2025-03-01-Politische Bühne von Wahl bis Trump – neue Ärztin – Krapfentage – WM- Geburtstag
Sonntag. Band 2 des Herrn der Ringe angefangen. Wenn wir 49 Tage für 490 Seiten brauchen, bedeutet das (incl. Abewesenheiten) im Schnitt zehn Seiten pro Tag. – Wahlsonntag. Freundliche junge WahlhelferInnen. Ich ertappe mich, wie ich die Laufkundschaft auf mögliche Verdachtsfälle beäuge. – Kaum ist ein erster Krapfen gegessen, geht der Kampf los. Mein inneres Team verhandelt, was heute dagegen spräche. Das gesamte Essverhalten zieht nach unter diesem Einfluss. – Wahlergebnis keine Überraschung. Egal aber wer jetzt regiert – die Zeiten sind schwierig. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, wann jemals nicht geklagt, schwarzgemalt und beschuldigt wurde. Im Gegensatz dazu gibt es derzeit allen Grund zu Sorge. Großer Triumph rechts außen. Und kein Ende von Schreckensnachrichten.
Montag. Wieder – eine neue Ärztin „ausprobiert“ – erstes Gefühl ist gut. Zunächst habe ich den Dauerbrenner Blase thematisiert. Mal sehen, womit ich noch landen kann. Erstmal Beziehung aufbauen. – Von den Analysen der Tagespresse wende ich mich angewidert ab. Allein wie Scholz teilweise hinterhergetreten wird! Ich habe seine vielgescholtene Besonnenheit geschätzt, auch wenn er zuletzt erschöpft wirkte und im Wahlkampf Phrasen drosch – wer tat das nicht? (Inzwischen trudeln allerlei Petitionen ein).
Dienstag Urin abgegeben. Umweg übers Backspielhaus. Zum 1. Geburtstag der Lesegruppe am Rotkreuzplatz Florentiner und frische Zitronen aus Italien besorgt – letztere ein Zufallsfund. Bei Lioba gelesen; dazu Tee aus einzigartigen Keramikbechern. Leider begegneten uns Worte wie „Republikaner“ oder „ausplündern“. Wir wollten den Kopf freikriegen (O-Ton Gabriele), schon gab es – Trump-Assoziationen. Heute kleine Fotosession!
Mittwoch. Blutwerte bei der letzten Ärztin abgeholt. Heute kein Backspielhaus; gemeinsames Lesen; Nachlese fürs „Protokoll 13″. Aus Versehen habe ich es an eine falsche Gabriele geschickt und mich gleich entschuldigt – es war meine Potsdamer Studienkollegin. Wir hatten uns ein Jahr nach Simons Tod auseinander“gelebt“. Sie dürfte von der Trauer überfordert gewesen sein, mit der ich sie in unseren Morgenseiten überschwemmt habe. Sie hat sehr ausgiebig reagiert. Ich hatte die letzten Tage an sie gedacht; genau das schreibt sie mir auch.
Donnerstag wache ich mit einem unbekannten Armschmerz auf. Jede Drehbewegung tut weh. Jedes Benutzen eines Messers, einer Tasse, einer Maus, der Zahnbürste, wirklich jede Tätigkeit mit der Hand beinhaltet eine solche. Diclofenac, IBU und Verband. – Rosenstammtisch abgesagt. Endlich habe ich zu einem Buch gegriffen, das ich mir nach „Andersens Erzählungen“ im Resi bestellt hatte. „Meines Lebens Märchen“, schlicht, einfach, grundehrlich und interessant. Auch hier greift Literatur tief in sein Leben – teils identisch mit Wilhelm Meisters Einflüssen: Corneille, Racine, Shakespeare u.v.a. Furchtbar, wie Andersen von seinen Zeitgenossen verhöhnt wurde. Momentan bin ich nicht scharf auf „Korrekturen“ durch eine Biografie ÜBER ihn, die auch hier bereit liegt. Ihm gilt Fantasie als Wahrheit, so schreibt er; das hat ihn u.a. auch als Sonderling ausgezeichnet. Ich denke unablässig, wie schön das Buch für Dänemarkfans sein müsste. Ich selber war nie dort.
Samstag. Ich wollte die Vogelführung nachholen, (die wir anlässlich Ines‘ Hochzeit vorhatten und ausfallen lassen mussten) – in meinem Fall ein öffentliches Angebot. Spät aufgewacht, kalt, neblig. Öffentlich hat den Vorteil, dass man unbemerkt schwänzen kann. Also werde ich den Tag verkruschteln. Die Schonung des Arms hilft. – Die gestrige Unterredung zwischen Trump und Selensky gescheitert. Kann den Amerikanern noch gefallen, was sie gewählt haben? Dieser skrupel- und gewissenlose, unverhohlen macht- und geldgierige Verbrecher? Täter-Opfer-Umkehr und: Selensky wolle wohl einen dritten Weltkrieg riskieren und verantworten? In Russland hieß es, Selensky habe sich die wohlverdiente Ohrfeige abgeholt; die AfD spricht wieder vom Bettelpräsidenten. Es weht ein kalter Wind auf der politischen (Welt-)Bühne.
Die Politik und das Weltgeschehen ist omnipräsent und wird nun auch in Kreisen besprochen, die zuvor nicht politisch waren. Ja, der Ausstieg aus dem Zuckerfasten ist jedesmal gleich. Zucker ist wie eine Droge, schwer zu kontrollieren. Was die Armschmerzen wohl für eine Ursache haben? Good luck mit der neuen Ärztin.
Armschmerzen hattest du mal ganz extrem, als du noch im Hospiz warst. Die Wahlergebnisse nicht ganz so wie es sich manche gewünscht haben. Der Eklat Trump Selenskij. Wann wird Amerika merken wen sie da gewählt haben. Ganz ohne Zucker ist leichter, als da ein bisschen und da ein wenig mehr.