2025-04-26-Franziskus‘ österlicher Tod – Leihauto + Rückenweh – Birgitta + Bauerntheater

Am Ostersonntag entspanntes Frühstück zu dritt mit Beate; danach Christkönig zu zweit. Ein ansonsten inhaltsarmer Tag wurde österlich und hat Freude gemacht. Später die staubtrockenen Gräber gegossen. – Am Ostermontag habe ich über Beate vom Tod des Papstes erfahren, nachdem er gerade mit letzter Kraft den Ostersegen „urbi et orbi“ erteilt hatte. Manche Kommentatoren droschen die Phrase vom „plötzlichen und unerwarteten Tod“. Welch erhabener Zeitpunkt für einen Heiligen Vater, die Himmelsleiter zu erklimmen! Auch im Hospiz haben das Viele getan. Tut man das? Wählt man? Eher nicht. Sie wurden emporgehoben, vielleicht eher er-wählt? So sagte ein Berichterstatter, das habe der Papst „so für sich entschieden“. Ich frage mich, ob ihm aufgeht, was er da sagt. – Kurztreff mit Renate am Busbahnhof Westfriedhof; aus „zwei Minuten“ wurde eine Stunde – danach wieder Gräber gegossen. Ein müder Tag mit Temperatursturz, aber ohne Regen. In einem Anfall habe ich einen 100g Schokohasen gefressen; ich fühle mich wie kurz vorm Zuckerschock. Hoffentlich kriege ich bald wieder die Kurve. Ich kann mit so einem Körbchen nicht umgehen. Momentan besorge ich sogar noch Nachschub. Es tut nicht gerade gut, aber ein bisschen Frist will ich mir noch lassen bis zur nächsten Zuckerpause, wenn ich denn nochmal die Disziplin aufbringe.

Die Tage verstreichen teilweise konturlos. Am Dienstag hatte Michaels Bruder ihn um eine Besorgung in München gebeten. Er ist trotz Millionenkonto ein Schnäppchenjäger und wollte eine günstige Aufstehhilfe für seine Frau ergattern. Nachdem Michael Verpackungspappe aus dem Speicher gezogen und ein Auto angemietet hatte kam Reinhards Anruf, dass er jetzt noch was Günstigeres vor Ort in Hamburg gefunden habe. Also haben wir ersatzweise eine kleine Sperrmülltour gemacht und dann Oma Renate zum Friedhof gebracht. Unter meiner „Regie“ hat sie eine zarte weiße Lilie und eine hübsche Schachbrettblume gekauft und nur einen ihrer Engel prominent platziert. Sie war selig und es war insofern ergiebig. Michael chauffierte uns also viermal quer durch die Stadt und das Auto hat seinen Zweck erfüllt. – Mein Fixpunkt ist jetzt, da chorfrei ist, die Logopädie. Da ich mich mit plötzlichen Schmerzen in Hüfte, Hinterteil und Ischias durch die Nacht gequält hatte, mich schon unterm Messer oder im Rollstuhl sah, half IBU soweit, dass ich meinem Termin wahrnehmen konnte. Ich wurde geschont und bekam eine SchallWellenMassage am oberen Rücken. Die Schultern scheinen enorm wichtig zu sein! – Kleine-Rose-Stammtisch am Donnerstag abgesagt, Sitzen noch nicht problemlos möglich. – Am Freitag Birgitta. Sie lädt gern zu Essen UND Kaffee. Es scheint mir aber unverschämt, mich nach ihrer Arbeit derartig bedienen zu lassen, zumal sie perfekt gastgibt. Also in Kaffeeklatsch umgewandelt; später verstanden, dass es ihr letzter Urlaubstag war. Sie ist eine der Wenigen, mit denen ich nichts „mache“ und keine Interessen teile: kein Lesen, Schreiben, Theater oder Spaziergang. NUR reden und das so intensiv, dass ich mir jedesmal eine Begrenzung verordne, um nicht bis in die Nacht zu bleiben. Unsere Verbindung währt über dreißig Jahre. Sie war mit ihrem jüngsten Sohn schwanger, als Peter starb. Alte Zeiten im neuen Gewand des Heute; neue Sorgen, Pfarrei, Stadtteil mit „gemeinsamen“ Menschen, jetzt ihr Ehrenamt im Hospiz. Diesmal gab es auch was zu lachen. Die Stunden flogen dahin.

Während Michael Grußkarten eintütet dehnen sich unsere Lesungen aus. Möge doch „Großer Tiger und Christian“ nie enden! Es tut so gut! Hinterher ein wenig ARD zu Franziskus‘ Bestattung. –  Am morgigen Sonntag fahre ich nach Schwindegg. Dort holt mich Rudi, der Sohn „unserer“ Maria ab. Erst geht’s nach Hause zum Essen; dann ins Bauerntheater, wo er auftritt. Maria ist stark schwindelkrank. Also trete ich voraussichtlich allein an. Ich habe ihn schätzungsweise fünfundfünfzig Jahre nicht gesehen.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Jemanden nach so vielen Jahren wieder zu sehen, ist aufregend. Ob man sich überhaupt noch erkennt? Der Zeitpunkt des Todes vom Papst war perfekt. Ich bin überrascht, wie viele Menschen Anteil nehmen und ihn verehren, wo die Kirche so in Verruf gekommen ist. 100 g Schokohase finde ich nicht so verwerflich. Nur leider fühlt man sich danach sofort schlecht und die Sucht ist wieder da. Ibu scheint bei dir echt gut zu wirken. Was mag der Grund für die Schmerzen sein. Und lustig, wir hatten uns auch am Dienstag ein Auto geliehen.

  2. Beate sagt:

    Ich habe sehr viel ferngesehen über die Beerdigung, bin auch über manchen Satz gestolpert, der da fiel und ich habe viel geweint, ich war sehr ergriffen, ich habe unseren Papst sehr verehrt. Die Fotos, die Du uns geschickt hast über das Treffen mit Rudi waren sehr schön! Bauerntheater hab ich vor Jahren mal gesehen, als Sigrid, unsere Schulkameradin auftrat, da war auch sehr schöne Stimmung…
    Und: mir brennt auch regelmäßig die linke Hüfte wie Feuer und meine Verspannungen im Oberschenkel hängen auch mit der Hüfte zusammen. IBU hilft auch bei mir gut!

  3. Renate sagt:

    Gut, dass ihr das Mietauto noch sinnvoll nutzen konntet. Ibu hilft für den Moment. Nach mehr als 20 Jahren jemand zu sehen ist wie bei einem Klassentreffen, spannend.

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