Umzug nach Hamburg, Ines allein zu Haus, Schreiben, Flaucher-Biergarten und Pflanzen Kölle
Montag: Arbeiten und am Abend Linedance, das erste mal nach den Osterferien. Ich hab mich gefreut, die Frauen wieder zu sehen. Wir haben seit diesem Kurs drei Neue. Eine davon ist schon 79 Jahre alt, aber sie tanzt so leicht und ohne Fehler wie eine junge Frau. Ich habe sie gefragt, ob sie Tänzerin von Beruf war, weil sie auch so eine Figur wie eine Ballerina hat, aber sie sagte, dass sie nichts dergleichen gemacht habe. Erstaunlich.
Dienstag: Arbeiten und Fitnessstudio. Abends auf der Terrasse gegessen. Fühlte sich schon an wie Sommer.
Am Mittwoch ist Hubert aufgebrochen, um zunächst einen Umzugswagen im Münchner Norden abzuholen und mit diesem nach Innsbruck zu fahren, wo Luisa und ihre Freundinnen bereits die Möbel ihrer Innsbrucker Wohnung auf die Straße getragen hatten. Dass es Komplikationen mit dem Transporter gab und er ihn gegen einen Kleineren tauschen musste, würde hier zu weit führen, hat aber mit dazu beigetragen, dass Hubert ganz schön angestrengt war, als er mitsamt Luisa und dem Umzugswagen wieder nach München kam und die restlichen Sachen von Luisa von ihrem hiesigen Zimmer noch in den Wagen quetschen musste. Am Mittwoch haben wir uns ja von der Schreibgruppe gesehen, seit längerem mal wieder bei mir. Einkaufen, Bad putzen, Saugen und Vorbereiten. Es war schön, dass ihr da wart. Das Thema neue Couch und Geschichte unserer Gemütlichkeiten hat mehr hergegeben als ich vorher dachte.
Am Donnertag fand der Umzug nach Hamburg statt. Als Luisa und Hubert nach dem Frühstück aufgebrochen sind, habe ich schon bald mit dem Kochen angefangen, da ich mich mittags mit Maja und Bernd samt Baby im Flaucher Biergarten treffen und dafür eine Pasta fredda mitbringen wollte. Mit Essen, Tischdecke und Geschirr ausgestattet, saßen wir zwei Stunden zusammen, abwechselnd Mateo tragend, herumfahrend oder stillend. Er war nicht so glücklich an dem Tag. Nachdem wir uns verabschiedet haben, kam endlich meine Ines-alleine-Zeit, auf die ich mich echt gefreut hatte. Ich kann aber nicht sagen, dass ich die Zeit besonders gut genutzt habe. Am Donnerstag noch ziemlich viel Hausarbeit gemacht, vor allem solche Arbeiten, die man nur einmal im Jahr macht, wie z.B. auf den Schränken putzen. Bisschen telefonieren, sonnen und lesen auf der Terrasse, ein bisschen dies und das ohne rechten Plan.
Freitag hatte ich noch frei. Mit viel Schwung vor dem Frühstück ins Südbad aufgebrochen. Das Schwimmen nach langer Zeit fühlte sich mal wieder richtig gut an. Da meine Yogastunden für längere Zeit wegen Erkrankung der Yogalehrerin ausfallen, werde ich statt dessen Mittwochs schwimmen gehen, hab ich mir vorgenommen. Nachmittag bin ich dann in die Stadt geradelt. Ein paar Klamotten gekauft und zwei Bücher und dann wieder heim. Hubert kam bereits um 19 Uhr mit dem Zug aus Hamburg zurück und somit endete meine Alleine-Zeit schon wieder bevor ich mich daran gewöhnt habe. Ich weiß nicht, warum ich mich so narrisch darauf freue alleine zu sein, wenn ich eigentlich nichts wirklich Besonderes mit der Zeit anfange. Vielleicht ist es einfach die Tatsache, dass ich mich ganz um mich selber drehen kann ohne immer ein Ohr nach draußen zu haben. Hubert war sehr erleichtert, dass der Umzug geschafft war. Für ihn ist es nicht nur körperlich herausfordernd gewesen, sondern auch psychisch, da sein liebes Töchterchen jetzt richtig ausgezogen ist und im weit entfernten Hamburg lebt. Bei dem Umzug hat er Tessas Eltern kennengelernt, die ebenfalls ihrer Tochter geholfen haben, ihre Sachen von Dresden, wo sie her stammt, nach Hamburg zu bringen. Eher einfache, sehr herzliche Leute. Luisa und Tessa haben eine schöne Wohnung in Hamburg gefunden. Allerdings wird Tessa nur am Wochenende dort sein, da sie als Soldatin unter der Woche in einer Kaserne nahe Bremen stationiert ist.
Samstag zu Pflanzen Kölle. Dort gleich auch den Einkauf von Gemüse erledigt, was den Markteinkauf ersetzte. Nachmittags kam Maja mit Mateo auf einen Kaffee vorbei. Ich finde, dass Mateo etwas mehr Kontakt aufnimmt und jetzt so ein richtig süßes glucksendes Baby wird. Er schlief auf meinem Arm ein. Während Maja da war, kamen drei Männer und holten Luisas Bett ab, das wir bei Ebay eingestellt hatten. Danach pflanzten ich die gekauften Balkonblümchen ein und und Hubert putzte hinter mir her. Abends gabs Spargel. Mit dem Tag war ich sehr zufrieden, weil viel geschafft und trotzdem ausgeruht und genossen.
Heute, Sonntag, Fitnessstudio und abends Tanzen. Dazwischen Bügeln, Bloggen und ein bisschen Hausarbeit.
Erstaunlich – das Erscheinungsbild wie eine Ballerina! Christine im Hospiz hatte das auch – das einzig Angenehme an ihr – eine trügerische Anmut! – Das würde zu weit führen mit dem Transporter… sagt genug aus. Armer Hubert!! Schön aber, dass es geschafft ist incl. herzlichen Schwiegereltern. – Und: ich find`s toll, dass wir so ein schönes Thema hatten und gleich deine Couch ausprobieren konnten.- Schränke oben putzen? Ich hätte nicht gedacht, dass Hubert sich das nehmen lässt – ich glaubte, ihr liebt das gemeinsam!! Deshalb lache ich mich kaputt: Hubert putzte (wenigstens bei der Balkonarbeit) hinter dir her! Dass du Alleinsein ab und zu genießt oder genießen würdest ist nachvollziehbar. Mich wundert, dass Michi dieses Bedürfnis weniger zu verspüren scheint als erwartet – eher bin es ich. „Da gibt es keine Hilfe“, würden Christian oder Großer Tiger sagen. Aber immer nur einer, denn der andere wäre für Trost zuständig.