2025-05-03- BlumenWiesenButterdose + Julienne – Nymphi + Froschkonzert – WM, Schreibgruppe + Hölderlin – Zaubergarten + Heptnerhölzer

Montag. Noch frohlockt mein letzter Sonntag in mir. Nie hatte Rudi mich interessiert. Schon als Kind habe ich seine Schwester ihm vorgezogen. Nach über fünfzig Jahren begegne ich diesem vielseitigen, lustigen, begabten, herzlichen Mann und wir liegen uns – bildlich gesprochen – den ganzen Tag in den Armen. Das konnte auch Maria mit ihrem kohlrabenschwarzen Pessimismus nicht trüben. Sie hatte es wider Erwarten geschafft mitzukommen, was mich ja eigentlich freuen musste. Insgesamt ein Erlebnis „für die Ewigkeit“!

Am Montag Stillstand. Kein Schritt ins Freie trotz Sonnenschein.

Dienstag Auer Dult mit Michi. Einträchtig wählen wir Suppenteller, Butterdöschen, Hosenträger, Schälwerkzeuge und haben dann synchron genug. – Beim Abschied zwischen Großer Tiger und Christian von Siebenstern geweint wie Jahre nicht. Dieses Buch voll Weisheit über Geheimnis und Vertrauen, Schweigenkönnen und Diskretion, gute Sitte und Bräuche, Umgang zwischen Mensch und Tier (Hund, Pferd, Kamel), Himmel, Erde, Wasser, Wüste, Freundschaft, Respekt, Ehrerbietung und Gaunerei, Raum und Zeit, zu-Gast-sein in der Jurte – ein Kleinod, das uns kostbarste Stunden beschert. – Nachmittags vorletzte WM-Lesung (bei Martha), bevor wir einen Abstecher zu Hamlet machen, um Wilhelm zu folgen.

Mittwoch: Stimmtherapie – wie die Verordnung lautet. – Blitzbesuch bei H&M. Dann Schreibgruppe bei Ines mit leckeren Semmeln, Linsensalat, Aufstrichen, Trauben und ersten Erdbeeren. „Neue Couch“ und andere Gemütlichkeiten erwartungsgemäß ertragreich – ich war von Ines‘ Blogbeitrag bzgl. neuen Möbelstücks augenblicklich inspiriert. Wir hatten sogar etwas Zeit für Gespräch. – Hinterher in der BASK bekam ich, obwohl überpünktlich, gerade noch eine Eintrittskarte. Diesmal durfte man gleich im Saal Platz nehmen. Das Publikum teilweise überspannt, besonders die „Dame“ neben mir, sodass ich mich ansatzweise mit ihr angelegt habe – ein Thema für sich. Dann setzte sich gottlob ein Mann auf den Platz, den sie vorher mit Zehen und Klauen verteidigt hatte. Mit ihm kam ich ins Gespräch, Handshaking, Helmut, Regisseur und Produzent usw….hat gleich an meinen Problemfall bei Dasein erinnert. Er pflegt mit „Freund Jens“ hinterher noch auszugehen. Einführung zur „Kraft der Sprache“ von Stefan Hunstein; philosophischer Vortrag „das treffende Wort“ von Axel Hutter (inhaltlich eigenständig, jedoch mit unausgesprochenen Bezügen zu Hölderlin). Dann die ersehnte Lesung von Jens Harzer so unfassbar gut, dass es mich schmerzt, das Erlebte nicht teilen zu können. Er erweckt Hyperion zum Leben, durchfühlt und durchleidet den Text spürbar (so ich mit ihm). Im unvermeidlich anschließenden Podiumsgespräch tritt Harzer wohltuend bescheiden auf; er wisse, diesen Text zu lesen grenze an Anmaßung. Er wolle nicht vorgeben, ihn zu „verstehen“. Er lege den Roman nach wenigen Seiten weg (wie ich). Er sei nahezu unlesbar – es sei denn: laut (vor-)gelesen. Es ist – wie bei WM – ein völlig anderer Vorgang, der mit alleinigem Lesen wenig gemein hat. Man landete also bei (für uns „Meisterinnen“) überaus relevanten Aspekten wie der Wechselwirkung zwischen Schauspieler und Publikum. Als ich in die laue Frühsommernacht hinaustrete lächelt mir ein märchenhafter Sichelmond mit Venus entgegen. Ich greife zur Hölderlinbiografie: „Komm ins Offene, Freund!“

Donnerstag, 1. Mai. Mit dem Fahrrad ins Nymphenburger Paradies; Spaziergang mit ohrenbetäubendem Froschkonzert am Teich.

Freitag: Prachttag mit Marina. Angeblich wollte sie mir seit Jahren eine Kapelle zeigen. Vor 10:00 gestartet – ich rechnete mit zwei bis drei Stunden. Ein magischer Ort mit Pfauen und Prachthähnen; saftiger Spaziergang, Sitzen auf Wiese (aua!) und Bank am See, alles duftet, zwitschert und kräht – am Ende „Abendessen“ im Tribeca. Restlos erfüllt und beglückt, von intensivem GanztagsGespräch allerdings auch verausgabt.

Samstag wie Donnerstag, nur anderer Weg. Meine Füße schmerzen weniger. Liegt das an den Heptner-Hölzern, mit denen ich bei Frau Kresse meine Faszien an den Fußsohlen traktiere? – Eben setzt Niesel ein. Heute Lesen und Ruhe.

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Mit der Lesung von Jens Harzer haben wir echt was verpasst, so wie du davon schwärmst. Zur Auer Dult haben wir es dieses Mal nicht geschafft. Ich mag die Stände mit den Haushaltswaren, aber wir brauchen gerade nicht mal eine neue Bürste. Das Froschkonzert hast du mir geschickt, ohrenbetäubernd laut. Mich gruselt es, wenn andere sich daran erfreuen.

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