges. Mich spricht es nicht an und beantwortet wieder nur Fragen der anderen. Wer sollte das im Ernstfall lesen, v.a. wenn es schnellgehen muss, außer der Studenten des Lehrstuhls, dem es entstammt? Das ist es, womit ich „schwanger gehe“ – wie immer über geraume Zeit. Alles muss durchdacht, alle Möglichkeiten einbezogen sein. Wer von den potenziellen Teilnehmern wollte sich „schon immer“ damit beschäftigen, wer sieht so aus, als könnte es 5 vor 12 sein, wer kommt aus der Reihe der Laien, wer aus der Fachwelt? Sind JuristInnen dabei? LehrerInnen, die es auf Eindeutigkeit abgesehen haben?
Sonntag Friedhof, kochen. Montag Chor!!! Lily (Motivationsabgleich, bei Wasser zur Mittagspause. Langsam dämmert mir, dass sie diesbezüglich eine leidvolle Geschichte hat, negativ und selbstgeißelnd ist – im Kontrast erlebe ich mich selber doch eher als freudige Genießerin!). – 2. Gürtelrose-Impfung – der Arm soll bei dieser Impfung besonders weh tun. Stimmt. Telefonat mit Renate – plötzlich fällt uns die Amtseinführung ein. Den Abend vor der Glotze zugebracht. – Ab Dienstag todkrank. Dass ich den Löffel nicht halten kann, der Weg zur Toilette ein Marathon, habe ich das so je erlebt? Ich frage mich, was sich diese Idioten denken, auf diese mögliche Folge nicht aufmerksam zu machen – zu schweigen von Fieber, Nervenschmerzen und dem Kopf. „Sie können alles machen, nur keinen Sport.“ Nach dem katastrophalen ersten Tag habe ich am Rande Besorgnis erregende erste Taten Trumps mitbekommen.- Wieder die Bluttat eines jungen Afghanen, diesmal Aschaffenburg – was soll man noch sagen. Lückenlos aufklären. Kerzen und Kuscheltiere. Betroffenheit. AfD Aufmarsch. Konsequenzen. Jetzt kommen die Psychiater ins Visier. Und die Verantwortung (also „Schuld“) wird von einem zum anderen geschoben.
Donnerstag erster Ausgang nach Auferstehung: „Erni“, die nicht Renates Friseurin ist, aber Petras. Quatscht nicht viel, bohrt nicht; ich musste nicht mein Leben erzählen (und mich nachher zum Kotzen fühlen). Sie hat verstanden, dass ich kein großes Brimporium um mein Haar will. Daumen hoch. Da bleibe ich. – Freitag Peergruppe bei Ariane, wie immer und jedesmal neu: intensiver Austausch mit Nachhall. Mir hat es – durch die Hobbits auf Essfreudigkeit „sensibilisiert“, besonders gut geschmeckt (Lamm mit Mandeln, Süßkartoffeln, Karotten und Aprikosen im Schmortopf, dazu Wildreis und Salat). Der Versuchung auf Arianes Mandelecken habe ich widerstanden. Die Heimfahrt mit Gott-weiß-wievielen Zwischenstopps.
Unser gemeinsames Lesen ist momentan mein einziges. Trotz mancher Langatmigkeit große Freude für mich. Kein kultureller Auftrieb gerade – trotz toller Möglichkeiten.
Ich hoffe, der Kurs kommt zustande. So wertvoll, was du anbieten kannst zu diesem Thema, das jeden betrifft. Impfungen sind bei dir allgemein mit krassen Nebenwirkungen verbunden. Das macht ja gar keine Lust, sich noch einmal Pilsen zu lassen. Hoffentlich ist erst mal Pause mit Impfen.
Das Thema des Seminars spricht sicher einige an. Eva hatte keine Impfnachwehen. Erni scheint genau die richtige Friseurin für dich zu sein.