Osterferien sommerlich in München, Aham und Schliersee

Montag und Dienstag Arbeit im Kinderzentrum und abends mit Luisa daheim essen, die da war, um die Sachen aus ihrem Münchner Zimmer für den bevorstehenden Umzug nach Hamburg zu packen. Den Mittwoch fasse ich weiter unten zusammen. Am freien Donnerstag kaufte ich mir ein paar Oberteile bei Galeria und bei Hugendubl den neuen Takis Würger „Für Polina“, den ich jetzt schon fast durchgelesen habe. Ich mag seinen Stil und kann mich kaum von der Geschichte lösen. Mittags auf dem Viktualienmarkt mit Hubert ein Fischbrötchen und ein Bier verzehrt, wie die Touristen, und danach noch in die neue Ausstellung in der Hypo Kunsthalle – Civilization – nur bedingt empfehlenswert. Karfreitag: Als Kind ein schwieriger Tag, weil man sich nicht mit Freunden verabreden konnte und oft eine trübe Stimmung in mir herrschte. Auch später noch löste der Karfreitag eher schwere Gefühle aus, weniger wegen der Kreuzigung, sondern eher weil alles geschlossen und ausgestorben war. Am diesjährigen Karfreitag Frühjahrsputz in der Wohnung, Betten beziehen und mehrere Waschmaschinen gewaschen. Mittags Müsli und Nickerchen auf dem Sofa. Wir entschieden uns gegen das Fitnessstudio, auch weil wir beide einen Anflug von Halsschmerzen haben. Stattdessen zum Schliersee, wo wir über Ostern bleiben wollen. Meine Stimmung ist nicht so trüb wie früher an Karfreitag, aber ich freu mich, wenn der Tag vorbei ist. Mir fehlen die österlichen Rituale. Am liebsten würde ich in einen Gottesdienst gehen oder ein Kirchenkonzert hören, aber hier am Schliersee gibt es nichts, was in Frage kommt.

Am Mittwoch waren wir mit Maja, Bernd und Klein-Mateo in Aham. Ich wollte diese Gelegenheit nutzen, Hubert das von meinen Schwiegereltern gegründete spirituelle Zentrum in Aham zu zeigen und ihm Rolf vorzustellen, solange dieser noch lebt. Wir fuhren bereits morgens mit Huberts Auto los. Es war Mateos erste Autofahrt, bei der er durchgehend geschlafen hat. Das Anwesen in Aham zeigte sich von der schönsten und lebendigen Seite. Es fanden gerade Vorbereitungen für einen Osterkurs statt, ein paar Menschen wuselten herum und begrüßten uns herzlich, insbesondere auch Josef und Renata, die das Zentrum Aham jetzt leiten, nachdem Rolf diese Aufgabe an sie abgegeben hat. Rolf war sehr aufgeregt und sehr süß, seinen Urenkel zu sehen. Die beiden hatten ein paar ganz aufmerksame Minuten, in denen Rolf den Kleinen gehalten und ihm einiges erzählt hat. Hubert wurde natürlich auch ins Gespräch geholt. Rolf fragte ihn auf seine sehr eindringliche Art nach seinem Gewordensein. Wir redeten (insbesondere Rolf redete viel über seine Beziehung zu Jesus), aßen zusammen und schauten immer wieder Mateo zu, der, wie immer, herum gereicht wurde und zum Stillen wieder bei Maja landete. Rolf ist jetzt schon ziemlich alt (87), hört nicht gut und ist körperlich eingeschränkt, aber hat einen wachen Geist und ist ganz präsent. Es war ein intensiver Nachmittag, wer weiß, ob wir es in der Form noch mal erleben. Auch wenn es für mich und Maja so etwas wie ein Familiensitz ist, wird das Zentrum nicht in den Familienbesitz übergehen, da Rolf und Sarah das Zentrum vor Jahren schon in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt und in dem Zuge alle Kinder auf ihr Erbe verzichtet haben. Ein Punkt, den Sören seinem Vater vorwirft.

Karsamstag. Stimmung besser, die Sonne knallt vom Himmel. Nach den Einkäufen für die Feiertage, vom Haus aus eine kleine Wanderung gemacht. Nicht den Weg zur Schliersbergalm, den die Horden von Familien gehen, sondern etwas abgeschiedener. Mir fällt auf, dass unter den vielen Wanderern jetzt immer mehr Zugereiste aus allen Ländern, insbesondere aus Indien, sind. Das hat sich zu früher deutlich verändert. Nachmittags Chillen und in kurzer Hose auf der Terrasse Zeitung lesen. Am Abend Gulasch gekocht. Ostersonntag nicht mehr ganz so sommerliches Wetter. Nach dem Frühstück mit feinem Osterzopf zum Tegernsee gefahren und die äußerst sehenswerte Ausstellung im Gulbranson Museum angeschaut („Ein Tag am Meer“, in der Bilder vom Meer ausgestellt werden von allen möglichen bekannten Künstlern). Nach einem kleinen Gang an der überlaufenen Uferpromenade vom Tegernsee nach Hause in die Ruhe zurück gekehrt. Morgen geht’s wieder ins andere Zuhause nach München.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Das ist ein dicht gepacktes Programm. Schön, wie du uns nach Aham mitnimmst – da ich es ja zweimal gesehen, auch Rolf kennengelernt, kommt das bei mir sehr intensiv an. Diese schwierigen Tage, insbesondere vor Ostern, kenne ich gut. Oder sollte ich sagen: die Welt kennt sie? Karsamstag Inbegriff von Trauer und Stillstand – der Tod ist schon da und ursprünglich keine Auferstehung in Sicht. Karfreitag sowieso. Dass da ein Fitnessstudio aufhat kann ich gar nicht glauben!? – Und Luisa nun endgültig auf dem Weg in ein eigenes Leben!

  2. Beate sagt:

    Die „Polina“ habe ich auch gelesen und sie sogar das Hörbuch gekauft. Ich kann mich deiner Einschätzung nur anschließen!
    Ich bin auch sehr beeindruckt, was Du von Aham schreibst- die vier Generationen, Rolf der Urgroßvater und das junge Leben, ich konnte mir Euch zusammen vorstellen, obwohl ich ja nur die Beschreibung von Dir kenne.

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